Buuseli

Noch immer bin ich ja dabei, einen bunten Schal zu stricken (mehr dazu im Beitrag „Filzen“). Dabei ist mir gestern in den Sinn gekommen, dass meine Tante (ich erwähne sie zum Beispiel im Beitrag „Sudoku“) ein paar Jahre vor ihrem Tod zu mir gesagt hat, dass sie nicht mehr stricken könne – nicht dass sie es von der Fingerfertigkeit nicht mehr gekonnt hätte, sondern weil die Wolle so „buuselet“ – „es git immer soviel Buuseli!“. Warum sie das genau gestört hat, kann ich nicht mehr sagen, aber es hat sie eben gestört, dass die Wolle so fußelt, es eben immer so viele Fusseln gibt. Da mein Mann das Wort nicht kennt (beziehungsweise nur von mir kennt), frage ich deshalb bei meiner Großcousine nach, ob sie das Wort kennt (und verwendet). Sie schreibt: „Ja, bei mir buselet die Wolle auch! Mit kurzem – u!“

Das ist interesssant! Denn das Busi, Büsi, Büseli oder auch d´Busle ist in der Schweiz die Bezeichnung für Katze, die allerdings nicht überall verwendet wird – ich sage jedenfalls (wie auch schon vorher, als ich noch in der Schweiz gelebt habe): Chatz. Eine Recherche im Internet ergibt bei der Suche nach dem Begriff „Buuseli/Buseli“ (für Fusseln) auch keine Treffer, sondern es kommen nur Links zum Begriff „Katze“.

Was mir dazu auch noch in den Sinn kommt, ist folgendes: In der Nähe von Zürich gibt es an der (relativ neuen) Autobahn sogar einen Parkplatz mit der Bezeichnung „Büsisee (Nord/Süd)“. Als ich das vor ein paar Jahren zum ersten Mal gesehen habe, musste ich an meinen Ex-Freund denken, der in Zürich studiert hat und mit seinen Studienkollegen manchmal an den „Chatzesee“ baden gegangen ist. Lustig, dass er nicht „Büsisee“ gesagt hat, obwohl das dort anscheinend die „korrekte“ Bezeichnung wäre…!

Von Zürich jetzt noch ein kleiner Ausflug ins Elsass, ins nahe Mulhouse: unseren ersten Kater haben wir damals dort aus dem Tierheim geholt, weil das deutlich unkomplizierter war, als einen deutschen Kater (eine deutsche Katze) zu „adoptieren“. Als wir im Tierheim eintreffen und nach Katzen fragen, meint die Betreuerin dort in breitem Elsässisch: „Mir hän ganz vili armi Buseli!“ Und so wurden wir ein trinationaler Haushalt: mein Mann Deutscher, ich damals (nur) Schweizerin, der Kater Franzose – wir haben uns trotzdem prächtig verstanden!

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4 Gedanken zu „Buuseli“

  1. Meine Großcousine schreibt mir als Mail zu diesem Beitrag:

    Liebe Nicole

    der Chatzesee heisst wirklich „Katzensee“. KI gibt mir heute 16.3.26 um 15:23 Uhr folgende Angabe:

    Wieso heißt der Katzensee Katzensee? Er ist nach einem Alemannen namens Hatto benannt. Mit der Zeit verschob sich das „H“ zu einem „K“ und das Gewässer wurde so zum  „Katto-„, dann zum „Katten-“ und schliesslich zum „Katzensee“.

    Es gibt einen oberen und einen unteren Katzensee und einen dritten kleinen, den „Büsisee“ eben.  Und der Autobahnrastplatz heisst „Büsisee“, weil er am Büsisee liegt! Logisch.

    Dein ex-Freund hat aber recht, wenn er im Katzensee (eher Chatzesee) baden gegangen ist und nicht im Büsisee, denn das Freibad ist am unteren Katzensee. Es gibt sogar einen abgegrenzten FKK-Teil! Das findet man im Internet unter „Katzensee Badi“.

    und zu „Buseli“ = Flusen sagt KI (um 15:42 abgerufen) das, was ich unten angehängt habe.

    deine Blog ergänzende Gross-Cousine

    Anhang: Übersicht mit KI

    «Buseli» (schweizerdeutsch für Fussel/Knötchen, oft als Pilling bezeichnet) entstehen durch Reibung. Entfernen lassen sie sich am besten mit einem Fusselrasierer, Klebeband, aufgerautem Schwamm, Bimsstein oder einem Gummihandschuh. Vorbeugend hilf es, Kleidung auf links zu waschen, [Wäschesäcke] (https://www.salzwasser.eu/blogs/salzwasser-textil-ratgeber/pilling- was-tun-wenn-der-wollpullover fusselt) zu nutzen und Weichspüler zu vermeiden.

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      1. Mir genügt Plausibilität nicht (bzw. sie genügt mir nur in der Fiktion). Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe beim Lexikon-Spiel immer (!) gewonnen.

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