Strickliesel

Wie ich ja schon im vorherigen Beitrag „Filzen“ geschrieben habe, bin ich keine „Strickliesel“ – wobei der Begriff ja eigentlich dieses Kinder-Strickgerät meint. Als Kind wollte ich immer eine solche „Strickliesel“ (ich kann mich allerdings nicht (mehr) daran erinnern, wie ich das auf Schweizerdeutsch genannt habe), aber meine Mutter war strikt dagegen, mir so ein „Ding“ zu kaufen. „In der Schule wirst Du richtig stricken lernen“, war ihre – für mich eher krude – Ansicht, die auch für andere, zu lernende Dinge, galt. Sie selber hat nie gestrickt (ich habe sie jedenfalls nie stricken gesehen oder kann mich nicht mehr daran erinnern).

Vor einer Weile wollte ich allerdings für einen kleinen Teddybären einen (bunten) Schal stricken, aber ich hatte keine passende Wolle da. Beim Besuch des nahegelegenen Baumarktes, in dem wir irgendetwas anderes holen wollten, entdecke ich allerdings in der Künstler- und Bastelecke eine „Strickliesel“ (inklusive bunter Wolle)! Die musste deshalb einfach mit – endlich konnte ich mir diesen Kindheitstraum erfüllen! Das Ding ist allerdings wirklich für Kinderhände gemacht! Es war gar nicht so einfach, mit meinen nun wirklich nicht sehr großen erwachsenen Händen die Nadel zu führen, mit der gestrickt wird. Ich war ganz froh, als ich den bunten Schal für den kleinen Teddy fertig hatte. Inzwischen habe ich die „Strickliesel“ an meine Großcousine (ihr kennt sie bereits aus verschiedenen Beiträgen wie zum Beispiel „Noch mehr zum Sieb“, „Von Hundert zu Tausend mit Adam und Eva“, „Was stimmt jetzt?“, „Ein Born an Wissen“, „Deonyme“ und „S’Möddäli und s’Möödeli“) verschenkt, welche sie an ihr Enkeltöchterchen weitergegeben hat.

Als ich nach dem Kauf die Schachtel, in der die „Strickliesel“ verpackt war, genauer anschaue, frage ich mich natürlich, warum das Ding „Strickliesel“ heißt, auf englisch „Knitting Jenny“ und auf italienisch „Gina la magliaia“. Mein Mann sagt – auf meine Nachfrage hin – er würde das Ding einfach „Liesel“ nennen.

Im Internet finde ich zur Wortherkunft folgendes (KI-generierter Text vom 15. März 2026) : „Der Name Strickliesel setzt sich aus „stricken“ und dem Mädchennamen „Liesel“ (Kurzform von Elisabeth) zusammen. Er bezeichnet eine kleine, oft hölzerne Figur, die meist als Frau (Liesel) gestaltet ist und zum Herstellen von Strickkordeln dient. Diese Technik simuliert spielerisch das Stricken, was besonders für Kinder geeignet ist.“ Das englische „Jenny“ wird wohl ein ebenso beliebter (alter?) Vorname in England sein („to knit“ heißt „stricken“, „Gina“ das entsprechende Äquivalent in bella Italia („stricken“ heißt hier „lavorare a maglia“).

Interessant finde ich noch diese Informationen, die ich bei Wikipedia gefunden habe (wiki/Strickliesel, zuletzt abgerufen am 15. März 2026): Eine tönerne Strickliesel aus der Römischen Kaiserzeit (27 v. Chr. bis 284 n. Chr.) wurde 1913 bei Grumbach (Bad Langensalza) gefunden. Und unter Trivia steht da noch: „Die bisher längste mit einer Strickliesel hergestellte Schnur ist über 30 km lang und brachte Edward Hannaford 2016 ins Guinness-Buch der Rekorde.“ Zum Glück habe ich keine derlei Ambitionen! Der kurze Teddybären-Schal hat mir vollauf gereicht – und mit meinem Schal, den ich gerade stricke (siehe den vorherigen Beitrag „Filzen“) mehr als genug beschäftigt…!

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3 Gedanken zu „Strickliesel“

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