Nach dem (vorherigen) Beitrag „Feinsliebchen“ habe ich mir für heute den „Endspurt“ für das Buch „Verschwundene Wörter“ vorgenommen (die Anfänge dazu in den Beiträgen „Archaismus“, „Ameisler“, „Beinkleider“ und „Entenhausen“) – und das im Schnelldurchlauf, das heißt, ich werde die übrigen Kapitel großzügig zusammenfassen.
Beim Buchstaben „M“ finde ich kein Wort, das mich so fasziniert, dass ich darüber schreiben möchte (es gäbe da Mahr, Managerkrankheit, Manchesterhose, Materialist, Mau-Mau-Siedlung, Mesalliance, Metze, Milchgeschwister, Minna, Monatsgarderobe, Mores, Muhme, Mummenschanz und Musensohn) – ebenso wenig unter „N“ (Nachtkönig, nasführen, Nietenhose und Nissenhütte).
Erst beim „O“ werde ich wieder fündig, und das hauptsächlich deshalb, weil das Wort neulich in einem Rätsel vorkam und ich mich gefragt habe, was es denn bedeuten soll: die Rede ist hier vom Ohrenbläser. Wer denkt, dass es dabei einen Zusammenhang zum Laubbläser und dessen „Ohrenfolter“ gibt (mehr dazu auch im Beitrag „Rasenmäher“!), irrt sich allerdings. Der Ohrenbläser ist eine Person – oder vielmehr war eine Person, der Begriff ist ja verschwunden -, „die sich durch Einflüsterungen bei einem meist Höhergestellten wichtig zu machen versucht, etwa durch Schmeicheleien oder Verleumdungen“.
Auch wenn bei „P“ ein paar Begriffe wirklich lustig klingen (zum Beispiel pardauz, Picasso-Euter, Pomandenhengst, potz oder auch poussieren) werde ich sie ebenso auslassen wie den Quacksalber, das einzige Q-Wort.
Die drei Wörter unter „P“ – Rabattmarke, Rentmeister und Rumor – lasse ich ebenfalls aus.
Doch bei „S“ finde ich wieder „Material“, denn ich „muss“ ich ja für diesen Beitrag ein passendes Bild finden und während ich den Abschnitt über die „Spezereien“ lese, erinnere ich mich an eben dieses Foto aus einem unserer Urlaube in Österreich. Denn das Wort Spezereien bedeutet Delikatessen und ist ein Austriazismus – so nennt man einen Begriff, der nur in Österreich verwendet wird (die Schweizer Begriffe werden als „Helvetismen“ bezeichnet). Falls sich jetzt jemand fragt, ob Käse, Brot und Schinken wirklich Delikatessen sind, der hat noch nie in Österreich auf einer Alm eine Jause verspeist… Ansonsten gäbe es hier bei „S“ noch die Begriffe Sapperlot, Schamverletzer, Schniepel, Schnur (für Schwiegertochter), Schnurrpfeiferei, Schock, Scholar, Schultheiß, Schundliteratur, Schupo, selbdritt, Selbstbefleckung, siech, Sittenstrolch, Skribent, Sommervogel, Springinsfeld und Stelldichein.
Die übrigen Buchstaben machen jetzt nur noch einen kleinen Teil des Buches aus. Tippelbruder, traun und Trockenwohner gibt es bei „T“; Unterschleif, Unzucht und Urning bei „U“. Das „V“ wartet mit vagieren, verjunkerieren, vermaledeit, Verschnittener, Vettel, vexieren und Viktualien, wobei ich mich hier frage, warum das Wort verschwunden sein soll, denn meines Wissens gibt es doch in Wien immer noch den Viktualienmarkt?!
Wer jetzt „wacker“ (erstes Wort bei „W“) durchgehalten hat (die anderen Wörter sind Wasserstoffblondine und weidlich), vergisst sicher keine „Zähre“ (Träne), dass ich nicht mehr über Zeidler, Zetermordio, Zinnober, Zipperlein und Zuchthäusler schreibe…!
P.S. Das Buch werde ich jetzt wahrscheinlich aussortieren (und weggeben). Dumm nur, dass ich zusammen mit diesem Buch (also mit „Verschwundene Wörter“) auch noch das Buch „Versunkene Wortschätze“ bestellt habe… ich befürchte nämlich, dass sich darin die Inhalte wiederholen werden, aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ich darin vielleicht doch noch wie im Titel angekündigt ein paar Wortschätze entdecke! Mehr dazu dann hier im Blog…
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„Quacksalber“ das einzige Wort bei Q? Das heißt also, die Querdenker sind noch aktuell. Wie kann man auch ein Wort vergessen, wenn man sich seit Jaaaahren fragt, wie das denn geht: quer denken, ohne kariert zu quatschen.
Ist „quer“ vielleicht ein Synonym von „alternativ“ und „alternativ“ ein Synonym von „konservativ“ und „konservativ“ ein Synonym von „rechts“ und …. Man muss sich fragen, wohin das führt.
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Liebe Christa, ja, Quacksalber ist im Buch „Verschwundene Wörter“ tatsächlich da einzige Wort, ich habe soeben nochmal für Dich nachgeschaut. Im ebenfalls im Beitrag erwähnten Buch „Versunkene Wortschätze“ sind es bei Q immerhin drei Wörter (querhin, Quickborn, Quintaner) – interessant, dass dort dafür der Quacksalber fehlt…!
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Quickborn ist eine Stadt im Kreis Pinneberg.
Querelen fehlen auch. Als Wort, meine ich. Ansonsten braucht die ja wohl niemand.
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Hier ist mit Quickborn der Jungbrunnen gemeint, von Born (=Brunnen).
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