Archaismus

Wie bereits im Beitrag „Eklektizismus“ beschrieben, habe ich vor einer Weile im Online-Shop von Duden eingekauft…! Inzwischen habe ich das im Beitrag erwähnte Buch „Schmalz und Rebellion“ fertig gelesen  und bin nun auf den Spuren verschwundener Wörter unterwegs („Verschwundene Wörter – 181 kuriose Wörter von damals und ihre Geschichten“ von Matthias Heine, Duden-Verlag).

Dabei stoße ich bereits auf den ersten Seiten auf Material für meinen Blog. Zuerst auf den Begriff „Archaismus“, der im Fremdwörterbuch so erklärt wird: Archaismus, der, a) (ohne Plural) Rückgriff auf veraltete Wörter, Sprach- oder Stilformen; b) älteres, einer früheren Zeit angehörendes Element (in Sprache oder Kunst). (Quelle: Duden, Band 5, Das Fremdwörterbuch, 1990, S. 78)

Im Buch „Verschwundene Wörter“ steht der Begriff natürlich für eben diese Wörter. Doch auch wenn ich diese verschwundenen Wörter interessant finde (in späteren Beiträgen dann noch mehr zu einzelnen von ihnen), so finde ich vor allem den Hinweis spannend, dass immer deutlich mehr neue Wörter (Neologismen) hinzu kommen, als dass alte verschwinden – und somit in keiner Weise von einer Verarmung der (deutschen) Sprache die Rede sein kann. Zum Neologismus schreibt das oben erwähnte Fremdwörterbuch: Neologismus, der, 1. (ohne Plural) Neuerungssucht, besonders auf religiösem oder sprachlichem Gebiet, 2. sprachliche Neubildung.

Die Frage ist sowieso, ob diese „verschwundenen Wörter“ wirklich verschwunden sind, denn der Autor hat während der Recherche zum Buch festgestellt, dass ein großer Teil dieser Wörter immer noch verwendet wird, denn „kein Wort ist jemals völlig verschwunden, solange es noch bei alten Autoren steht, in Dialekten verwendet wird oder aus Urkunden hervorgekramt werden kann“. Zum Beispiel erleben gerade die alten Wörter „Oger“, „Druide“ und „Mahr“ eine Renaissance in der Unterhaltungsindustrie. Ob allerdings die Begriffe Aalhälter, Aalquast oder Aalpuppe jemals wieder verwendet werden, ist fraglich, denn sie stammen aus einer Zeit, als der Aalfang ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens von Wasseranrainern war.

Markiert habe ich mir auf den ersten Seiten auch noch folgende Aussage des Autors zur Auswahl „seiner“ 181 verschwundenen Wörter: „Ausgewählt wurden sie nach Interessantheit, ob sich an ihnen ein ein Stück Kulturgeschichte erzählen lässt. Jeder Artikel will eine kleine historische Tiefenbohrung sein. Selbstredend ist das Kriterium >Interessantheit< subjektiv. Ich habe allerdings in meinem jahrzehntelangen Berufsleben als Journalist und Autor die Erfahrung gemacht, dass alles, was ein Einzelner interessant findet, auch für viele andere Menschen interessant ist. Wir sind alle nicht so individuell und besonders, wie wir manchmal glauben.“ (Verschwundene Wörter, Matthias Heine, S. 10)

Wenn ich mich also wieder einmal frage, was ich hier eigentlich mache und ob das überhaupt jemanden interessieren könnte, was ich hier schreibe, dann werde ich an diesen einen Satzteil des Autors denken „was ein Einzelner interessant findet, auch für viele andere Menschen interessant ist“ – wie schön, dass sich das Lesen dieses Buches bereits auf Seite 10 gelohnt hat…!

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7 Gedanken zu „Archaismus“

  1. Als mein Vater mir zum Geburtstag eine Aalpuppe schenkte, ahnte ich noch nicht, dass es das letzte Geschenk sein sollte, welches er mir machen würde. Es war mein sechster Geburtstag, und über eine Puppe mit blonden Locken und Schlafaugen hätte ich mich mehr gefreut. Aber vielleicht sollte ich zunächst erklären, was eine Aalpuppe ist, damit ihr versteht, warum dieses Geschenk für Jahre im Schuppen hinter dem Haus verschwand, bevor…

    Und schon hätten wir die Aalpuppe wieder hervorgeholt!

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