Inzwischen bin ich im Buch „Verschwundene Wörter“ von Matthias Heine aus dem Duden-Verlag (mehr dazu in den Beirträgen „Archaismus“, „Ameisler“ und „Beinkleider“) mit den Buchstaben „D“ und „E“ durch.
Dabei bin ich auf etwas erstaunliches gestoßen: daß die beiden Wörter „dräuen“ und „dünken“ noch nicht ganz verschwunden sind, verdanken wir ausgerechnet Entenhausen und Donald Duck! Wer hätte das gedacht? Die Übersetzerin Erika Fuchs war eine Verehrerin von Schiller und legt deshalb 1952 Donald Duck die folgenden Worte in den Schnabel: „Oh Verzweiflung! Oh dräuend Ungemach!“ Da Donalds steinreicher Onkel Dagobert zu beschäftigt ist, um sich Sorgen zu machen und zu klagen, bezahlt er seinem Neffen Donald Duck dreißig Kreuzer pro Stunde, damit der diese Aufgabe übernimmt – so kommt es zu den obigen beiden Aussprüchen.
Weitere Beispiele (ebenfalls von Donald Duck) sind auch (in anderen Zusammenhängen) „Mich dürstet nach Rache“ oder „Schnurrli, was ficht dich an?“. Außerdem übersetzt Erika Fuchs im Jahr 1962 einen Satz von Donald Duck folgendermaßen: „Mich deucht, hier sind Backenhörnchen im Spiel.“ Das Wort „deucht“ ist eine besonders altertümliche Form vom ohnehin schon veralteten „dünken“. Schiller verwendet das Wort im „Wilhelm Tell“ beim „Rütlischwur“.
Beim Buchstaben „E“ bin ich ganz erstaunt, dass ich das Wort „Enkel“ entdecke – das Wort wird doch noch verwendet?! Als ich die Erklärung dazu lese, wird mir einiges klar… es wurde wohl früher für „Fußknöchel“ verwendet, vom englischen Begriff „ancle“ abgeleitet – und so ist die Übersetzung, über die ich mich im Beitrag „Enkel“ (dort sind aber die „Großkinder“ gemeint!) amüsiere, gar nicht so abwegig…! Tja, man lernt nie aus…
#Worte_die_verzaubern #blog #sprache #entenhausen #dräuen #dünken #übersetzung
mich deucht, die Lektüre von Donald Duck ist Dagoberts Gold wert 😄 Sehr interessanter Artikel und „dräuend Ungemach!“ muss ich unbedingt mal in eine Alltagskonversation einbinden. Da dräut es momentan sowieso ständig.
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Dass etwas dräut, sage ich selten, dass mich etwas dünkt dagegen immer wieder mal. Noch öfter deucht es mich. Das Wort ist so herrlich altmodisch. Und Enkel!!! Ich habe drei und drei Urenkel. Das Wort ist Alltagssprache – allerdings nicht für meine Fußknöchel, mit denen ich einen Zusammenhang nur sähe, sollte ich über eines der Enkelkinder stolpern.
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Es gibt ein Werk von Tuomas Holopainen, den du von Nightwish an der Orgel kennst und das Werk heißt: „The Life And Times OF Scrooge“. Mit Scrooge ist Onkel Dagobert gemeint und Holopainen hat daraus eine Doppel-CD gemacht, die einfach genial ist, weil er sich auch mit dem Disney-Zeichner auseinander gesetzt hat. Soviel meine Empfehlung heute. Ist kein Must-Have, aber ein schönes Werk in Text und Musik ..
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Meine Großcousine schreibt mir als Kommentar zu diesem Beitrag per Mail folgendes:
Liebe Nicole
genau, man lernt nie aus, wie du geschrieben hast im Blog!
Ich dachte mir schon, dass die Übersetzung „Enkel“ von „ancle“ kommt,
aber dass es nun wirklich ein offizielles Wort „Enkel“ für „Fussgelenk“
gegeben hat, das wusste ich nicht.
Mümü
A.
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Ich hab am ‚Enkel‘ ein Überbein, rechts. Tut nur weh, wenn der Schuh daran reibt ..
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