(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“ und behandelt die 19. „Oder-Frage“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Bei dieser „Oder-Frage“ kann ich auf die Schnelle schon mal eine erste (richtige?) Antwort geben: Im meiner Muttersprache, also im Schweizer Dialekt, sage ich auf jeden Fall „dräckig“ – ich räume also „s’dräckige Gschirr in Gschirrwäscher“, während ein hochdeutsch sprechender Kollege „das schmutzige Geschirr in den Geschirrspüler“ räumen würde. (Was eigentlich schon die nächste „Oder-Frage“ aufwirft: waschen oder spülen?!).
Aber zuerst zum – hochdeutsch natürlich – „dreckig“ (und nicht „dräckig“) geschriebenen Wort beziehungsweise zu seinem schmutzigen Kollegen: Dreckig und schmutzig werden als Synonyme im Duden aufgeführt. „Dreckig“ ist allerdings umgangssprachlich, während „schmutzig“ als gehobener betrachtet wird. Dies gilt allerdings nicht für die abwertenden Bedeutungen, die „schmutzig“ auch noch haben kann. Das wären nämlich „frech, respektlos, unverschämt“, „unanständig, obszön, schlüpfrig“ und „in moralischer Hinsicht sehr zweifelhaft, anrüchig; unlauter“. (duden.de/dreckig und duden.de/schmutzig, zuletzt abgerufen am 10. Nov. 2025)
Für die Substantive „Dreck“ und „Schmutz“ gilt übrigens dasselbe. Interessant ist noch der Hinweis zur Wortherkunft von „Dreck“: mittelhochdeutsch, althochdeutsch drec, ursprünglich = Mist, Kot (duden.de/Dreck, zuletzt abgerufen am 10. Nov. 2025). Auch bei „Schmutz“ wird die Herkunft aufgeführt: „spätmittelhochdeutsch smuz, ursprünglich = Feuchtigkeit, feuchter Schmutz“ und wer Deutsch lernen möchte (ich musste zum Glück bei meiner Einbürgerung keinen Deutschtest machen – mein Mann ist nämlich noch heute davon überzeugt, dass ich diesen nie und nimmer bestanden hätte…!), für den ist vielleicht folgende Information noch wichtig: „Dieses Wort gehört zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1“ (duden.de/Schmutz, zuletzt abgerufen am 10. Nov. 2025)
Bemerkenswert finde ich allerdings noch folgendes: das Wort „Schmutz“ exisitiert im Schweizer Dialekt durchaus, hat da aber nichts mit Dreck und dergleichen zu tun, sondern bedeutet schönerweise „Kuss“… mmh, ist das jetzt vielleicht zu anrüchig?!
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