(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite.)
Wenn ich die Idee zu einer neuen Serie habe, dann fallen mir meist in Kürze ganz viele Wörter und Themen ein, die dazu passen, so dass ich notiere und Entwürfe schreibe „was das Zeug hält“. So war es zum Beispiel mit der Serie Sprache (hier geht es zum ersten Beitrag „Sprache“) und den Deonymen. Zur Zeit schreibe ich auch „was das Zeug hält“, da ich vor ein paar Tagen plötzlich die Idee hatte, im Schnitt zwei Beiträge pro Woche zu veröffentlichen (bisher war es so in etwa einer pro Woche). Da war ich aber bereits im Hintertreffen mit der Anzahl Beiträge und deshalb habe ich mich jetzt „ins Zeug gelegt“, um meine eigene Vorgabe einhalten zu können.
Und schon habe ich zwei Redewendungen gefunden, die ich erklären möchte! Beide werden umgangssprachlich verwendet. „Was das Zeug hält“ bedeutet: in höchstem Maße, mit höchstem Einsatz. Die Redewendung „sich ins Zeug legen“ ist mir übrigens erst beim Schreiben dieses Beitrags in den Sinn gekommen. Sie bedeutet ganz einfach „sich anstrengen“. In beiden Redewendungen steht Zeug das Geschirr, mit dem Pferde und Ochsen angespannt werden. Wenn die Zugtiere hart arbeiten, müssen sie sich mit ihrem ganzen Gewicht ins Geschirr legen und dann wird das Geschirr stark beansprucht und muss viel aushalten. (Quelle: Duden Redewendungen, Band 11, S. 900)
Interessant ist übrigens noch, wofür das Wort „Zeug“ alles steht: umgangssprachlich wird es verwendet für „etwas, dem kein besonderer Wert beigemessen wird, was für mehr oder weniger unbrauchbar gehalten und deshalb nicht mit seiner eigentlichen Bezeichnung benannt wird“ und für „Unsinn, besonders unsinniges Geschwätz“. Veraltet gilt der Gebrauch für „Tuch, Stoff, Gewebe“, „jemandes Kleidung, Wäsche“, „Arbeitsgerät, Werkzeug“ und eben für „Geschirr der Zugtiere“. Und gelernt habe ich hierbei auch noch, dass das Wort „Zeug“ in der Seemannssprache für die „Takelage“ verwendet wird. (Quelle: www.duden.de, zuletzt abgerufen am 18. März 2025.) Übrigens: im meinem Blog gibt es bereits einen Beitrag über das Wort „Takelage“.
Wie ich im Schweizerdeutschen das Wort „Züüg“ (Zeug) verwende, kann ich gar nicht richtig erklären – beim Blick auf das Foto in diesem Beitrag habe ich aber gedacht: „Hän mir au wider e Huffe Züüg drbi!“
#nicolettasamira #Worte_die_verzaubern #blog #serie #redewendungen #zeug #geschirr #takelage #sprache #pferde #ochsen
Ah, so macht das Zeug Sinn 🙂 Das Züüg finde ich ja ganz großartig und überhaupt Schweizerdeutsch. Als Kind dachte ich lange, dass es mir heißt, nicht wir. Könnte auch mit der egoistischen Phase zu tun gehabt haben *gg*. Und was bei uns „a Haufn“ ist bei euch „e Huffe“. Zum Zug sagt ihr dann einfach Zug?
LikeGefällt 1 Person
Danke für Deinen netten Kommentar! Ja, wir sagen einfach Zug, also zum Beispiel „ich gang immer mit em Zug go schaffe“ (ich fahre immer mit der Bahn zur Arbeit), Mehrzahl dann aber schon „Züüg“, allerdings wird das nicht mit zwei ü ausgesprochen wie das Züüg (das Zeug), sondern eher so eine Mischung zwischen ü und ö… ich kann das gar nicht richtig beschreiben! Ich glaube, damit muss man eben aufgewachsen sein 😉
LikeLike