Obstsalat

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite.)

Auch Obst lässt sich gut in Redewendungen „verwerten“. Beim Schreiben von „So ein Lavendel“ sind mir folgende Redewendungen dazu in den Sinn gekommen:

Bei uns sind die Kirschen reif und ich frage mich, warum mit jemandem nicht gut Kirschen essen sein soll? Der Duden (Band 11, Redewendungen) schreibt dazu auf Seite 413: Die Redewendung steht umgangssprachlich für „mit jemandem ist nur sehr schwer auszukommen; mit jemandem sollte man sich besser nicht anlegen“. Interessant finde ich die Herkunft, denn die Redewendung hat sich aus dem alten Sprichwort „Wer mit Herren Kirschen essen will, dem werfen sie die Stiele in die Augen“ entwickelt, das bereits im späten Mittelalter in der Sammlung eines Predigermönchs belegt ist und an Untergebene gerichtet ist, als Warnung vor den Launen ihrer Herren. Noch etwas Anderes – wie ich finde lustiges und interessantes – zur Kirsche. Kürzlich habe ich meine sprach-verrückte Verwandte getroffen (mehr zu dieser Verwandten im Beitrag „Noch mehr zum Sieb“) und von ihr das Buch „Woher kommt das schwarze Schaf? Was hinter unseren Wörtern steckt“ (von Wolfgang Seidel) bekommen. Sie hat es auf ihrem Bücherregal entdeckt und sofort an mich und diese meine Serie der Redewendungen denken müssen… so lieb! Seitdem schmökere ich immer wieder darin und bin dabei im Kapitel „Kulinarische Begriffe“ über den lustigen Namen Lucius Licinius Lucullus gestolpert, manchen ist das daraus entstandene Adjektiv „lukullisch“ bestimmt ein Begriff. Wie ich jetzt von der Kirsche zu diesem lustigen Lucius Licinius Lucullus komme? Dieser römische Feldherr und Politiker hat die Süßkirsche von Kleinasien nach Europa eingeführt.

Äpfel sind ja schon seit „Adam und Eva“ (Erklärung folgt!) ein beliebtes „Motiv“, auch wenn sie bei uns noch nicht reif sind. Mir sind zum Stichwort „Apfel“ folgende Redewendungen in den Sinn gekommen (die Erklärung zur jeweiligen Bedeutung habe ich dazu aus dem Duden, Band 11, Redewendungen, S. 54):

Bei einem Familientreffen zeigt es sich oft, dass „der Apfel nicht weit vom Stamm fällt“, was (umgangssprachlich, scherzhaft) bedeutet: „jemand ist in seinen (negativen) Anlagen, seinem Verhalten den Eltern bzw. einem Elternteil sehr ähnlich“. Zur Herkunft dieser bekannten Redewendung:Wie ein Apfel in der Nähe des Baumes liegen bleibt, von dem er gefallen ist, so bleiben auch die Eigenschaften eines Kindes „in der Nähe“ der Eltern. (https://www.geo.de/geolino/redewendungen/1454-rtkl-redewendung-der-apfel-faellt-nicht-weit-vom-stamm, 10.07.2023)

Wenn ich (wie oft) so gar keine Lust zum Staubsaugen habe, der weinrote Perserteppich aber vor lauter Katzenhaaren eher grau wirkt, dann muss ich wohl (wieder einmal) „in den sauren Apfel beißen – umgangssprachlich für „etwas Unangenehmes notgedrungen tun“. Dazu finde ich auf im Internet folgende Erklärung: „Diese Redewendung stammt aus dem Mittelalter. Dort wurden Operationen in Kriegszeiten direkt auf dem Feld durchgeführt und anstelle einer Narkose bekam der Patient etwas in den Mund, auf das er bei Schmerzen beißen konnte. Das Sprichwort wurde auch von Martin Luther in einem Brief über den damaligen kränkelnden Kurfürsten Johann von Sachsen gemacht (ohne dass dies weiter ausgeführt wird, Anm. von mir).“ (https://www.elo-online.de/de/wissenswert/redensart-saurer-apfel/, 10.07.2023) Da ist Staubsaugen ja direkt eine angenehme Beschäftigung und vielleicht doch kein Grund, in den sauren Apfel zu beißen…!

Grad wenn es um Leistung geht, wird oft bei Vergleichen davor gewarnt, „Äpfel mit Birnen vergleichen“, denn das bedeutet umgangssprachlich: „völlig verschiedene Dinge miteinander vergleichen, Unvereinbares zusammenbringen“. Dazu finde ich nochmal im Internet: „Das Bild der Äpfel und Birnen soll uns daran erinnern, dass man bei Vergleichen immer aufpassen sollte, ob das, was man vergleicht, auch wirklich vergleichbar ist. So kann man zwei Äpfel miteinander vergleichen, weil es sich um dieselbe Sache handelt. Ein Apfel und eine Birne sind allerdings zwei verschiedene Dinge und damit nur schwer vergleichbar.“ (https://www.geo.de/geolino/redewendungen/1571-rtkl-redewendung-aepfel-mit-birnen-vergleichen, 10.07.2023)

Und bevor ich jetzt „vom Hundertsten ins Tausendste komme“ (Erklärung folgt!), esse ich lieber einen leckeren Obstsalat – wobei mir Schokolade lieber ist! Ob es dazu wohl auch Redewendungen gibt…?!

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2 Gedanken zu „Obstsalat“

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