(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Weil es sich in diesem Beitrag um ein Wort dreht (im wahrsten Sinne des Wortes!), habe ich beschlossen, den Beitrag in die Serie „Sprache“ aufzunehmen, allerdings hat das Wort auch mit meinem neuen Lieblingsthema, nämlich der „Vinyl-Freude“ zu tun… aber lest einfach selbst:
Wir haben ja seit letztem Sommer unseren „gscheiten“ Plattenspieler – übrigens, für diejenigen, die es genau wissen wollen, wir haben einen Music Hall mmf 7.3 in schwarz mit der Nadel „Goldring Eroica LX“ (empfohlen und aufgebaut von schwarzwaldHiFi) – und sind seitdem auf Plattensuche. Da ich außer dem Thriller-Album von Michael Jackson und einer Nena-Platte vom Flohmarkt überhaupt keine Platten besessen habe – ich bin bereits mit CDs groß geworden – und mein Mann auch nur eine Handvoll Jazz-Platten hatte, war unsere Auswahl bisher sehr begrenzt. Wenn man sich dann auf Schallplattenbörsen herumtreibt und Schallplattenläden abklappert, bei denen hauptsächlich Gebrauchtware verkauft wird, stellt sich irgendwann unweigerlich die Frage: Brauchen wir eine Schallplattenwaschmaschine? Wir haben ja zuerst gar nicht gedacht, dass es so etwas überhaupt gibt! Aber nachdem wir langsam in die Szene eingetaucht sind, war uns klar: wenn wir weiterhin so fleißig (gebrauchte) Schallplatten kaufen – allein am vergangenen Wochenende sind auf einer Reise quer durch Deutschland sage und schreibe dreiundsechzig Platten zusammengekommen! – dann kommen wir nicht mehr darum herum. Die erste Schallplattenwaschmaschine ist eine mit Absaugsystem und hat ein (zu) kurzes Kabel. Es ist ein ähnliches Kabel wie bei einem Drucker, so dass wir nicht einfach ein anderes verwenden können (auch wenn wir eine beträchtliche Kabelsammlung im Keller haben, war nichts passendes dabei). Also meint mein Mann, dass wir ein Kaltgerätekabel besorgen müssen, wenn wir das nächste Mal im Baumarkt oder im Bürofachmarkt im nächsten Ort sind. Ein was bitte?! Ein Kaltgerätekabel! Mein Mann fügt noch hinzu: „Das heißt wirklich so!“ Die einfache Erklärung dazu: „Kaltgerätekabel sind Netzkabel für den Anschluss von elektrischen Geräten mit geringer Wärmeentwicklung. Sie unterscheiden sich damit von Warm- oder Heißgerätekabeln, zu finden zum Beispiel an Waffel- oder Bügeleisen oder an großen Laminiergeräten.“ (Quelle: www.conrad.de, abgerufen am 26. März 2025) Aha.
Wir können die Maschine zwar trotzdem benutzen, aber das Kabel steckt dann in einer Steckdosenleiste, welche zwischen Schreibtisch und Fensterbank (wo die Schallplattenwaschmaschine steht), in der Luft hängt. Nicht so toll.
Als ich eine Weile später tatsächlich vorhabe, in den Bürofachmarkt im nächsten Ort zu radeln, weil ich irgendetwas brauche, kommt mit das mit dem Kabel wieder in den Sinn. Auf einem Zettel haben wir bereits notiert, wie lange das Kabel sein sollte, am besten so zweieinhalb bis drei Meter, was für ein solches Kabel ganz schön lang ist, denn normalerweise werden solche Kabel für Drucker verwendet, welche ja meist in der Nähe des Computers (und damit auch eines Stromanschlusses) stehen. Ich nehme sicherheitshalber das zu kurze Kabel mit, damit ich auch ja nichts falsches kaufe. Als ich es dem Verkäufer zeige, meint er, ah, ein Kaltegerätekabel! Ich: „Ja, genau, so hat das mein Mann auch genannt!“ Im Regal gibt es leider keines mit einer solchen Länge, aber der Verkäufer verschwindet in einem Hinterraum und kommt dann mit einem längeren, unverpackten Kabel zurück. Er hält es neben sich und rechnet so aus, dass es in etwa zwei Meter lang sein dürfte. Das ist aber immer noch zu kurz! Ich sage ihm schließlich, dass wir es nicht für einen Drucker benötigen, sondern für eine Schallplattenwaschmaschine, was einen ungläubigen Gesichtsausdruck beim Verkäufer hervorruft. Eine was?! Eine Schallplattenwaschmaschine! So was gibt es? Ja, haben wir anfangs auch nicht gewusst. Er meint dann nur noch, dass er alle seine Schallplatten seinem Sohn gegeben habe, das sei ja wieder im Kommen. Ich amüsiere mich ein bisschen darüber, dass der (auch nicht) gewusst hat, dass es Schallplattenwaschmaschinen gibt und denke: heute hat er auch etwas gelernt…!
P.S. Inzwischen sind wir auf eine Ultraschallmaschine umgestiegen, die ein normales Kabel mit Netzteil hat, welches auch lang genug ist. Somit hat sich das Thema erledigt, ich aber habe ein neues Wort gelernt…! (Und der Verkäufer im Bürofachmarkt auch…!)
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6 Gedanken zu „Kaltgerätekabel“