(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Auch auf den Hüllen unserer (alten) Schallplatten – wie wir auf die Schallplatte gekommen seid, beschreibe ich im Beitrag „Vinyl-Freude“ – entdecke ich immer wieder interessantes für meine Serien. Diesmal war es folgender Satz:
„Das Überspielen oder Mitschneiden unserer Schallplatten auf Band oder Draht zu gewerblichen Zwecken ist unzulässig.“
So zu lesen auf einer Schallplatte aus dem Jahr 1971. „Auf Band“ verstehe ich ja noch, auf Tonband wird hier wohl gemeint sein, aber „auf Draht“? Mein Mann meint dazu, es sei früher (auch) möglich gewesen, auf Draht aufzunehmen – tatsächlich finde ich dazu einen interessanten Artikel (und Bilder) auf Wikipedia zum „Drahttongerät“ (zuletzt abgerufen am 3. Mai 2025). Ich frage mich aber, ob wohl die Redewendung „auf Draht sein“ daher kommt? Und schon ist die Idee zu diesem Blogbeitrag geboren…!
Mit dem Draht des Drahttongeräts hat die Redewendung aber dann doch nichts zu tun, wie der Duden Band 11 (Redewendungen) auf Seite 169 schreibt:
„Auf Draht sein“ bedeutet umgangssprachlich wachsam sein, aufpassen und im entscheidenden Augenblick richtig handeln. Der Ursprung dieser Redewendung ist nicht sicher geklärt, obwohl sie erst im 20. Jahrhundert aufgekommen ist. Am ehesten ist von „Draht“ in der Bedeutung von „Telegrafendraht, Telegraf“ auszugehen (vergleiche dazu das veraltete „drahten“ = telegrafieren). Die Redewendung hätte dann ursprünglich bedeutet, dass jemand (für Geschäftsabschlüsse und Dienstleistungen) ständig telegrafisch zu erreichen ist.
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