(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Neulich ist mir das Wort „Augenstern“ durch den Kopf gegeistert und da ich sowieso noch ein paar Zeilen zum schweizerischen Dialektwort „Schnüggel“ schreiben wollte, passt das hervorragend zusammen.
Der Duden schreibt zum Augenstern: „Liebling“ im familiären Gebrauch und „Pupille“ im dichterischen (duden/Augenstern, zuletzt abgerufen am 3. Dez. 2025). Eine bei der Recherche zur Herkunft des Wortes „Augenstern“ neu entdeckte Internetseite schreibt dazu: „Die Bezeichnung „Augenstern“ setzt sich aus den Wörtern „Auge“ und „Stern“ zusammen. Dieses Bild entstand aus dem Vergleich der geliebten Person oder Sache mit einem Stern, der in den Augen eines Menschen leuchtet – ein Sinnbild für etwas oder jemanden, der in den Augen des Betrachters strahlt und von unschätzbarem Wert ist. Historisch wurde der Begriff in der deutschen Sprache bereits im Mittelalter verwendet und fand oft in der Lyrik seinen Platz, um die Strahlkraft und die Schönheit der Augen einer geliebten Person zu beschreiben.“ (lieblingsmanufaktur.de/augenstern, zuletzt abgerufen am 3. Dez. 2025)
„Dr Schnüggel“ geht in eine ähnliche Richtung: es kann jemanden oder etwas – Mensch oder Tier – bezeichnen, den oder das wir sehr mögen. Unser Kater Lucky, hier auf dem Beitragsbild ein paar Wochen alt und inzwischen leider bereits seit mehreren Jahren im Katzenhimmel, war so ein Augenstern und Schnüggel. Auf Menschen (Männer) bezogen kann „Schnüggel“ aber auch bedeuten, dass wir den Typen süß (oder „härzig“), gleichzeitig aber auch heiß und attraktiv finden – so hat jedenfalls einer meiner beiden Brüder das Wort verwendet. Er hat mich nämlich immer, wenn ich (das ist schon lange her!) einen neuen (mehr oder weniger) festen Freund hatte, gefragt: „Isch äs e Schnüggel?“ Dazu muss man wissen, das mein Bruder schwul war und wir uns deshalb so herrlich über Männer unterhalten konnten… zum Glück war unser Männergeschmack verschieden und so blieb es bei lustigen Diskussionen, die sich dann – zum Beispiel am Beckenrand des Schwimmbads – so anhörten: „Lueg emol dä dört ähne: das isch doch e Schnüggel“, sagt mein Bruder zum Beispiel, wenn ein hübscher Blonder vorbeikrault. Ich habe dann meist geantwortet: „Nei, dä isch doch blond…! Lueg lieber emol dä dört aa, dä mit dem dunkle Hoor…!“ Zum Glück haben dann Äußerlichkeiten bei unserer Partnerwahl keine so große Rolle mehr gespielt: mein Bruder war bis zu seinem allzu frühen Tod mit einem Mann mit schönen blauen Augen zusammen und ich habe mich für einen Mann entschieden, der mich zwar nicht mit seinen Schwimmkünsten beeindrucken konnte, aber dafür mit anderem… Wahrscheinlich kommt das Wort „Schnüggel“ von „schnusig“, was so viel wie „härzig“ bedeutet – das Wort „schnusig“ verwende ich allerdings nicht.
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bei uns würde man wohl Schnuckel sagen 🤔, aber Schnüggel gefällt mir sehr
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