Auf dem Holzweg

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite.)

Es kommt (leider) eher selten vor, dass ich zu einem meiner Beiträge in dieser Serie ein so passendes Foto habe wie bei diesem! Wobei ich ehrlich sein muss: ich habe erst das Schild bei einem Winterspaziergang am Rhein entdeckt und danach ist mir die Redewendung „auf dem Holzweg sein“ in den Sinn gekommen… so war also diesmal zuerst das Foto, dann die Redewendung und zuletzt – jetzt also der dazugehörige Blog-Beitrag.

Sowohl der Duden (Bd. 11, Redewendungen) als auch Wagner, der Autor des Buches „Schwein gehabt!“ (zu meinen Quellen dieser Serie siehe „Ein Born an Wissen“) führen die Redewendung auf. Die Bedeutung umschreibt der Duden mit „(ugs.): mit seiner Vorstellung, Meinung oder ähnlichem völlig im Irrtum sein“, in „Schwein gehabt!“ steht einfach „sich irren“. Dafür wird in „Schwein gehabt!“ die Herkunft deutlich blumiger beschrieben (S. 96): das Holz für die Wohnhäuser mit Fachwerk wurde im Mittelalter mit Pferden aus dem Wald geholt. Für den Transport wurden Schneisen geschlagen, die sogenannten Holzwege. Im Gegensatz zu den normalen Wegen endeten diese an einem Holzsammelplatz und führten nicht auf eine Landstraße oder aus dem Wald hinaus. Wenn ein Reisender auf einen Holzweg geriet, konnte er sich deshalb verirren. Weiter führt Wagner aus, dass eine andere Erklärung von den Köhlern (Holzkohleproduzenten) ausgeht, die ihre Kohlenmeier im Wald hatten. Diese einsam lebenden, oft schrulligen Gesellen nutzten anscheinend ihre Langeweile gern dazu, sich an Reisenden und Wanderern einen Spaß zu erlauben: sie erzählten ihnen eine frei erfundende Geschichte (daher der Ausdruck „verkohlen“) und schickten sie auf einen der kreisförmigen Holzwege. Dann amüsierten sie sich, wenn der in die Irre geschickte nach einer Weile wieder bei ihnen auftauchte.

Das Wort „Holzweg“ ist seit dem 13. Jahrhundert in Gebrauch, die Verwendung der Redewendung ist seit dem 15. Jahrhundert belegt, schreibt Wagner, der Autor von „Schwein gehabt!“.

Wir haben von unserem Spaziergang ohne Irrwege wieder nach Hause gefunden und so kann ich weiterhin meine Beiträge hier schreiben und hoffen, dass ich mit meinen Themen nicht völlig auf dem Holzweg bin…!

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