Keine leichte Kost

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Berührende Bücher“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Noch mehr berührende Bücher“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Keine leichte Kost – das habe ich vorne in das Buch „Der Buchladen am Ende der Welt“ von Ruth Shaw (erschienen 2023) hineingeschrieben. Ich hatte nämlich während des Lesens dieses Buches die Idee, dass ich in alle Bücher, die in den Bücherschrank (siehe dazu „Der Bücherschrank“) wandern sollen, auf die erste Seite eine kurze Beschreibung oder Empfehlung von mir dazu schreiben könnte.

Für einmal war es nicht das Titelbild, das mich zu diesem Buch greifen ließ – das gefällt mir nämlich gar nicht und ich verstehe vorallem nicht, warum der Verlag nicht ein reales Foto (für eine reale Geschichte) genommen hat, sondern eine in meinen Augen verunglückte Grafik – doch der Titel „Der Buchladen am Ende der Welt“ und der Zusatz „Eine wahre Geschichte über ein abenteuerliches Leben und die Liebe zum Lesen“ haben mich dann doch überzeugt.

Schon als Kind ist Ruth – im Gegensatz zu ihrer Schwester – wild und ungezähmt und liebt es, neues und abenteuerliches auszuprobieren. Ein gewaltsames Ereignis gibt ihrem Leben eine tragische Wendung (was mich die Worten „keine leichte Kost“ notieren lässt), denn von da an scheint sie dauernd auf der Flucht vor sich selbst und ihren Gefühlen zu sein. Sie lebt in verschiedenen Ländern Asiens, betreibt eine Schweinezucht in Australien, segelt um die halbe Welt – und wird dabei auch noch von Piraten überfallen.

Doch als sie durch Zufall nach vielen Jahren ihre erste große Liebe wieder trifft, wird sie sesshaft und gründet mit Lance in Neuseeland ein Schiffsunternehmen. So richtig angekommen scheint sie mir allerdings erst, nachdem sie mit Lance ganz ans Ende von Neuseeland zieht und dort – passenderweise! – in der Home Street den kleinen Buchladen „Wee Bookshop“ (wee im Sinne von winzig) eröffnet. Inzwischen sind es bereits drei (kleine) Buchläden: einer für Erwachsene, einer für Kinder und draussen in einem Zelt einer für Männer (den aber auch Frauen gerne aufsuchen). Mit ihrem guten Gespür findet sie für alle das passende Buch.

Während sie in ihrem eigenen Buch über ihr bewegtes Leben schreibt, erzählt sie dazwischen immer auch Geschichten aus ihrem winzigen Buchladen und verknüpft so Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise – ein wirklich berührendes Buch.

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