(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Schon im Beitrag „Musik in meinen Ohren“ habe ich darüber geschrieben, dass in meinem Kopf manchmal ganz ohne mein Zutun Musik „läuft“ – manchmal sogar Songs, die ich gar nicht gut kenne oder – was noch schlimmer ist! – Songs, die ich nicht einmal gut finde! Manchmal denke ich, dass an mir eine (gute) Jukebox verloren gegangen ist (und wie ich das Wort „Jukebox“ schreibe, denke ich, das wäre auch noch ein gutes Wort für diese Serie – ist auf meiner Liste notiert…!).
Auch dieser Beitrag würde natürlich gut zu meiner neuen Serie „Vinyl-Freude“ passen, aber da es sich – wie auch schon beim „Kaltgerätekabel“ – eher um einen Text über die Bedeutung (und Herkunft) des Wortes „Ohrwurm“ handelt, nehme ich ihn zur Serie „Sprache“.
Aber jetzt zur Bezeichnung Ohrwurm: In meinem (alten) Herkunftswörterbuch (Duden Band 7) von 1963 steht dazu: „14. Jhdt.: so benannt, weil das Insekt nach dem Volksglauben gern in Ohren kriecht“. Inzwischen wissen wir ja, dass dem nicht so ist (ich nenne die Tierchen, die bei uns im Garten fleißig Blattläuse fressen, übrigens „Ohregrübler“). Der Duden Band 1 (Rechtschreibung), 25. Auflage, ist da schon „moderner“ und schreibt zum Ohrwurm: (umgangssprachlich auch) für leicht eingängige Melodie. Wikipedia unterscheidet die (nervige) Melodie im Ohr und das Tierchen, welches Blattläuse frisst, folgendermaßen: zur Melodie gehört der Artikel „Ohrwurm“ (zuletzt abgerufen am 31. März 2025) und zum Tierchen der Artikel „Ohrwürmer“ (zuletzt abgerufen am 31. März 2025).
Aber was mich vor allem auch interessiert, ist, warum ich immer mal wieder einen Ohrwurm habe (und vielleicht noch, was man dagegen tun kann). Besonders „anfällig“ sind Menschen, die viel Musik hören (passt!) und besonders anfällig sind wir für eingängige Melodien oder für Lieder, die in irgendeiner Weise emotional beladen sind, positiv oder negativ (stimmt für mich nicht immer). Es können auch Lieder sein, die wir gar nicht mögen, so Prof. Dr. Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Und was hilft nun dagegen? Singen! Aber ja nicht den Ohrwurm! Oder – was sogar wissenschaftlich erwiesen ist – Kaugummi kauen, denn durch die Kaubewegung wird das innere Singen unterbrochen, weil beides parallel nicht möglich ist, so der Professor weiter. (Quelle: www.br.de, zuletzt abgerufen am 31. März 2025)
Was mich etwas ratlos zurücklässt… Kaugummi mag ich nicht und wenn ich immer singen würde, wenn ich einen Ohrwurm habe, dann wäre ich bald so heiser, dass ich nicht mehr singen könnte!
Also weiter recherchieren! Wikipedia (zuletzt abgerufen am 31. März 2025) ist da schon genauer: In der Gedächtnisforschung wurde herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit des „Einschaltens“ (Wiedererinnerung und Festsetzung) eines Ohrwurms dann am größten ist, wenn das Arbeitsgedächtnis wenig ausgelastet ist, zum Beispiel bei Routine-Arbeiten, Autofahren oder Spazierengehen. Ohrwürmer können dann freie Kapazitäten des Arbeitsgedächtnisses besetzen und sich dort festsetzen. Umgekehrt lassen sich Ohrwürmer am besten aus dem Arbeitsgedächtnis vertreiben durch erhöhte andere Anforderungen, wie Rätselaufgaben (etwa Sudoku) oder ein spannendes Buch. Interessanterweise gelingt diese „Vertreibung“ des Ohrwurms nicht oder weniger effektiv, wenn die andere Anforderung zu hoch ist. Wenn die Rätselaufgabe zu schwer ist, wird das Arbeitsgedächtnis nicht erfolgreich beschäftigt und der Ohrwurm behält dort seinen Freiraum. Das ist ja spannend! Und ein Team um Nicolas Farrugia von der University of London hat den Zusammenhang zwischen Ohrwürmern und neuroanatomischen Besonderheiten nachgewiesen. So sind bei Menschen, die besonders häufig Ohrwürmer haben, diejenigen Hirnrindenbereiche im rechten Schläfenlappen kleiner, die für das Musikhören zuständig sind. Eventuell führt die geringere Größe zu einer erhöhten Reizbarkeit dieser neuronalen Netzwerke. Also das finde ich nicht in Ordnung! Da ist mein armes Gehirn schon kleiner, und dann muss es auch noch mehr Ohrwürmer aushalten! Wobei ich immer sage: Größe ist nicht alles…! Ansonsten finde ich die Erklärungen sehr interessant und auf mich zutreffend (außer natürlich das mit der Hirngröße…!).
Auf jeden Fall merke ich gerade, dass mein Gehirn während des Schreibens eines Blog-Beitrages keine Kapazität für einen Ohrwurm hat! Das ist doch schon mal positiv…! Also einfach weiterschreiben – weiterschreiben – weiterschreiben…!
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Zum Glück ist das Beitragsbild kein Ohrwurm (die stelle ich mir nicht sonderlich appetitlich vor), sondern eines von der Sorte „OOOOOOh, wie süß!“ 😉
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Es war gar nicht so einfach, ein passendes Bild zu finden! Ein Ohrwurm lässt sich ja schließlich schlecht fotografieren 😉. Aber jetzt ist mir in den Dinn gekommen, dass ich doch noch ein anderes Bild hätte nehmen können… ich habe noch eines mit einem Spinnenläufer, den finde ich auch nicht gerade appetitlich… kann ich aber vielleicht mal bei einem anderen Beitrag verwenden 😊
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