Wasser

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Redewendungen“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite.)

Manchmal kommt eins zum andern… so wie beim Schreiben des Beitrags „Vom sinnlosen Sieb“. Denn aus diesem ersten Beitrag ist ja nicht nur der zweite Beitrag „Noch mehr zum Sieb“ entstanden, sondern es blieb auch der Hinweis auf eine Redewendung unerklärt, welche ich nun in diesem Beitrag erklären möchte (ich wollte die Redewendung ursprünglich in einem P.S. erklären, was ich dann aber unterließ, damit der Beitrag nicht noch länger wurde).

Wer sich dafür interessiert, welche Redewendung ich in nachgeschlagen habe, es war „jemandem das Wasser nicht reichen können“. Der Duden Band Nr. 11 Redewendungen meint dazu: „(ugs.): an jmds. Fähigkeiten, Leistungen o. Ä. nicht heranreichen.“ Und zur Herkunft: „Im Mittelalter wurde vor den Mahlzeiten Wasser zur Reinigung der Hände herumgereicht. Die vorliegende Wendung meinte ursprünglich, dass jemand es nicht einmal wert sei, diese niedrige Tätigkeit auszuüben.“

Aber noch eine weitere Redewendung zum Thema „Wasser“ ist mir beim Schreiben des Beitrags „Vom sinnlosen Sieb“ in den Sinn gekommen: in unserer Gegend würden wir anstelle von „Eulen nach Athen tragen“ oder „eine Sisyphusarbeit verrichten“ eher sagen: „Wasser in Rhy trage“… deshalb ist auf dem Foto dieses Beitrags auch Rheinwasser zu sehen. Der Duden schreibt hierzu nichts, aber dafür interessantes zu einer weiteren Redewendung mit dem Wasser des Rheins: „bis denn fliesst no viel Wasser dr Rhy ab“ – und das nicht nur den Rhein, sondern auch andere Flüsse wie Elbe, Spree, Neckar (und mehr) oder auch den Berg hinunter (Duden, Band Nr. 11, S.843), also hat jede Region hier seinen eigenen Ausspruch über den Umstand, dass etwas noch eine lange Zeit dauern wird. Ich bin gespannt, ob ich noch auf mehr solche Redewendungen stoße, die je nach Region verschieden sind, denn das finde ich besonders interessant!

Bei der Suche unter dem Stichwort „Wasser“ ist mir im Duden noch folgende Redewendung ins Auge gesprungen, weil ich mich daran erinnert habe, dass meine Mutter sie manchmal verwendet hat – es handelt sich dabei meiner Meinung nach weniger um eine Redewendung als eine Naturbeobachtung, auch wenn der Ausspruch im Duden der Redewendungen erscheint: „die Sonne zieht Wasser“. Der Duden (Band Nr. 11, S. 710) schreibt dazu: „(ugs.): die Sonne scheint durch einen Dunstschleier, was auf bevorstehenden Regen hindeutet“. Ob es jeweils wirklich geregnet hat, wenn meine Mutter dieses Wetterphänomen beobachtet, weiß ich allerdings nicht mehr…

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