Warft

(Dieser Beitrag ist der siebte – für den Monat Juli – in der Serie „Fotoprojekt 2024: Würfelspiel“. Zu allen Beiträgen und anderen Serien geht es auf der Übersichtsseite. In dieser Serie erscheint ausnahmsweise bei den Beiträgen kein Beitragsbild, sondern das dazu gehörige Foto wird in den Text integriert.)

Erst wollte ich in der Einleitung oben schreiben: der sechste Beitrag für den Monat Juni… doch dann habe ich gemerkt, dass wir ja schon Juli haben! Und mitten im Sommer hat sich Roland, der dieses Fotoprojekt mit Würfelspiel gestartet hat, überlegt, ob er ein Foto zum Thema Eis veröffentlichen soll (er hat also eine Drei gewürfelt). Er hat sich dann aber doch anders entschieden. Mehr dazu in seinem Beitrag auf royusch-unterwegs.com.

Gerade kurze Wörter sind ja meist eine große Herausforderung. Ich habe bereits ein 2-Buchstaben-Wort (Die gefürchtete Zahl) und ein 3-Buchstaben-Wort (Rah) „hinter mir“. Umso mehr habe ich mich heute gefreut, dass ich eine Fünf gewürfelt habe: 4 + 1 = 5. Da habe ich einige interessante und eher unbekannte Wörter zum Thema „Meer & mehr“ (was es mit diesem Thema und dieser Liste auf sich hat, könnt ihr in den ersten beiden Beiträgen  zu dieser Serie lesen: Feuerhöhe und Semaphor.)

Für den Juli habe ich mir das Wort „Warft“ ausgesucht, denn dazu habe ich ein sehr schönes Foto vom Leuchtturm Westerheversand. Auch wenn das Foto überhaupt nicht winterlich aussieht, so ist es doch im Winter entstanden, nämlich im Dezember 2007, als wir zum ersten Mal Winterurlaub an der Nordsee gemacht haben. (Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es zu diesem Urlaub kam: nachdem wir im Sommer mit dem Fahrrad an der Donau unterwegs waren, hat mir irgendwann das Meer gefehlt – und so kam es, dass wir ziemlich kurzentschlossen die erste Dezemberwoche ans Meer gefahren sind. Damals gab es von uns in der Nähe aus noch einen Autoreisezug, so dass wir über Nacht nach Hamburg fahren konnten. Von da ist es ja nur noch einen Katzensprung bis an die Nordsee. Es sollte übrigens nicht der letzte Winterurlaub an der Nord- oder Ostsee bleiben!)

Aber was ist jetzt eine Warft? Eines meiner Lieblingsbücher – das Leuchttürme Lexikon von Reinhard Scheiblich und Hans Helge Staack – schreibt dazu: „Künstlich aufgeschütteter Erdhügel an der Nordseeküste, der Gebäude trägt, um sie vor Hochwasser zu schützen, so auch den Leuchtturm Westerheversand, der bei Hochwasser mehrmals im Jahr zur Insel wird. Bei sogenannten Jahrhundertfluten, wie in den Jahren 1962 und 1976, werden die Warften überspült.“ Das Besondere an diesem Leuchtturm und seiner fünf Meter hohen Warft ist auch, dass links und rechts neben dem Turm zwei identische Häuser stehen. Da der Boden im Deichvorland viel zu weich für das schwere Bauwerk des Leuchtturms war – jedes Eisenelement des Turms wiegt zwischen 180 und 200 Kilogramm – wurde eine Betonplatte an die Stelle gegossen, die den Turm tragen sollte. Damit das Gewicht der Gebäude aber gleichmäßig auf dieser Betonplatte verteilt war und der Turm keine Schieflage bekam, wurden statt wie üblich ein Wärterhäuschen auf einer Turmseite eben links und rechts je ein Häuschen gebaut. Auch ohne Schieflage ist der rotweiße Leuchtturm auf der Halbinsel Eiderstedt bei Westerhever zu einem Wahrzeichen für den Norden geworden und zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands. Während der Zeit der Leuchtturmwärter wurde auf der Warft sogar Gemüse angebaut und Blumenbeete anlegt. Heute leben im einen Haus die „Vogelwärter“, also die Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer, die für die Betreuung des Nationalparkgebiets bei Westerhever verantwortlich sind. Im anderen Haus ist eine Lehrstation der Universität Kiel. (Quelle: Leuchttürme Lexikon von Reinhard Scheiblich und Hans Helge Staack)

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4 Gedanken zu „Warft“

  1. Vielen lieben Dank, dass du mit deinem Wort „Warft“ und einem wunderschönen Bild, sogar mit Spiegelung, wieder bei meinem Fotoprojekt „Würfelspiel“ dabei bist. Auch möchte ich an dieser Stelle mal Dankschön sagen, für deine, immer sehr interessanten Erklärungen.

    Dir noch einen schönen Nachmittag und liebe Grüße,

    Roland

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