(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
In den vergangenen Wochen habe ich viel gelesen und über Bücher geschrieben: ich habe mich in die Familien- und Firmengeschichte Dallmayr vertieft (Der Duft von Kaffee), bin nach Schottland „gereist“ (Ein neuer Horizont) und in „Vergissmeinnicht“ in eine andere Welt mitnehmen lassen (Von Feen und Federschlangen). Nun möchte ich mich wieder einmal dem Thema Sprache widmen. Bevor ich loslege, noch ein Hinweis: selbstverständlich sind alle Markennamen, die ich in diesem Beitrag verwende, geschützt!
Seit ich in Deutschland lebe, sage ich zum Papiertaschentuch „Tempo“. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass es ja eine ganze Reihe solcher Wörter gibt – also Markennamen, die irgendwann für alle gleichen Produkte (hier: Papiertaschentücher) verwendet werden. Die Bezeichnung für ein solches Wort habe ich aber bisher noch nicht gekannt. Wie ich dann die Bezeichnung „Deonym“ entdeckt habe, weiß ich leider nicht mehr – wahrscheinlich habe ich im Inernet danach gesucht. Anstatt Deonym wird auch die Bezeichnung „generische Markennamen“ verwendet. Genau beschrieben wird das (interessanterweise!) in einem Blog zum Deutsch lernen: deutschlernen-blog.de (abgerufen am 24. Juni 2024).
Nachdem ich meine Aufmerksamkeit also auf Deonyme gerichtet habe, sind mir jede Menge in den Sinn gekommen und ich habe eine ganze Liste davon zusammengetragen, wobei ich leider bei einigen nicht sicher bin, ob es echte Deonyme sind (also von allen so verwendet werden) oder nur ich (und mein Umfeld) die Wörter so verwenden – denn meist sind solche Wörter nicht im Duden zu finden (interessant ist aber, dass ich auf der Suche nach „Tempo“ im Duden das Wort „Tempomat“ für „automatische Geschwindigkeitsregelung bei Fahrzeugen“ gefunden habe, das Wort „Tempo“ aber nicht…!).
Die gängigsten Deonyme sind sicher: Tempo (für Papiertaschentuch), Tesa (für Klebstreifen), Uhu (für Kleber), Labello (für Lippenpflegestift), Weckglas (für Einmachglas) und Zewa (für Haushaltspapier) – zu Zewa schreibe ich unten noch mehr. Mein Mann steuert noch bei: Inbus (für Innensechskantschlüssel), Plexiglas (für Acrylglas), Edding (für Filzschreiber), Flex (für Winkelschleifer) und Hilti (für Bohrhammer).
Dann habe ich auf meiner Liste noch folgendes mit Fragezeichen notiert, also Begriffe, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob es Deonyme sind. Das wären: Nutella (für Haselnuss-Nougat-Creme), Tipp-Ex (für Korrekturflüssigkeit), Kaffee Hag (für koffeinfreien Kaffee), Fön (für Haartrockner), Ceran (für Glaskeramik) und Sidol (für Scheuermilch).
Das Wort „Zewa“ (für Haushaltspapier) habe ich ja oben schon erwähnt. Interessant ist, dass „Zewa“ nicht nur ein Deonym ist, sondern auch ein Akronym: Ein Akronym (oder Initialwort) ist ein Kurzwort, das aus zusammengerückten Anfangsbuchstaben gebildet ist (Duden, Band 5, Das Fremdwörterbuch). Denn „Zewa“ steht für „Zellstofffabrik Waldhof“. Auch sehr bekannt (und beliebt!): Haribo (Harry Riegel Bonn). Wohl eher nur bei uns in der Region bekannt ist Mayka (Mayer Kandern), die leckere Knabbereien herstellen (mehr dazu unter www.mayka.de, abgerufen am 24. Juni 2024).
Meine Großcousine – ich schreibe schon in „Noch mehr zum Sieb“ über sie – hat mir natürlich auch beim „Sammeln“ geholfen und steuert – wie ich finde – ein ganz interessantes Wort bei: als ich auf ihrer Liste das Wort „Thermoskanne“ lese, denke ich erst, das ist doch gar kein Deonym. Aber als ich anfange zu recherchieren, finde ich tatsächlich heraus, dass Thermos eine Marke ist und das Wort Thermoskanne somit ein Deonym für Isolierkanne (de.m.wikipedia.org, abgerufen am 24. Juni 2024). Für mich gehört auch der Knirps hierzu, denn ich bin auch hier davon ausgegangen, dass das einfach das „richtige“ Wort für Taschenschirm ist, aber weit gefehlt! Auch hier handelt es sich um einen Markennamen.
Doch es gibt nicht nur Substantive, die durch eine Marke den Eingang in unsere Sprache gefunden haben. Die Online-Version des Dudens kennt folgende Wörter: kärchern für „mit Hochdruck gründlich reinigen“, googeln für „im Internet suchen“ und einwecken (von Weck-Glas) für „einmachen“ (www.duden.de, abgerufen am 24. Juni 2024). Und vom Deonym „Rollerblades“ (Inline-Skates) gibt es auch das entsprechende Verb rollerbladen (Inline skaten).
Auch in der Schweiz gibt es Deonyme, dazu sind mir (und anderen) folgende in den Sinn gekommen: Pritt (für Klebestift), Bostitch (für Hefter) mit dem dazugehörigen Verb bostitchen (für heften), Frigo (für Kühlschrank) und Stewi (für Wäschetrocknerspinne). Beim Wort „K-Way“ bin ich nicht sicher, ob es sich wirklich um ein Deonym handelt (meine Großcousine zum Beispiel kennt es nicht) oder ob es sich um ein „Familienwort“ handelt. Ich kann mich nur erinnern, dass meine Mutter dieses Wort für diese ganz dünnen Regenjacken verwendet hat, die man ganz klein zusammenpacken und in der an der Jacke eingenähten Tasche verstauen kann. (Man kann sich dieses Täschchen auch noch mit einem breiten Gummiband um den Bauch schallen, was ich allerdings immer total unbequem fand… vielleicht erinnere ich mich deshalb noch so gut an diese Jacken!)
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Bei uns ist es Tixo statt Tesa und Kelomat für Druckkochtopf. Auf jeden Fall ein interessantes Thema. Sogar Heroin ist ein Deonym! (wie ich gerade auf Wikipedia herausgefunden habe)
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Hey, spannend! Ich habe wirklich gedacht, Tesa sei deutschlandweit verbreitet, aber anscheinend nicht?! Und für den Dampfkochtopf (was bei Dir ja der Druckkochtopf ist) gibt es glaub ganz verschiedene Bezeichnungen.
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