Der Zauber von Büchern

(Dieser Beitrag ist der letzte in der Serie „Berührende Bücher“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Noch mehr berührende Bücher“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Einmal mehr habe ich Bücher vor mir liegen, über die ich gerne schreiben möchte, beim Schreiben aber dann feststelle, dass ich den Zauber, den diese Bücher beim Lesen entfalten, einfach nicht beschreiben und zum Ausdruck bringen kann. Deshalb werde ich mit diesem Beitrag die Serie „Berührende Bücher“ abschließen. Ich werde in diesem Beitrag noch einmal eine ganze Reihe von Büchern von einer meiner Lieblingsautorinnen vorstellen. In den – mit diesem Beitrag – dreißig Beiträgen habe ich dann rund hundertzwanzig Bücher vorgestellt und oft habe ich beim Lesen schon daran gedacht, dass ich darüber schreiben könnte.

In diesem letzten Beitrag der Serie „Berührende Bücher“ möchte ich drei Buchreihen der Autorin Patricia Koelle vorstellen. Das passt wunderbar, denn ihre Bücher sind wirklich sehr berührend.

Die erste Reihe, die ich nicht nur komplett gelesen habe (allerdings nicht in der vorgesehenen Reihenfolge) und die auch immer noch in meinem Bücherregal steht, war „Die Inselgärtenreihe“, welche von 2020 bis 2022 erschienen ist. Wir begegnen in dieser Reihe zum ersten Mal der Journalistin Remy, die davon träumt, eine Reihe von Gärten zu schaffen, um all den selten gewordenen Insekten ein Zuhause zu geben.

Im ersten Band „Die Zeit der Glühwürmchen“ wird sie durch einen alten Sekretär mit Bildern von Glühwürmchen, Schmetterlingen, Bienen und Libellen dazu inspiriert. Zum Ende des Buches lernt sie auch ihren Halbbruder kennen, der in weiteren Büchern und Reihen dabei sein wird.

Der zweite Band „Das Lächeln der Libellen“ beginnt mit zwei verschiedenen Geschichten, die im Zimmer eines Krankenhauses zusammenfinden. Juna und Linnea haben beide einen Unfall in Österreich und werden so zuerst zu einer Zweckgemeinschaft, bis sie entdecken, dass sie sich gegenseitig helfen können. Juna hat nämlich einen Anhänger in Form einer goldenen Libelle geerbt, der an seinen Bestimmungsort zurücksoll, von dem sie aber nicht sehr viel weiß… schließlich reisen die beiden zusammen nach Hiddensee, wo sie nicht nur ein versunkenes Kloster entdecken, sondern noch ganz viel mehr… und Remy einen weiteren Garten „bekommt“.

Eine Reise in die Vergangenheit ist der Band 3 mit dem Titel „Die Träume der Bienen“. Sila, Berlinerin durch und durch, erbt einen Hof im Oderbruch. Lexi betreut auf Fehmarn einen alten Garten (und eine Kolonie Seepferdchen). Was die beiden miteinander zu tun haben? Beide sind in ihren Leben nicht glücklich, doch als sich ihre Wege kreuzen, stellen sie fest, dass sie sehr viel mehr gemeinsam erreichen können, als anfangs gedacht…

Das Geheimnis der Grashüpfer“ – so heißt der vierte Band – wird eigentlich schon auf der Rückseite des Buches gelüftet: „Grashüpfer können überallhin springen, aber nicht über ihren eigenen Schatten – das können nur die Menschen.“ Auch hier sind es wieder zwei Frauen, die sich erst nicht kennen, deren Leben sich dann aber verweben und auch diese entdecken, dass es manchmal den Mut zur Veränderung braucht, um gemeinsam mehr zu erreichen. Diesmal entführt uns Patricia Koelle auf die Insel Usedom und nach Brandenburg.

Der fünfte Band „Die Hoffnung der Marienkäfer“ hat mich besonders angesprochen, weil auf dem Titel der Leuchtturm der Insel Poel abgebildet ist. Dorthin „verschlägt“ es Leonie, die nach einer Kur auf die Insel zieht, um sich um ein Haus zu kümmern, das den Inselgärten gespendet wurde. Anfangs fühlt sie sich dort gar nicht wohl, doch dann trifft sie Kaia und ihr weiterer Lebensweg entwickelt sich nach und nach…

In der „Glückshafenreihe“ treffen wir wieder auf Remy und Kapitän Flömer, die beide bereits in der Inselgärtenreihe eine wichtige Rolle spielen. Der Kapitän hat sich für seine Nachkommen, zu denen auch Remy gehört, ein besonderes Spiel ausgedacht. Im Laufe seines Lebens hat er mehrere Flaschenschiffe gebaut und diese an verschiedenen Stationen seines Lebens versteckt: an Orten, mit denen er stark verbunden war oder wo Menschen leb(t)en, mit denen er stark verbunden war.

