Management-Summary

Inzwischen ist mir klar geworden, warum ich mit dem Buch „Verschwundene Wörter“ – oder besser gesagt mit den ausgewählten Wörtern und Geschichten darin – nicht so ganz warm geworden bin.

Im vorherigen Beitrag „Spezereien“ (dem letzten, den ich zu diesem Buch geschrieben habe, die anderen waren „Feinsliebchen“, „Entenhausen“, „Beinkleider“, „Ameisler“ und „Archaismus), schreibe ich darüber und erwähne zum Schluss auch noch ein weiteres Büchlein, ebenfalls vom Duden-Verlag, mit dem Titel „Versunkene Wortschätze“. Dieses ist mehr wie ein (ausführliches) Wörterbuch verfasst, auch wenn es für ein Wörterbuch viel zu dünn ist. Was ich damit meine ist, dass es unter A bis Z unter dem jeweiligen Buchstaben die einzelnen Wörter einfach nur mit der entsprechenden Bedeutung, der Trennregel, dem Pronomen, der Mehrzahl-Form und eventuellen weiteren wichtigen Informationen aufführt – manchmal noch mit einem erklärenden Beispiel und nur bei einigen wenigen Wörtern ist eine längere Erklärung aufgeführt. Mir hat also bei den verschwundenen Wörtern ganz einfach das „Management-Summary“ gefehlt…! Also die kurze, prägnante Zusammenfassung für die Wort-Managerin… wirklich! Ich hätte beim Lesen wirklich gern nach dem Titel (also zum Beispiel unter dem Begriff „Backfisch“) gleich die Erklärung dazu gehabt (heute „Teenager“) und dann, davon ausgehend, die Geschichte dazu – aber so wie das Buch aufgebaut ist, wird meist erst erklärt, woher der Begriff kommt, wie er sich dann weiterentwickelt hat, welche Schriftsteller ihn verwendet haben, um dann erst gegen Ende der Geschichte die heutige „Übersetzung“ anzugeben (manchmal ist der Begriffserklärung auch irgendwo im Text „versteckt“). Warum mich das so sehr gestört hat, kann ich gar nicht richtig sagen, aber es beruhigt mich, das nun herausgefunden zu haben, dann kann ich mich nämlich doch noch auf das Büchlein „Versunkene Wortschätze“ freuen und hier darüber ein bisschen ausführlicher und motivierter als über die verschwundenen Wörter schreiben.  

Den Begriff „Management-Summary“ habe ich hier natürlich ironisch gemeint, denn eine einfache Begriffserklärung geht ja wohl nicht als „Management-Summary“ durch, aber da ich das Wort schon immer etwas bescheuert und fraglich fand, möchte ich hier doch noch etwas dazu schreiben:

Eine Management Summary (auch: Executive Summary) ist eine prägnante Zusammenfassung eines Dokuments mit den wichtigsten Punkten und Ergebnissen. Sie bietet Führungskräften und Entscheidungsträgern eine kompakte, verständliche und informative Übersicht über den Inhalt und die Schlussfolgerungen des Dokuments, ohne in Detailinformationen zu gehen. Eine gut gestaltete Management Summary ist in der Lage, die Aufmerksamkeit des Lesers zu erfassen, die Kernbotschaften zu vermitteln und konkrete Handlungsanweisungen zu geben.“ (projekte-leicht-gemacht.de/management-summary, zuletzt abgerufen am 11. Juni 2026)

Andere Quellen schreiben noch, dass ein Management Summary maximal eine Seite umfassen darf (zum Beispiel hier: www.projektmagazin.de/management-summary, zuletzt abgerufen am 11. Juni 2026).

Bescheuert deshalb, weil man doch einfach sagen kann: Zusammenfassung (hört sich natürlich nicht so eloquent an…). Und fraglich, weil ich mich immer gefragt habe, ob ein Management-Summary wirklich ausreicht, um (weitreichende) Entscheidungen fällen zu können.

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