Filzen

Da ich keine „Strickliesel“ bin (mehr dazu gelegentlich im Beitrag „Strickliesel“, den ich eigentlich schon vor längerer Zeit schreiben wollte…), bin ich eben nicht so versiert, was das Stricken angeht.

Nachdem ich nun aber zwei Paar Beinstulpen gestrickt habe und mir dort, wenn ich ein neues Wollknäuel ansetzen wollte, mit der „quick and dirty“-Lösung beholfen habe, die Fäden einfach zu verknüpfen und den Knoten auf der Innenseite zu verstecken, geht das beim Schal, den ich im Moment „in Arbeit“ habe, leider nicht mehr…! Was also tun? Meine Großcousine, die mir hier im Blog immer wieder bei „Sprachproblemen“ hilft und außerdem viele Ideen beisteuert (ich schreibe über sie zum Beispiel in den Beiträgen „Noch mehr zum Sieb“, „Von Hundert zu Tausend mit Adam und Eva“, „Was stimmt jetzt?“, „Ein Born an Wissen“, „Deonyme“ und „S’Möddäli und s’Möödeli“), weiß auch dafür Rat: bei der dicken Wolle, die ich verwende, kann ich das Ende des ausgehenden Knäuels einfach mit dem Anfang des neuen Knäuels verfilzen. Interessant! Ich habe noch nie gefilzt und bin erst etwas skeptisch, aber es hält tatsächlich!

So habe ich nicht nur eine Lösung für mein „Strick-Problem“ gefunden, sondern auch die Idee für diesen Blogbeitrag, denn das Wort „filzen“ ist natürlich – ein Teekesselchen! (Mehr zu diesem Begriff in den Beiträgen „„Ein lustiges Spiel“ und „Block“.) Denn ich kann ja nicht nur selber filzen, sondern auch gefilzt werden! Ich wurde vor vielen Jahren einmal vom Sicherheitspersonal am Flughafen gefilzt – also genauestens durchsucht – und fand das gar nicht lustig. Als ich – ist ebenfalls schon eine Weile her – mit einem Kollegen an ein Konzert ging, wurde der auch gefilzt – und ich habe mich gefragt, warum er und ich nicht, da meint er nur: „Ein Typ in Lederjacke ist wohl verdächtiger als eine Frau…!“ Was haben wir gelacht!

Aber ich kenne den Begriff „filzen“ auch noch als „stehlen, klauen“ – mein Mann hingegen nicht. Also schaue ich im Internet nach, weil ich denke, das dies wohl einfach ein Schweizer Dialektbegriff ist. Interessanterweise finde ich aber im Online-Duden folgende Bedeutungen, sogar inklusive Angaben zur Herkunft des Wortes (dudenonline/filzen, zuletzt abgerufen am 14. März 2026):

Die erste Bedeutung lautet ganz einfach: „verfilzen“ und als Beispiel wird „die Wolle filzt leicht beim Waschen“ angegeben.

Unter zweitens werden gleich drei Bedeutungen angegeben: „(Kleidungsstücke) auf Ungeziefer hin untersuchen“, aber auch „im Zuge einer Kontrolle [auf verbotenen Besitz hin] gründlich durchsuchen“ (Beispiel: „die Besucher wurden am Eingang gründlich gefilzt“) – beide Begriffe gelten als umgangssprachlich – und eben auch (wie ich das oben ja schon beschrieben habe!) „[durchsuchen und] bestehlen, berauben“, hier steht beim Gebrauch „salopp“, also hat das nichts mit Dialekt zu tun, wie ich angenommen habe… aber interessant, dass es im Duden auftaucht! Für alle Bedeutungen wird hier als Herkunft „rotwelsch filzen = (Handwerksburschen in der Herberge) auf Reinlichkeit prüfen, eigentlich = durch-, auskämmen (wobei auch gestohlen wurde)“ genannt wird.

Interessant sind die dritte, mir beide völlig unbekannten Bedeutungen von „[fest] schlafen“, „wohl nach der Filzdecke im Bett“ bezeichnet) und auch die vierte Bedeutung von „knauserig, geizig sein“ („er filzt mit jedem Euro“).

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7 Gedanken zu „Filzen“

  1. Beim Lesen dämmert mir, warum mir das Filzen (Meine Tochter hat es mit den Enkelinchen geübt) irgendwie unsympathisch ist. Erstens erinnert es mich an beim Waschen verfilzte und dadurch bretthart gewordene Pullover, und zweitens fürchte ich, das Filzläuse von verfilzter Wolle angelockt werden, denn warum sollten sie sonst so heißen?

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    1. Ich bin jetzt ein richtiger Fan davon, total einfacher Übergang zwischen zwei Wollknäueln! Ich liebe solche einfachen Lösungen :-)))))))
      Filzläuse kenne ich nicht, nur Fettläuse sind mir schon begegnet, beim Wäsche aus der Waschmaschine nehmen…

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      1. Ich wusste das erst auch nicht, aber habe das Problem mal gegoogelt und bin so auf den Begriff der Fettläuse gestoßen… und habe so wieder was (unnötiges?!) gelernt!

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  2. Ich hab mal trocken gefilzt. Also gehandarbeitet. Ein Bild ging noch – aber ein „Kuscheltier“ da hab ich abgebrochen

    Ansonsten kenne ich es von Durchsuchen, Fell und Haare, ja – das war es eigentlich

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