Schmonzette

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Neulich ist mir in meiner Lieblingsbuchhandlung das Wort „Schmonzette“ begegnet. Auch wenn ich das Wort – so glaube ich das zumindest – vorher noch nie gehört hatte, war mir sofort klar, was damit gemeint ist: irgendeine meist überkandidelte, immer aber kitschige und romantische Geschichte, in der alle ihre Berufung finden und sich alles auf wundersame Weise fügt – kurz: in der zum Schluss einfach alles gut wird und alle glückich sind (am besten noch mit ganz viel rosa Zuckerguss oben drauf).

Meiner eigenen, oben stehenden Definition möchte ich jetzt aber („sicherheitshalber“) noch jene des Dudens zur Seite stellen. Der schreibt zu „Schmonzette“: „wenig geistreiches [kitschiges] Stück, albernes Machwerk“ (duden/Schmonzette, zuletzt abgerufen am 25. Nov. 2025).

Die Bezeichnung gibt es nicht nur für Bücher, sondern auch für Filme, wie im Filmlexikon der Uni Kiel nachzulesen (filmlexikon.uni-kiel.de/schmonzette, zuletzt abgerufen am 25. Nov. 2025): „Im Jargon der Cineasten eingebürgerte, eher abfällig gebrauchte Bezeichnung für ein ebenso sentimentales wie prätentiöses Stück. Meist als verniedlichend-distanzierende Umschreibung von „Kitsch“ mit einem oft nicht zu übersehenden Appell, den Film als – minderwertige und lächerliche – Parodie zu lesen.

Zur Herkunft des Wortes schreibt www.wortwuchs.net (zuletzt abgerufen am 25. Nov. 2025) folgendes: „Der Begriff leitet sich vom jiddischen Nomen schmon­zes ab, was sich in etwa mit Gelaber, leere Worte oder auch Geschwätz übersetzen lässt. Der Ursprung dieses Wortes ist nicht eindeutig geklärt, wahrscheinlich ist aber, dass es eine Nähe zu Schmus gibt. Das Nomen Schmus meint das mit vielen (überflüssigen) Worten verbundene Gehabe. Demnach liegt der Ursprung der Schmonzette also in jedem Fall in einem Wort, das synonym für leeres oder überflüssiges Gerede gebraucht wird, wodurch das Minderwertige unterstrichen wird.

Kitschig oder nicht: manchmal ist eine Schmonzette für mich aber doch genau die richtige Lektüre für einen tristen, verregneten Winterabend – wobei das Wort „Lektüre“ hier vielleicht nicht die richtige Bezeichnung ist…!

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Ein Gedanke zu „Schmonzette“

  1. Oh, das ist interessant. Den Begriff „Schmonzes“ verwende ich nämlich gerne, weil es davon gefühlt immer mehr gibt: „So ein Schmonzes …“ wäre ein Satz, der meine Meinung des Tages häufig zusammenfasst (den Begriff habe ich wahrscheinlich von meinem Vater als Kind aufgeschnappt)

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