Eine (bahnbrechende) Erkenntnis

Genau die drei Worte des Titels habe ich verwendet, um in meinem Tagebuch die Einsicht zu beschreiben, die ich an einem strahlenden Sommersonntag hatte. Und auch wenn sich nun meine Erzählung davon im Folgenden vielleicht banal anhört: für mich war es ein wahrer Durchbruch.

Und zwar geht es um den (meinen) Umgang mit Gegebenheiten: auch wenn es nicht immer so aussieht, so haben wir doch oft die Möglichkeit, etwas an Situationen zu ändern, wir müssen einfach nur den Mut haben, es auch zu tun. Aber dann gibt es natürlich auch all die Situationen, in denen wir – zumindest äußerlich – nichts tun können außer unserem Umgang damit verändern, oder vielleicht eher unsere Einstellung dazu. Inzwischen – nach einem wirklich langen Leidensweg – habe ich für mich herausgefunden, dass in solchen Situationen der heilsamste Weg ist, ganz „einfach“ zu akzeptieren was gerade ist. Auch wenn das natürlich meist alles andere als einfach ist! Aber oft genug sieht danach auch die Situation im Außen komplett anders aus.

Vor ein paar Wochen hat sich mir das ganz eindrücklich gezeigt. Wir wollten endlich wieder einmal auf einen 3d-Parcours zum Bogenschießen. Normalerweise versuchen wir, einen solchen Ausflug auf einen Samstag zu legen, da dann erfahrungsgemäß weniger los ist. Aber irgendwie hatte es samstags einfach nie gepasst, es war sonst irgendwas oder das Wetter spielte nicht mit, so genau weiß ich das nicht mehr. Jedenfalls kam es so, dass wir an einem herrlichen Sonntag losfuhren. Kurz bevor wir den Parkplatz des Parcours erreichten, nahm ich mir ganz fest vor, die Anzahl der Autos auf dem Parkplatz zu ignorieren und mir nicht vorzustellen, wie viele Leute es wohl auf dem Parcours haben würde, wenn auf dem Parkplatz schon so und so viele Autos stehen. Sonst bin ich nämlich manchmal schon gestresst, bevor ich überhaupt aus dem Auto gestiegen bin, denn viele Autos bedeuten viele Leute und viele Leute bedeuten viel Betrieb und dann habe ich immer Mühe, mich zu konzentrieren und bei mir zu bleiben. Dieses Mal nahm ich mir das also wirklich ganz bewusst vor, denn ich wusste ja: ändern konnte ich an der Anzahl Autos (und Anzahl Leuten) sowieso nichts!

Und siehe da: es hat geklappt! Obwohl der Parkplatz recht voll war, haben wir erstaunlich wenig von den anderen Bogenschützen „mitbekommen“. Die große Gruppe am Einschießplatz lässt uns vor gehen und kommt dann erst weit hinter uns. Und obwohl an der Einschreibtafel noch weitere Schützen eingetragen sind, treffen wir auf dem ganzen Parcours keinen davon – nicht einmal, als wir bei der Rasthütte eine gemütliche Pause einlegen – und das an einem sonnigen Sommersonntag! Und selbst wenn unterwegs vielleicht auch von ganz entfernt mal die eine oder andere Stimme zu hören ist, so können wir doch zwischendurch in diese wunderbar tiefe Stille, wie es sie irgendwie nur im Wald gibt, eintauchen. So schön. Ich war (und bin es eigentlich immer noch) selber ganz erstaunt über mich und notiere abends in mein Tagebuch: „Und siehe da, ich schieße (zum ersten Mal) mit meinem Wild Mountain (mein erster eigener Linkshandbogen/Jagdbogen) richtig gut und bin zufrieden. Alles eine Frage der Einstellung und der Perspektive!“ Wie befreiend und entlastend, dass ich mein Verhalten, meine Gedanken, mich ändern kann – und welch unglaubliche Wirkung daraus entsteht!

P.S. Das Foto mit der Spinne im Netz habe ich gewählt, weil ich durch diese bewusste Entscheidung eben nicht mehr – wie die Beute einer Spinne – im Netz (meiner Gedanken und Gefühle) gefangen bin, sondern mich aus eigener Kraft daraus befreit habe – wie wundervoll!

#Worte_die_verzaubern

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