(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Seit ein paar Monaten habe ich die Zeitschrift „Landlust“ abonniert. Neben (für meinen Geschmack) zu vielen Rezepten und Bastel-, Deko- und Handarbeitsideen habe ich in der aktuellen Ausgabe (März/April 2025) aber auch ein paar neue Wörter entdeckt – und mich über die Kolumne auf S. 83 amüsiert, in der es um das Sammeln – oder eben das „Nicht-Sammeln“ geht (mehr dazu in meinem Beitrag „Sammeln“).
Phänologie
Zuerst geht es ums Wetter, genauer um die „Phänologie“ – die „Lehre von den Erscheinungen“. Sie befasst sich mit den wiederkehrenden Entwicklungsphasen von Pflanzen und Tieren. Der DWD (Deutscher Wetterdienst) beschäftigt sich vor allem mit der Pflanzenphänologie. Rund 1000 phänologische Beobachter sind deutschlandweit ehrenamtlich für den DWD tätig. Sie sammeln das ganze Jahr über Informationen über den Blattaustrieb, die Blüte, den Fruchtstand, die Blattverfärbung und den Beginn des Laubfalls von Bäumen, Sträuchern, Blumen und Getreide. Diese variieren von Jahr und zu Jahr und lassen Rückschlüsse auf Klima und Wetter zu. Besonders interessant fand ich, dass es in der Phänologie zehn Jahreszeiten gibt: Der Frühling wird aufgeteilt in Vorfrühling (Haselblüte), Erstfrühling (Forsythienblüte) und Vollfrühling (Apfelblüte); der Sommer in Frühsommer (Holunderblüte), Hochsommer (Lindenblüte) und Spätsommer (Getreideernte); der Herbst in Frühherbst (Herbstzeitlosenblüte), Vollherbst (Kartoffelernte) und Spätherbst (Zeit des allgemeinen Laubfalls). Der Winter ist nicht aufgeteilt, er ist die Periode zwischen Ende der Vegetationszeit und Haselblüte und beginnt mit dem Blattfall der Stieleiche. Die ehrenamtlichen Beobachter beobachten und dokumentieren diese Erscheinungen an etwa fünfzig Pflanzen rund ums Jahr und stellen diese Daten dem Deutschen Wetterdienst zur Verfügung. (Quelle: Landlust, März/April 2025, Und jetzt das Wetter/Unterwegs in der Natur, S. 120ff. und www.nabu.de, zuletzt abgerufen am 26. Feb. 2025)
Von der Fahrbücherei zur Gemüsebibliothek
Ebenfalls interessant fand ich den Beitrag über die Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein. Ich lese ja selber sehr gerne und beschreibe in meiner Serie „Berührende Bücher“ immer wieder Lesenswertes (eine Übersicht über alle Beiträge der Serie gibt es auf meiner Serienseite). Doch diese fahrenden Bibliotheken, die in regelmäßigen Zeitabständen durchs Land unterwegs sind, bieten nicht nur Lesestoff an, sondern verleihen auch Saatgut an Hobbygärtner. Tatsächlich befinden sich in einem Regal im Bus Samentüten, die sogenannte „Mobile Saatgutbibliothek“, deren Ziel es ist, das Saatgut alter Gemüsesorten wieder in Umlauf zu bringen. Die Mitglieder der Bibliothek leihen also nicht nur Bücher aus, sondern auch Samen, welche sie zuhause anbauen und daraus neues Saatgut gewinnen, welches sie dann wiederum an die Bibliothek zurückgeben. Dadurch werden alten Sorten erhalten und können sich sogar weiterentwickeln. Zwölf dieser Fahrbüchereien versorgen inzwischen über fünfhundertfünfzig Gemeinden, die keine Bibliothek (mehr) vor Ort haben und erreichen damit Orte, in denen es noch Gemüsegärten gibt. So sind die Fahrbüchereien zu Gemüsebibliotheken geworden. (Quelle: Landlust, Landlust, März/April 2025, Die Gemüsebibliothek, S. 128 ff.)
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