(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite.)
Neulich an der Kasse des Drogeriemarkts: vor mir steht ein älterer Herr mit zwei Produkten, davor eine Frau, deren Einkaufswagen gut gefüllt ist. Sie wirft einen Blick auf die Einkäufe des älteren Herrn und sagt zu ihm, dass er doch vorgehen soll, sie hätte Zeit. Er ist ganz überrascht und bedankt sich überschwänglich. Auch als er dabei ist, den Laden zu verlassen, dreht er sich nochmal um und bedankt sich nochmals ausführlich. Dabei sagt er: „Ich werfe Ihnen auch einmal einen Stein in Garten!“ Und schon ist sie wieder da, diese Redewendung, die ich selber nicht verwende, aber öfters höre, und bei der ich mich immer frage, was sie denn bedeuten soll – denn jemandem einen Stein in den Garten zu werfen, hört sich für mich nicht positiv an und auch nicht nach etwas, das ich oder unsere Nachbarn gern haben würden… Ich nehme diese Episode deshalb als Anregung, endlich einmal herauszufinden, was es mit diesem Stein auf sich hat.
Duden Band 11 (Redewendungen) hilft mir weiter und liefert endlich des Rätsels Lösung: Bei „jmdm. einen Stein in den Garten werfen“ (umgangssprachlich) steht unter Ziffer 1: „jmdm. Schaden, Ärger bereiten“ – aha, also doch eher so, wie ich das verstehen würde! Unter Ziffer 2 folgt dann noch: „(scherzhaft) jmdm. eine Gefälligkeit erwidern“ – womit das Rätsel nun gelöst sein dürfte, weshalb die Redewendung bei uns quasi in der gegenteiligen Form verwendet wird. Warum die Redewendung gegenteilige Bedeutungen hat oder wie es dazu gekommen ist, finde ich leider nicht heraus. Einzig noch folgendes: Die Redewendung ist in ihrer ursprünglichen Bedeutung schon seit dem Mittelalter belegt. Je nach Region wird die Redewendung in ihrer ursprünglichen Form verwendet, nur in der gegenteiligen „positiven“ Form wie bei uns oder beide Formen sind gebräuchlich. (Quelle: www.redensarten-index.de, 13. November 2023)
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Ein Gedanke zu „Des Rätsels Lösung“