Die unfertigen Blog-Artikel stapeln sich schon fast auf meinem Schreibtisch und trotzdem komme ich einfach nicht auf den Punkt. Dabei geht es immer um ähnliche Themen: Begegnungen und Situationen, in denen wunde Punkte an getriggert werden, mich wütend und traurig zurücklassen und ich einfach nicht dahinterkomme, was abgeht. Es ist wie wenn ich versuche würde, im Trüben zu fischen – wissend, dass da etwas herauszuholen ist, aber ich kann es einfach nicht sehen und stochere mal hier, mal dort – und immer wenn ich glaube, einen Fisch gefangen zu haben, entschlüpft er mir wieder! Manchmal habe ich auch das Gefühl, mein Verstand möchte gar nicht, dass ich klarsehe – vielleicht habe ich einfach Angst davor, was sich da alles offenbaren könnte?
Heute begebe ich mich also von Neuem auf Spurensuche. Dazu hat mich ein Podcast von Veit Lindau (Frei von Schuld) inspiriert. Dabei geht es darum, dass wir in der Vergangenheit hängen bleiben, wenn wir uns schuldig fühlen oder wenn wir anderen grollen (also ihnen die Schuld für etwas in die Schuhe schieben wollen). Und das uns dies natürlich dann daran hindert, voll und ganz im Hier und Jetzt in Freiheit zu leben. Interessanterweise ist es noch keine drei Wochen her, seit ich „Vergebung“ veröffentlicht habe. Wenn ich den Text wieder durchlese, dann passt er immer noch. Nur scheine ich inzwischen tiefer „gegraben“ zu haben und musste feststellen, dass da offensichtlich noch mehr zu vergeben ist: nicht nur mir selber, sondern – und vor allem – auch anderen Menschen. Ich versuche dabei, mich immer wieder daran zu erinnern, dass jeder zu jeder Zeit sein Bestes gegeben hat, auch wenn das nicht so aussieht! Das entlastet die anderen, aber es entlastet auch mich.
Noch weiß ich zwar nicht so recht, wie ich nun vergeben soll, aber das ist im Moment vielleicht auch noch gar nicht so wichtig zu wissen. Das wichtige ist, dass ich vergeben möchte! Also versuche ich einfach darauf zu vertrauen, dass das im Moment genügt und alles Weitere sich zeigen wird.
Frei von Schuld zu sein – das bin ich dem Leben schuldig! Nur so kann ich aus dem Schlamm der Vergangenheit herauswachsen und zu meiner vollen Schönheit erblühen.
#Worte_die_verzaubern
Ein Gedanke zu „Die Macht der Vergebung“