(Dieser Beitrag ist das 21. Türchen des Adventskalenders hier im Blog. Zu den anderen Türchen geht es hier: Ein Adventskalender für Euch.)
Was habe ich mich gefreut, als ich vor zwei oder drei Jahren (oder ist das doch noch länger her?) bei uns im Gemeindeblättchen gelesen habe, dass im Ort ein Wintersonnwendfeuer stattfindet. Eine kleine Gruppe wackerer Mannen (sie nennen sich „Die Feuerbauer“) haben diesen Brauch bei uns (wieder) aufleben lassen. Dort, wo das alljährliche Fasnachtsfeuer stattfindet, brennt nun am (oder um den) 21. Dezember ein Wintersonnwendfeuer (und inzwischen auch ein Sommersonnwendfeuer, aber das nur nebenbei). Dazu verkauft eine weitere Gruppe tatkräftiger Helfer Getränke und kleines zum Essen, der Erlös für einen guten Zweck. Besonders daran: die gekauften Grillwürste werden an einer Grillstelle selbst gebraten, derweil kommt man gleich mit anderen Besuchern oder den Nachbarn, die auch da sind, ins Gespräch – so schön!
Den Brauch der Sonnwendfeuer kenne ich aus dem Norden, auch wenn ich leider noch nie zur Wintersonnwende dort „oben“ war. Aber ich kann mich noch sehr gut an das Sommersonnwendfeuer in Dänemark erinnern, das wir einmal auf der Insel Samsø mitfeiern durften. Wir waren damals im Juni auf einer vierwöchigen Radtour rund um Jütland und gönnten uns auf Samsø ein paar Ruhetage. Da ich inzwischen ein paar Sätze Dänisch gelernt hatte, konnte ich mit der Platzwartin des wunderschön direkt am Meer gelegenen Campingplatzes ein paar Worte wechseln. Wie alle Dänen, die wir unterwegs getroffen hatten, hat auch sie sich sehr darüber gefreut, dass ich mir die Mühe gemacht hatte, etwas Dänisch zu lernen, denn das ist alles andere als leicht. Und so kommen wir zur Einladung ans Sommersonnwendfeuer, denn die Platzwartin lädt uns persönlich ein, doch am Abend dabei zu sein und beschert uns damit ein unvergessliches Erlebnis. Wir sind wohl die einzigen Nicht-Dänen in der Runde, es wird kräftig gesungen und irgendwann stehen alle auf zum nächsten Lied und wir fragen uns noch heute, ob wir da wohl die dänische Nationalhymne mitgesungen haben? Denn auch wenn ich die Texte mitsingen konnte, so verstand ich doch nur wenige einzelne Wörter davon. Auf jeden Fall war es ein ganz besonderer, feierlicher Moment und wir waren (und sind es immer noch) sehr glücklich und dankbar, dass wir dabei sein durften – das werden wir wahrscheinlich nie vergessen. Und während ich so darüber schreibe, bin ich gleich wieder dort am Strand, genieße das Zusammensein mit diesen netten Menschen, schaue über die Ostsee und sehe weitere Feuer brennen. Inzwischen ist das Feuer fast heruntergebrannt und die Böller, die in der Figur stecken, die im Feuer steht, sind alle mit lautem Knall los gegangen. Jetzt kommt die Zeit der Kinder (und junggebliebenen Erwachsenen): die dürfen in den Glutresten Schlangenbrot an Stecken über dem Feuer backen, den Brotteig dazu hat die Platzwartin für uns zubereitet – wie schön!
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6 Gedanken zu „Wintersonnwende“