(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Mit dem Sammeln ist das ja so eine Sache: als Kind habe ich zuerst „Abziehbildli“ (Aufkleber) gesammelt, danach „Kaffirahmdeckeli“ (Erklärung bei Wikipedia, zuletzt abgerufen am 24. Feb. 2025), ganz kurz glaub auch Briefmarken, weil „man“ das irgendwie gemacht hat. Ich kann mich noch gut an meine Freude erinnern, wenn ich ein besonderes „Abziehbildli“ geschenkt bekommen habe, zum Beispiel als Werbung in einem Geschäft oder – später – wenn ich ein „Kaffirahmdeckeli“ entdeckt habe, das noch in meiner Sammlung gefehlt hat. Denn die „Kaffirahmdeckeli“ wurden – nachdem ich sie gereinigt und geglättet hatte – akribisch und nach Serien sortiert in einem Album abgelegt, so dass ich immer den Überblick hatte. Irgendwann gab es dann sogar Kataloge, welche Serien im Umlauf sind mit welchen Motiven. Das war mir dann fast schon zu „professionell“ (ich war damals vielleicht so zwölf Jahre alt). Was mir dann aber komplett den (Sammel-)Spaß geraubt hat, war, als mir – noch in der „Abziehbildli“-Phase – jemand (gutgemeint) eine ganze Plastiktüte voll bringt und mir dann dasselbe bei den „Kaffirahmdeckeli“ passiert… das war mir einfach zu viel und die Spannung des Entdeckens war auch weg! Damit war Schluss mit Sammeln… später habe ich dann auch noch die Erfahrung gemacht, dass man sehr vorsichtig sein sollte, wenn man sagt, mir gefällt dieses oder jenes (darüber habe ich übrigens gerade eine Kolumne in der aktuellen Ausgaben der Zeitschrift Landlust gelesen): ich habe nämlich meine erste Wohnung mit Leuchttürmen dekoriert, weil mir das maritime einfach gefällt. Irgendwann hatten alle Freundinnen, Bekannte und Familienmitglieder das Gefühl, ich würde Leuchttürme sammeln und haben mir von allen möglichen (und unmöglichen) Orten der Welt Leuchttürme in allen Formen und Materialien mitgebracht – dabei wollte ich gar keine Sammlung anlegen! Ich wollte einfach nur schöne Objekte zum Dekorieren und nicht einen Leuchtturm aus jeder Ecke der Welt. Am Anfang war das ja noch ganz lustig, vor allem als Dekoration mit Leuchttürmen noch nicht so verbreitet war wie heute, aber irgendwann war es mir einfach zu viel. Inzwischen habe ich die meisten weggeben und ich bin vorsichtig geworden mit der Aussage darüber, was ich mag… (wenn nämlich jemand erfahren würde, das mir inzwischen Engel gefallen… ich mag mir gar nicht vorstellen, was dann passieren würde – deshalb bitte ja nicht weitersagen!).
Aber wie ich zum heutigen Thema „Sammeln“ komme: am vergangenen Samstag habe ich (ausnahmsweise) Zeitung gelesen und da gibt es im Magazin, in dem sich auch zweiwöchentlich ein – wie mein Mann findet – ziemlich schräges Kreuzworträtsel befindet, eine Kolumne, die jeden Samstag fünf interessante Punkte zu einem Thema auflistet. Dieses Mal ging es um Bierdeckel. Wer hat zum Beispiel gewusst, dass in Deutschland ein Bierdeckel als Großbrief versendet werden kann? Doch weitaus interessanter fand ich dies: Menschen, die Bierdeckel sammeln, werden als Tegestologen bezeichnet – und ihr Hobby als Tegestologie! (Quelle: www.badische-zeitung.de/bierdeckel, zuletzt abgerufen am 24. Feb. 2025) Warum das so ist, habe ich leider nicht herausgefunden. Aber als ich das meinen Mann vorlese (er hat früher Briefmarken und Fossilien gesammelt), steuert er noch bei: Philatelist/Philatelie (Briefmarkenkundiger/-sammler, Briefmarkenkunde) und Numismatiker/Numismatik (Münzkundiger/-sammler, Münzkunde). Mein Bruder hat früher alles von Coca-Cola gesammelt, wie das wohl genannt wird? Wer sich noch ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchte, bei Wikipedia gibt es einen ausführlichen Artikel zum Thema „Sammeln“ (zuletzt abgerufen am 24. Feb. 2025).
Kurz habe ich mich beim Schreiben gefragt, ob ich seit neustem Schallplatten sammle (ich schreibe ja über hörenswerte Schallplatten in der Serie „Vinyl-Freude“)? Die Antwort lautet: Nein, eben nicht! Ich kaufe die Platten ja, um sie mir anzuhören – so wie ich Bücher kaufe, um sie zu lesen, und nicht, um sie ins Bücherregal zu stellen, weil das vielleicht nett aussieht. Aber natürlich gibt es auch in der Vinyl-Szene Freaks, bei denen es in erster Linie ums Sammeln geht. Neulich gab es in der Zeitschrift MINT (Magazin für Vinyl-Kultur) eine Reportage über Extrem-Sammler: in Erinnerung geblieben ist mir der Plattenhändler, der mehr als 700 Exemplare des BAP-Albums „Für usszeschnigge!“ (Zum Ausschneiden) sein Eigen nennt! Ob er daraus irgendwann eine Collage macht…?!
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