(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Da wir die Handwerker im Haus haben, bin auch ich fleißig und mache mich wieder einmal ans Aufräumen – in den Entwürfen meiner Blogbeiträge. Im Ordner „Serie Redewendungen“ warten mehr als zehn Beiträge aufs Schreiben und veröffentlicht werden, darunter der über Redewendungen zu den Stichworten „Kopf“ und „Kragen“.
Bevor ich mich jetzt hier um Kopf und Kragen schreibe, starte ich mit der Redewendung „sich um Kopf und Kragen reden“: auch wenn der Duden Redewendungen hier als Bedeutung „durch unvorsichtiges Handeln/Reden sein Leben, seine Existenz verlieren“ (umgangssprachlich) angibt, denke ich, dass die Verwendung heute auch in abgeschwächter Form verwendet wird. Ich kann mich an eine Stelle aus dem Buch Marzipanmädchen erinnern (ich schreibe darüber im Beitrag „Marzipan“) erinnern, als der Junggeselle Thomas zum „Marzipanmädchen“ Marie sagt: „Heute rede ich mich um Kopf und Kragen“ und es ging dabei darum, dass er ihr einiges aus seiner Vergangenheit erzählt und ihr auch seine Liebe gesteht. Die Herkunft dieser Redewendung ist weniger romantisch, denn sie stammt aus dem Mittelalter, als Hingerichtete meist geköpft wurden – wenn sie also redeten, setzten sie ihr Leben aufs Spiel. Dieselbe Herkunft hat übrigens auch „Kopf und Kragen riskieren“. Im Duden Redewendungen gibt es übrigens zum Stichwort „Kopf“ rund sechs Seiten mit Redewendungen!
Es kommt ja immer wieder vor, dass man mal einen dicken Hals bekommt (ich schreibe dazu in etwas anderem Zusammenhang im Beitrag „Die ungeweinten Tränen“) und deshalb habe ich mich auch gefragt, ob einem der Kragen platzt, wenn man einen dicken Hals bekommt?!
Aber von vorne: „wenn jemandem der Kragen platzt“ ist damit salopp gemeint, dass „jemand so wütend wird, dass er die Beherrschung verliert“. Als Herkunft schreibt der Duden Redewendungen folgendes: „Das sprachliche Bild veranschaulicht plastisch, dass im Zustand der Wut die Halsadern anschwellen und man folglich seinen Kragen als zu eng empfindet.“ (Quelle: Duden Redewendungen, S. 438)
„Einen dicken Hals bekommen“ meint umgangssprachlich mehr oder weniger das gleiche, nämlich wütend sein/werden. Auch hier bezieht sich die Bildlichkeit auf das Anschwellen der Halsadern im Zustand zorniger Erregung. (Quelle: Duden Redewendungen, S. 312)
Also kann man die Frage, ob einem der Kragen platzt, wenn man einen dicken Hals bekommt, durchaus mit „Ja“ beantworten… Übrigens gibt es bei Kragen nur rund zehn Redewendungen im Duden, bei Hals sind es wiederum rund drei volle Seiten!
Und bevor ich hier jetzt nach dem Schreiben dieses Beitrags „auf dem Zahnfleisch gehe“, nur noch kurz diese eine Redewendung: Sie bedeutet „in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Lage sein“ oder auch „völlig erschöpft sein“. Zum Stichwort „Zahnfleisch“ gibt es übrigens nur diese eine Redewendung im Duden!
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2 Gedanken zu „Kopf und Kragen“