(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Nach dem Beitrag „Bergpoststrasse“ ist mir in den Sinn gekommen, dass es im Straßenverkehr ja noch mehr interessante Begriffe gibt, unter anderem auch solche, die mit einem Männernamen kombiniert werden (ich werde dem gleich nachgehen). Das besondere an der Bergpoststrasse ist es ja, dass hier nicht nur Polizei, Feuerwehr und Sanität ihr (Martins-)horn erklingen lassen dürfen, sondern eben auch das Postauto sein (Post-)horn, was eine absolute Ausnahme ist.
So bin ich auf das Martinshorn gekommen – und kurz darauf ist mir auch noch der Begriff Andreaskreuz eingefallen…
Das Martinshorn
Interessant ist die Herkunft des Begriffes Martinshorn: Wer glaubt (geglaubt hat), es hat etwas mit dem heiligen Martin zu tun, muss ich hier leider enttäuschen, die Namensherkunft ist deutlich profaner!
„1932 hat dann die Firma Max Martin zusammen mit Feuerwehr und Polizei ein Signal für Einsatzfahrzeuge entwickelt. Die Firma hat sich das Wort „Martin-Horn“ schützen lassen. Und umgangssprachlich ist ein „s“ dazugekommen, deswegen sagen wir heute Martinshorn.“ (Quelle: www1.wdr.de, zuletzt abgerufen am 14. April 2025)
Die Firma produziert auch heute noch das (welt-)bekannte Horn – der Begriff „Martin-Horn“ ist sogar eine geschützte Marke und auch „Made in Germany“. Die Firma hat am Standort Philippsburg ca. 45 Mitarbeitende (Montage, Werkstatt, Verwaltung). Sie produziert auch noch weitere Signaltrompeten und Rufhörner. (Quelle: www.maxbmartin.de, zuletzt abgerufen am 14. April 2025)
Das Andreaskreuz
Das Andreaskreuz ist den meisten sicher von (ungesicherten) Bahnübergängen bekannt – und ja, hier hat der Apostel Andreas bei der Namensgebung Pate gestanden.
Die Form ist ein Kreuz mit zwei diagonal verlaufenden sich kreuzenden Balken (Quelle: wiki/Andreaskreuz, zuletzt abgerufen am 14. April 2025)
Die Herkunft des Namens ist nicht ganz eindeutig, ich nehme hier die Beschreibung der Internetseite strassenschilder.de/andreaskreuz (zuletzt abgerufen am 14. April 2025):
„Der Ursprung des Symbols liegt weit vor unsere Zeitrechnung zurück und kann heute nicht mehr genau bestimmt werden. Die gekreuzten Hölzer begegnen uns als Symbol des Feueropferaltars (z.B. in der Darstellung der Opferung Isaaks), als griechischer Buchstabe Chi (Symbol für Christus) sowie als die römische Zahl 10. Den Namen gab dem markanten Zeichen laut Berichten aus dem 4. Jahrhundert der Apostel Andreas. Als einer der ersten 4 Apostel Jesu in der biblischen Geschichte, folgte der Fischer aus Bethsaida am See Gennesaret dem Messias. Nach dessen Tod predigte er laut Überlieferung in zahlreichen Städten und Regionen, bis er, zu Zeiten Neros an einem Kreuz mit schräg zulaufenden Balken (Andreaskreuz) hingerichtet wurde. Der überlieferte Todestag am 30. November ist heute sowohl in der römisch-katholischen als auch in der orthodoxen Kirche der Tag des heiligen Andreas. Die Reliquien des Andreaskreuzes werden in der Kirche des heiligen Andreas in Patras aufbewahrt.“
Es wird interessanterweise nicht nur bei Bahnübergängen verwendet, sondern dient auch für andere Verkehrsschilder und als Gefahrensymbol (siehe auch strassenschilder.de/andreaskreuz, zuletzt abgerufen am 14. April 2025).
Und was hat es jetzt mit „Ein Kreuz mit dem Horn“ auf sich? In unregelmäßigen Abständen ist bei uns in der Straße immer mal wieder das Martinshorn zu hören, sei es, dass der Notarzt oder der Krankenwagen vorbeirast oder die Polizei unterwegs ist. Manchmal komme ich mir vor wie in New York! Als ich dort mal eine Freundin besucht habe, hat gefühlt die ganze Zeit – Tag und Nacht – irgendwo eine Sirene geheult. Aber jetzt wohne ich auf dem Land! Doch es geht hier eben – leider! – auch nicht mehr immer beschaulich zu, denn als ich eines Nachmittags am Computer sitze, höre ich plötzlich draußen einen dumpfen Knall.
Es ist etwa Mitte November, deshalb denke ich: „Für Silvesterfeuerwerk ist es noch etwas früh!“ Aber manchmal können die Kinder und Jugendlichen ja nicht warten und müssen schon vorher „knallen“… als allerdings kurz darauf das Martinshorn zu hören ist und die Feuerwehr mit Blaulicht angerast kommt und zwei Häuser weiter anhält, wird mir doch etwas mulmig zumute… Drehleiter, mehrere Löschfahrzeuge, Einsatzfahrzeuge – ich zähle etwa vierzehn Feuerwehrautos, von Rauch oder Feuer ist allerdings weit und breit nichts zu sehen. Als ich vors Haus gehe, stehen da ein paar Kinder und schauen ganz gespannt zu, wie zwei Feuerwehrmänner von der Drehleiter aus den Schornstein eines Nachbarhauses inspizieren und mir fällt auf, dass der ganz schwarz ist (das Dach darunter übrigens auch) und oben ein Stück fehlt. Auf meine Frage, was denn da los sei, berichten die Kinder ganz aufgeregt, dass ihre Mutter gesehen hätte, wie aus dem Schornstein eine Flamme hervorgeschossen sei und sie die Feuerwehr gerufen hat. Inzwischen deutet aber außer dem riesigen Feuerwehr-Aufgebot nichts mehr auf eine gefährliche Situation hin. So gehe ich wieder ins Haus, aber da es rundherum blau blinkt, fällt es mir schwer, mich wieder auf mein Schreiben zu konzentrieren! Und natürlich kommen auch die Erinnerungen an die Nacht im Hotel mit dem Feueralarm… irgendwann kommt mir in den Sinn, meinen Mann vorzuwarnen, damit er beim Heimkommen von der Arbeit nicht erschrickt, wenn vor unserem Haus die Feuer steht! Einmal ist er nämlich nach einem Sturm nach Hause gekommen, und da war auf Höhe unseres Hauses die Straße von der Feuerwehr gesperrt, weil ein paar Häuser weiter ein Baum auf eine Seitenstraße gestürzt war – und da hat er sich ordentlich erschrocken! Später erfahren wir dann, dass es ein Kaminbrand war und die Feuerwehr noch die ganze Nacht Brandwache im Wohnzimmer des betroffenen Hauses hielt. Und noch später erfahren wir, dass besagter Nachbar unerlaubter Weise dauernd Paletten in seiner Heizung verbrennt… Sache git´s!
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