(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Nach dem vorigen Beitrag „In Pink“ habe ich mich heute Morgen plötzlich gefragt, ob der Ausdruck „schwarzer Panther“ ein Pleonasmus ist. Warum ich ausgerechnet heute darauf komme? Unsere schwarze Katze (Lucy) lag auf dem Sofa und auch wenn sie ganz entspannt daliegt, hat sie (manchmal) durchaus etwas raubkatzenartiges und dann nenne ich sie „schwarzer Panther“. Als ich im Internet nachschaue, entdecke ich allerdings etwas – für mich – sehr erstaunliches, weil mir bisher völlig unbekannt: der Begriff Panther bezeichnet die Gattung „Eigentliche Großkatzen“ (siehe dazu bei Wikipedia die Artikel „Panther“ und „Eigentliche Großkatzen“, zuletzt abgerufen am 21. Feb. 2025). Und der schwarze Panther ist gar keine eigene Tierart, sondern ein schwarz gefärbter Jaguar oder Leopard, bei dem bei günstigen Lichtverhältnissen die ursprüngliche Fellzeichnung meist noch zu sehen ist. Besonders interessant fand ich, wie die schwarze Farbe vererbt wird – wer sich aus der Schule noch an den Mönch Mendel und seine Vererbungslehre erinnert, kann die Details bei Wikipedia nachlesen, woher auch die anderen Informationen zum schwarzen Panther stammen („Schwarzer Panther“, zuletzt abgerufen am 21. Feb. 2025). Um zu verstehen, wann wie ein kleiner schwarzer Panther entsteht, habe ich sogar Papier und Stift zur Hand genommen und aufgezeichnet, in welchen Fällen ein Jaguar oder ein Leopard mit schwarzem Fell geboren wird (es geht dabei um rezessiv und dominant) – und ich freue mich darüber, dass ich offensichtlich doch noch etwas aus meiner Schulzeit behalten habe und das sogar noch anwenden kann!
Aber zurück zu meiner Ausgangsfrage und dem Wort „Pleonasmus“: die meisten, die das Wort kennen, werden hier wohl an das Beispiel „ein weißer Schimmel“ denken. (Wobei Pferdeliebhaber hier vermutlich nicht ganz einverstanden sein werden. Soweit ich mich aus meiner Pony-Pferde-Bücher-Zeit erinnere – das ist zum Glück lange her! – ist ein Apfelschimmel zum Beispiel am Anfang grau und wird erst mit den Jahren weiß und das manchmal glaub nicht mal komplett, sondern es bleiben graue Flecken.) Um es klarer auszudrücken, ist „ein runder Kreis“ wahrscheinlich das aussagekräftigere – sprich klarere – Beispiel. Es zeigt nämlich „eine überflüssige Häufung sinngleicher oder sinnähnlicher (nach der Wortart verschiedener) Ausdrücke“ (Pleonasmus stammt aus dem griechisch-lateinischen und bedeutet Überfluss, Übermaß), wie der Duden „Das Fremdwörterbuch“ schreibt. Und was ist jetzt der schwarze Panther? Da ein Panther ja nicht per se schwarz ist, sondern einfach eine Großkatze bezeichnet (siehe Hinweise oben), ist es also kein Pleonasmus – richtig?!
Bei der Suche im Wörterbuch begegnet mir noch der Begriff „Tautologie“ – schon mal gehört, aber was war das denn nochmal? Aus der Erklärung im Duden werde ich nicht ganz schlau, aber natürlich weiß das Internet wieder einmal (auf die Schnelle) Bescheid: während bei einem Pleonasmus eine überflüssige Häufung stattfindet, beschreibt die Tautologie eine „Verdopplung zum Zwecke der rhetorischen Verstärkung“, also zum Beispiel „angst und bange“ (Quelle: Tautologie, zuletzt abgerufen am 21. Feb. 2025).
Auf meiner Liste zu dieser Serie, auf der ich alles Interessante notiere, über das ich dann einmal schreiben möchte, steht beim Punkt „Pleonasmus“ noch das Wort „Oxymoron“ und als Beispiel dazu „Hassliebe“. Ich weiß zwar nicht mehr genau, warum ich das hierzu notiert habe, erkläre es aber trotzdem noch kurz (die Informationen stammen ebenfalls aus dem Duden „Das Fremdwörterbuch“): auch dieses Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „das Scharfdumme“. Es bezeichnet eine Zusammenstellung zweier sich widersprechender Begriffe in einem Additionswort (bittersüß) oder als rhetorische Figur (Eile mit Weile).
Unserer schwarzen Katze ist das alles ziemlich „wurscht“: ob eine „schlaue Katze“ ein Pleonasmus sein könnte, ob „still und leise“ anschleichen eine Tautologie ist oder ob sie manchmal mit einem stummen Schrei (was sich Oxymoron nennt) um Futter bettelt – Hauptsache, es gibt jetzt dann für jeden Like und Kommentar dieses Beitrags die versprochenen Leckerbissen! (Das habe ich ihr nämlich – dummerweise – versprochen, weil sie auf dem Beitragsbild abgebildet ist und ich weiß genau, dass sie jedes Wort verstanden hat…!)
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