(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Die meisten kennen ihn bestimmt: den Geruch des Regens. Doch wer kennt das Wort dafür? Ich habe es auch nicht gekannt, bis ich in einem Blogbeitrag von MeteoSchweiz (abgerufen am 26. Juni 2024) darüber gelesen und dabei das schöne Wort „Petrichor“ kennen gelernt habe. (Der obengenannte Blogbeitrag von MeteoSchweiz dient übrigens auch als Quelle für diesen Beitrag.)
Petrichor heißt also dieser unverkennbar erdige Geruch, der einem in die Nase steigt, wenn es nach längerer Trockenheit zu regnen beginnt. Der Begriff scheint nicht sehr geläufig zu sein, denn weder mein Duden/Die deutsche Rechtschreibung noch mein Duden/Das Fremdwörterbuch kennen das Wort „Petrichor“. Allerdings wurde der Begriff auch erst 1964 von zwei australischen Wissenschaftlern eingeführt. Sie bezeichneten damit eine ölige Flüssigkeit, welche während trockener Perioden aus bestimmten Felsen tropft und nach Regen einen angenehmen Geruch verströmt. Später wurde der Begriff dann verallgemeinert.
Und wie entsteht er jetzt, der Geruch des Regens? Vereinfacht gesagt sorgen Pflanzenöle und Bakterien (oder vielmehr der Geosmin genannte Duftstoff, den diese Bakterien ausscheiden) für den angenehm erdigen Geruch. Doch wie die Duftstoffe dann in die Luft gelangen, war lange Zeit unbekannt. Erst 2015 wurde die „Mechanik“ untersucht, die für den Geruch des Regens verantwortlich ist. Dabei konnte man mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras folgendes feststellen: Treffen Regentropfen auf einen staubigen Boden, bilden sich kleine Luftblasen, in denen die winzigen Geruchspartikel eingeschlossen werden. Diese Blasen zerplatzen schnell und geben dann diese Aromastoffe wieder an die Umgebung ab, was wir dann eben als Petrichor wahrnehmen.
Wie viele Fremdwörter in der deutschen Sprache (siehe zum Beispiel auch den Beitrag „Zwei neue Wörter“) stammt der Begriff aus dem Griechischen und geht zurück auf die Wörter „petros“ (Stein) und „ichor“ (das Blut der Götter und Unsterblichen). Bei dieser Erklärung habe ich mich gefragt, was denn wohl das Blut der Götter und Unsterblichen mit unserem Regen zu tun hat? Ich habe es leider nicht herausgefunden, aber vielleicht hat es ja damit zu tun, dass die Götter im Himmel sind und der Regen vom Himmel kommt?
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