(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite.)
Noch während ich am Schreiben des Beitrags „Vom sinnlosen Sieb“ bin, führe ich mit meiner Großcousine Annemarie folgenden WhatsApp-Chat – und weil ich ihn so lustig finde, kommt er hier als Einleitung zum neuen Beitrag (leider musste ich die Emojis herauslöschen, da sie nicht angezeigt wurden – was dem ganzen auch leider etwas seinen Witz nimmt):
[26.5., 06:44] Annemarie:
Liebe Nicole, ich habe wieder einmal ein Salatsiebhirni (vielleicht ist ja ein Storch darin?). Haben wir den 6.7. oder den 7.7. abgemacht? In meinen Agenden stehen beide Daten….
[26.5., 08:10] Nicoletta Samira:
Liebe Annemarie
Ob da ein Storch drin ist, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall eine weitere
Redewendung: „ein Hirni wie ein Sieb“ ist notiert. Und wir haben den 6. Juli abgemacht.
[26.5., 08:33] Annemarie:
Danke! Übrigens sagte eine Zürcher Bekannte nicht “ Salatsiebhirni“, sondern „Hirni wie nes Chnöpflisieb“ ! Das hat aber grössere Löcher als das Salatsieb
[26.5., 08:58] Nicoletta Samira:
Interessant! Also auf gut Schwäbisch ein Spätzlesieb. Danke für den Hinweis, wird notiert.
[26.5., 14:05] Nicoletta Samira:
Wobei Jürgen (und seine Mutter) auch Chnöpfli sagen… ist auch in Deutschland nicht ganz einfach mit den Dialekten und den verschiedenen Volksgruppen
Die Großcousine, mit der ich chatte, ist die im Beitrag „Vom sinnlosen Sieb“ erwähnte, weitere „Sprach-Verrückte“ in unserer Familie. Sie lebt in der Schweiz im Aargau. Ich stamme aus der Schweiz, lebe aber seit rund zwanzig Jahren in Südbaden/Süddeutschland, woher auch mein Mann Jürgen und seine Eltern stammen (dies als Hinweis zu den Dialekten). In der ersten Nachricht des Chats bezieht sich Annemarie auf den ersten erklärenden Beitrag dieser Serie „Redewendungen“ mit dem Titel „Was macht der Storch im Salat?“.
Aber jetzt noch zur Redewendung, die im Chat auftaucht: zu „ein Hirni wie ein Sieb“ (wie wir im Dialekt sagen würden) oder eben „ein Gedächtnis wie ein Sieb haben“ schreibt der Duden: (ugs.) „sehr vergesslich sein“ – je nachdem also wie groß die Löcher des Siebs sind, ist man mehr oder weniger vergesslich…
Zum Schluss dieses Beitrags noch ein weiteres „Überbleibsel“ aus dem Beitrag „Vom sinnlosen Sieb“: Beim Kochen mit dem Dampfkochtopf kommt mir auch noch meine Hauswirtschaftslehrerin aus der Schule in den Sinn: sie hat uns Schülerinnen (und Schüler) immer mit explodierenden Dampfkochtöpfen gedroht, wenn wir nicht richtig aufpassen würden – also wenn wir nicht richtig auf den Dampfkochtopf aufpassen würden… deshalb koche ich auch heute noch nicht gerne mit dem Dampfkochtopf – und wenn ich es doch einmal wage, dann sitze ich neben dem Herd und „pass uf wie-n-e Heftlimacher“! Der Duden Band 11 schreibt zu „aufpassen wie ein Heftelmacher“: „bei etw. besonders genau, scharf aufpassen, damit einem nichts entgeht“ und als Herkunft: „Große Anforderungen an die Aufmerksamkeit bei der Arbeit wurden früher auch an die Heftelmacher gestellt, die die kleinen Häkchen und Spangen zum Zusammenhalten der Kleidungsstücke herstellten.“
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