Noch mehr vom Dialekt

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Und es wird weiter aufgeräumt (mehr dazu in den Beiträgen „Kopf und Kragen“ und „Hinter oder vor dem Mond“)! In meiner Sammlung zur Serie Redewendungen habe ich die folgenden Notizen gefunden, bei denen es sich um lokale Unterschiede handelt. Die meisten dieser Redewendungen werde ich im Dialekt aufführen, eben so, wie ich sie ausspreche. Und da ich bereits im Beitrag „Was steckt im Dialekt?“ über Redewendungen im Dialekt geschrieben habe, gibt es hier und heute eben „noch mehr vom Dialekt“:

Während ich sage „auch eine blinde Sau findet einmal eine Eichel“ (Basler Dialekt), sagt mein Mann in seinem südbadischen Alemannisch „auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“. Wir meinen beide dasselbe (oder „das gleiche?“ – ich bin mir mal wieder nicht sicher, schaut deshalb einfach in meinem Beitrag „Gleich oder nicht gleich“ nach…), nämlich dass auch mal jemand unverhofft Erfolg haben oder etwas erreichen kann.

Wenn unsere schwarze Katze Lucy den (aufdringlichen) Nachbarskater (lautstark) aus dem Garten verscheucht, erzähle ich abends meinem Mann: „Lucy hat dem Nachbarskater heute wieder einmal gezeigt, wo dr Bartli dr Moscht holt.“ Mein Mann würde hier aber eher sagen, dass Lucy dem Nachbarskater gezeigt hat, wo der Hammer hängt. In beiden Fällen meinen wir damit, dass unsere Katze gezeigt hat, wer in unserem Garten das Sagen hat, der Chef ist.

Manchmal will man seine Ruhe – dann ist es schwierig, wenn man Handwerker hat – aber dann sage ich vielleicht: „Ah, bloos mr doch in d’Schueh!“ (Diesen Ausspruch erkläre ich bereits im Beitrag „So viele Schuhe!“.) Mein Mann hingegen würde sagen: „Bloos mer doch in Hobel!“ Einigen können wir uns auf „rutsch mr dr Buggel ab!“. Und eine Bekannte sagte neulich: „Steig mir auf den Hut!“ Na, dann ist ja alles gut…!

Eine besonders lustige Redewendung aus dem Schweizerdeutschen, die ich zwar nicht selber verwende, da sie vermutlich aus dem Berndeutschen stammt, ist „öpperem ins Pochettli hüülä“, was so viel bedeutet wie „viel jammern, sich beklagen, sich übertrieben ausheulen“. Mit „Pochettli“ ist hier wahrscheinlich das Taschentuch (das Einstecktuch) gemeint und wenn man das jemandem (öpperem) vollheult (hüüla), dann kann es durchaus sein, dass es dieser Person zu viel wird – vielleicht hilft es dann, wenn man dem Jammernden zeigt, wo der Hammer hängt oder ihm einfach sagt: „Bloos mer doch in Hobel!“ Unsere Handwerker hatten allerdings, obwohl Schreiner, keinen Hobel dabei, einen Hut auch nicht, nur das mit den Schuhen würde noch klappen…!

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2 Gedanken zu „Noch mehr vom Dialekt“

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