Im ersten Band „Flaschenpost vom Leben“, der im Jahr 2024 erschienen ist, bekommt die eltern- und heimatlose Schriftstellerin Pixie von Remy den Auftrag, das erste Flaschenschiff zu suchen. Bei ihrer Suche entdeckt sie einen alten Gulfhof am Meer, der ihr bald ans Herz wächst – ebenso wie seine Bewohnerinnen und Bewohner. Am Ende hilft Pixie dem Hof, der in Schwierigkeiten steckt, findet auch das Flaschenschiff und weiß nun endlich, wohin ihre eigene Reise in der Schriftstellerei gehen soll.

Der zweite Band „Wolkenschiffe tragen Dich“ (erschienen 2025) knüpft praktisch nahtlos an den ersten. Elin, die wir bereits aus dem ersten Band kennen, ist nach ihrem erfolgreichen Studienabschluss frustriert, weil sie ihre beruflichen Pläne nicht realisieren kann. Sie sucht dabei Zuflucht auf dem Gulfhof, den wir ebenfalls bereits aus dem ersten Band kennen. Schließlich trifft sie auf Tönjes, der ein weiteres Flaschenschiff suchen soll, dazu aber überhaupt keine Lust hat. Mit Elin an seiner Seite bricht er dann doch noch zur Suche auf. Gemeinsam reisen sie den verschiedenen Hinweisen nach, bis ihre Suche endlich von Erfolg gekrönt ist. (In diesem Band habe ich übrigens das allerliebst klingende Wort „Stehrumskens“ entdeckt, über das ich in der Serie Sprache schreibe.)

Ebenfalls in diesem Jahr (2025) ist der dritte Band „Wohin die Wünsche fließen“ erschienen. Rixa, die auf dem bereits bekannten Gulfhof aufgewachsen ist, findet nach Jahren wieder zurück zu ihren Wurzeln. Da sie nicht mit leeren Händen ankommen möchte, überzeugt sie Remy davon, das dritte Flaschenschiff suchen zu dürfen. Die Spur führt sie nach Cuxhaven, wo sie Rufus trifft, den Halbbruder von Remy, der sie bei ihrer Suche unterstützt. Als sie auch noch auf die Glaskünstlerin Kira trifft, eröffnen sich ihr ungeahnte Möglichkeiten und sie findet ihre Berufung. Spuren von Flömer, dem Kapitän und Erbauer der Flaschenschiffe, findet sie auf einem Obsthof im alten Land und auf seinem ehemaligen Boot – und auch ein Klabautermann spielt bei der Suche eine Rolle… was es allerdings mit dem Wort „flömern“ auf sich hat, das lest ihr am besten selber in einem dieser schönen Romane…!

Gespannt bin ich nun auf den vierten Band „Der Wind in unseren Segeln“, der für den März 2026 angekündigt ist, denn die bisherigen drei Bände haben mir wirklich gut gefallen, weil ich es interessant finde zu beobachten, wie sich das Leben entwickelt und entfaltet, wenn wir uns nur darauf einlassen (können).

Es gibt auch noch eine Nordsee-Trilogie und eine Ostsee-Trilogie, die allerdings schon ein paar Jahre älter sind. Wenn ich mich richtig erinnere, dann habe ich vor Jahren die drei Bände der Ostsee-Trilogie gelesen. Sie haben mich aber nicht nachhaltig überzeugt, denn sie stehen nicht mehr in meinem Bücherregal. Danach ging die Autorin irgendwie vergessen, bis sie mir vor ein paar Monaten mit dem Buch „Das Lächeln der Libellen“ der Inselgärtenreihe wieder begegnet ist und ich danach die anderen hier beschriebenen Bände und Reihen gelesen (oder sie mir zumindest besorgt) habe.

Denn auf meinem Stapel der noch zu lesenden Bücher liegt eine weitere Reihe von Patricia Koelle: Die Sehnsuchtswaldreihe. In den Jahren 2022 bis 2024 erschienen die vier Bände „Das Licht in den Bäumen“, „Das Glück in den Wäldern“, „Das Leuchten der Blätter“ und „Der Klang des Windes“. Ich freue mich schon darauf!

In einem anderen Verlag hat Patricia Koelle unter dem Namen Patricia Koelle-Wolken noch das Buch „Der Garten der kleinen Wunder“ veröffentlicht, das allerdings ebenfalls noch auf meinem Stapel mit den zu lesenden Büchern liegt… aber vielleicht habe ich ja jetzt wieder mehr Zeit zum Lesen, wenn ich mit meinen Gedanken während des Lesens nicht mehr bereits beim Schreiben bin…

P.S. Auch wenn ich die Serie „Berührende Bücher“ hiermit schließe, heißt das ja nicht, dass ich nicht andernorts über Bücher schreiben kann. Wie oben ja bereits erwähnt, habe ich das Wort „Stehrumskens“, über das ich in der Serie Sprache schreibe, ja aus einem Buch von Patricia Koelle. Das Wort „Pareidolie“ (mehr dazu in der Serie Sprache im Beitrag „Ein seltsames Wort“) habe ich ebenfalls aus einem Buch, über das ich im Beitrag „Der Dachschaden ist nicht das Problem“ schreibe. Und aus dem Buch, das ich im Moment lese, werde ich den nächsten Beitrag in der Serie Sprache schreiben, mit dem Titel „Der Reisläufer“.

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