Am Wochenende habe ich wieder einmal etwas im Lexikon nachgeschaut – ja wirklich, in meinem (alten) zehnbändigen „Meyers Taschenlexikon“ aus den 80er-Jahren! Ich wollte wissen, wann (und wo) Konfuzius gelebt hat und welche Lehre(n) er verbreitet hat. Der Akku meines Handys war leer und so habe ich mir die Mühe gemacht, bin aufgestanden, zum Bücherregal gegangen und habe mir den fünften Band mit den Buchstaben„Husa-Lagr“ herausgeholt.
Schon als Kind war ich von Lexika fasziniert: Was da alles drin stand (und immer noch steht)! Was es da alles zu entdecken gab (und immer noch gibt)! Es erschloss sich mir eine aufregende Welt, in dem ich einfach nur durch die Seiten blätterte, die wenigen, dafür zum Teil schon farbigen (!) Bilder anschaute und den einen oder anderen Text las. Auch heute noch blättere ich ziellos durch die Seiten, wenn ich einen Band in die Hand nehme und das, was ich nachschauen wollte, gefunden und gelesen habe. Denn es gibt immer noch so viel zu entdecken! So entdecke ich beim Blättern durch Band Fünf ein Bild von Wassily Kandinsky und schon bin ich beim Wort „Kangwane“, was ich (noch) nicht so spannend finde, die „Kanisfluh“ fasziniert mich da schon mehr (Berg im Bregenzerwald, isolierter Kalkklotz, höchste Spitze 2,044m) oder das „Kannenbäckerland“ (ein von Keramik-Industrie und -gewerbe geprägtes Gebiet im südwestlichen Westerwald, Rheinland-Pfalz).
Doch dann bleibt mein Blick weiter vorne bei den Porträts von Washington Irving, Isabella I. und Isabella II. hängen und am Wort „isabellfarben“ – und während ich den kurzen Erklärungstext dazu lese, ist mir klar, darüber „muss“ ich schreiben! So interessante und kuriose Entstehungsgeschichten von Begriffen passen genau hier in meinen Sprach-Blog.
Also: Isabellfarben bedeutet hell milchkaffeefarben und ist angeblich benannt nach Isabella, der Tochter Philipps II. von Spanien, die gelobt haben soll, das Hemd nicht zu wechseln, bevor ihr Gemahl, Herzog Albrecht VII. von Österreich, das belagerte Ostende erobert hätte (Quelle: Meyers Taschenlexikon in 10 Bänden, 1985, Band 5/Husa-Lagr, Seite 70).
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Sehr interessant und aufschlussreich ..
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Cool! Vielleicht würde man heutzutage pastellfarben sagen.
Danke, dass du uns den Begriff „isabellfarben“ nahegebracht hast.
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Pastellfarben ist mir zu ungenau, das sind ja einfach helle Farbtöne, oder nicht? Ich habe mal im Internet nachgeschaut, wie man diese Farbe heute nennen würde (Farbbezeichnungen „müssen“ sich ja heutzutage immer irgendwie „speziell“ anhören, oder kommt nur mir das so vor?!) und bin dabei auf „Café au lait“ gestoßen… hört sich doch gleich viel eleganter an, oder?! Also ein eleganter Begriff für eine Schmutzfarbe… 😉
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