(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Berührende Bücher“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Noch mehr berührende Bücher“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Wie ich bereits im Beitrag „Noch mehr Lesenswertes“ geschrieben habe, lese ich heute noch gerne Kinder- und Jugendbücher. Das finde ich total entspannend, denn oft kann ich hier ganz einfach in eine heile Welt eintauchen und für eine Weile den Rest der realen Welt vergessen.
Neulich habe ich wieder einmal zu den Bänden von Else Urys „Professors Zwillinge“ gegriffen. Else Ury hat diese Reihe in den 1920er-Jahren geschrieben (meine Ausgaben stammen aus dem Jahr 1968). Soweit ich mich erinnern kann hatte meine ältere Schwester die fünf Bände. Ich habe einen Band vor ein paar Jahren auf einem Büchertisch in Heidelberg entdeckt und mich wieder an diese schöne Geschichte erinnert. Wieder daheim habe ich mir dann die restlichen Bände gebraucht im Internet bestellt – und seitdem werden sie immer wieder gelesen.
Im ersten Band „Professors Zwillinge – Bubi und Mädi“ lernen wir die Zwillinge Suse und Herbert kennen, die von allen nur Bubi und Mädi genannt werden. Sie wohnen in einer großzügigen Wohnung in Berlin, der Vater forscht an der Universität auf dem Gebiet der Sternkunde und hat daheim auf dem Balkon ein riesiges Fernrohr stehen, dass aber auf keinen Fall angefasst werden darf – was Bubi gar nicht toll findet…! Doch dieses Fernrohr ist so beeindruckend, dass sie es im Park im Sandkasten nachbauen, sehr zum Erstaunen der Erwachsenen (und der anderen Kinder). In der Park werden sie meist von ihrer geliebten Kinderfrau Frau Annchen begleitet. Am Ende des ersten Bandes dürfen Bubi und Mädi mit ihren Eltern in den Schwarzwald fahren, wo die Großeltern (die Eltern der Mutter) wohnen. Die lange Reise im Zug ist aufregend – noch aufregender ist das Geschenk, das Bubi (Herbert) am Ende des Besuches erhält: ein kleiner Hund, der fortan Bubi genannt wird und den großen Bubi durch die restlichen Bände begleitet.
Der zweite Band „Professors Zwillinge – In der Waldschule“ startet in der Schule. Als die Kinder nach Hause kommen, ist die Mutter sehr traurig, denn der Vater wird an die Sternwarte in Neapel berufen. Die Eltern beschließen, dass der Vater vorerst alleine reist und die Mutter mit den Kindern (und den Angestellten) in Berlin bleibt. Da es sich bei der Wohnung aber um eine Dienstwohnung handelt, werden auch Bubi und Mädi – inzwischen zehn Jahre alt und jetzt bei ihren richtigen Namen Herbert und Suse genannt – umziehen. Die neue Wohnung liegt in der Nähe einer Waldschule, einer Schule – wie es der Name schon sagt, die im Wald liegt und der nach Möglichkeit auch draussen unterrichtet wird. Hier erleben die Zwillinge ein schönes Jahr: mit Schulausflügen, lustigen Schulstunden, Zeit beim Gärtnern – und ihren neuen Freundinnen und Freunden. Am dieses Bandes wird klar, dass der Vater vorläufig nicht zurückkommt – und deshalb die Zwillinge nach Italien übersiedeln – welch große Aufregung!
Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass der dritte Band deshalb „Professors Zwillinge – In Italien“ heißt. Die Zeit in Neapel ist aufregend: erst müssen die Zwillinge italienisch lernen, da sie auf italienische Schulen gehen werden – ja, genau Schulen. Zum ersten Mal in ihrem Leben werden sie getrennt: Suse, jetzt Susa genannt, besucht eine Mädchenschule, während Herbert, Erberto, in ein Gymnasium wechselt. Die Sommerferien verbringen sie mit den Eltern auf Capri, einmal fahren sie hinauf auf den Vesuv. Sie besuchen den Hafen von Neapel und das berühmte Aquarium – Herbert ist ein Tiernarr – und erleben sogar ein Erdbeben. Unerwartet bekommen sie Besuch von Onkel Ernst, von den Zwillingen nur Onkel Spaß genannt, der eine Doktorarbeit über Pompei schreibt. Und zu Herberts Bubi gesellt sich nun Suses Mia, eine weiße Katze, welche Suse von der Haushälterin bekommen hat. Als das Jahr zu Ende geht, heißt es allerdings schon wieder Abschied nehmen: der Vater wird als Leiter für das neue Planetarium nach Göttingen berufen und so geht es wieder zurück nach Deutschland.
Damit halten die Zwillinge im vierten Band Einzug ins „Sternenhaus“, wie auch das Buch heißt („Professors Zwillinge – Im Sternenhaus“). Inzwischen sind sie es sich gewohnt, nicht mehr wie früher alles gemeinsam zu machen – was manchmal bei den Eltern, wie auch bei der Omama, die nun bei ihnen wohnt, für Irritationen sorgt. Auch hier gibt es wieder lustige Zwischenfälle, sie feiern Wiedersehen mit ihrem Freund „Paulchen“ aus der Waldschule, lernen schwimmen und die Arbeit ihres Vaters genauer kennen. Dazwischen sorgen Hund Bubi und Katze Piccola (Nachwuchs von Mia) für Aufregung und als Suse am Blindarm operiert werden muss, sind alle sehr in Sorge.
Der fünfte Band „Professors Zwillinge – Von der Schulbank ins Leben“ schließt die Reihe ab. Die Zwillinge sind jetzt richtige Teenager, rauchen die erste Zigarette, beginnen mit Tennisspielen und fühlen sich schon ganz „erwachsen“, was Herbert aber nicht von weiteren Streichen abhält, während Suse sich um eine alleinstehende alte Frau kümmert. inzwischen sind die von Herbert despektierlich als „Martins-Gänse“ bezeichneten Zwillinge Inge und Helga Martin Suses beste Freundinnen. Beide Väter sind Professoren an der Universität und so werden immer wieder gemeinsame Ausflüge unternommen. Nach dem Abitur beginnt Herbert in Berlin Zoologie zu studieren, während Suse in Stuttgart eine Ausbildung zur Gärtnerin macht. Beide Neigungen haben sich schon früh abgezeichnet. Am Ende des Buches sind beide verheiratet und stehen nun mitten im Leben.
An dieser Reihe gefällt mir besonders gut, dass diese liebenswerten Zwillinge hier über fünf Bände vom Kleinkind bis zum Erwachsenen begleitet werden – mit allen Höhen und Tiefen, natürlich idealisiert, aber deshalb umso entspannender und wohltuender zum Lesen!
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Beim Lesen der Beschreibungen recht häufig heftig sehnsüchtig geseufzt…
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Dann einfach die Bücher lesen! Gibt es für ein paar wenige Euro gebraucht im Netz…. oder ich leihe sie Dir aus, falls Du in der Nähe wohnst 🙂
Oder ab in die Bibliothek? Weiß aber nicht, ob die noch so alte Sachen haben…
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werde sie mir über booklooker bestellen, liebe Grüße
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Schön! Ich glaube dort habe ich sie auch bestellt. 🥰
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