Winterblues – was tun?

Dezember. Noch Wochen bis wieder Frühling ist! Früher habe ich den Winter (auch) geliebt. Als passionierte Skifahrerin konnte ich es oft kaum erwarten, endlich wieder den Schnee unter den Skiern knirschen zu hören und bei strahlendem Sonnenschein die Pisten runter zu flitzen. Nach über zwanzig Jahren auf der Piste habe ich die Skier dann irgendwann in die Ecke gestellt – und nie wieder hervorgeholt (und das auch keine Sekunde bereut). Später bin ich dann auf den Geschmack von Winterurlaub im Norden gekommen: im Schneegestöber am Strand von Sylt nach Bernstein suchen, in St. Peter-Ording im Dezember eine Wattwanderung zu machen, auf Fehmarn nur den Wind und das Meer rauschen hören oder auf Fanø jeden Tag die Eisschollen im Meer klirren hören und die bizarren Eisformen, welche die Wellen täglich von neuem auf den Strand zaubern, mit kindlicher Freude zu entdecken! Doch auch das ist inzwischen Vergangenheit. Was würde ich darum geben, einfach für den Winter in den Norden abhauen zu können… dort wäre mir auf jeden Fall klar, dass ich nicht Motorradfahren kann!

Das wäre das Paradies: im Sommer hier in der Nähe des Schwarzwaldes leben (der Traum jedes Motorradfahrers!) und im Winter an der rauen Nordsee die Weite, den Wind und die Wellen genießen! Doch auch das ist (noch?) Zukunftsmusik…

Was bleibt also? Lange, einsame Spaziergänge an den Rhein – meine Verbindung zur Nordsee. Die besänftigende Wirkung der sanften Wellen und milden Sonnenstrahlen in mich hinein sinken lassen. Laute Rockmusik hören, die meinen Schmerz ausdrückt. Arbeiten, um mich abzulenken – aber das funktioniert leider nur bedingt. Deshalb wäre es vielleicht am besten, ich würde meine Sehnsucht nach dem Motorradfahren einfach loslassen? Ich glaube, ich habe einfach Angst davor, dass ich alles wieder vergesse und meine alten Ängste wieder hochkommen und ich deshalb im Frühjahr in den Fahrstunden wieder bei null anfangen muss, dass sich einfach alles im Winternebel auflöst und nichts bleibt… und das möchte ich nicht! Vor allem möchte ich das neugewonnene Selbstbewusstsein nicht mehr missen und den Mut, dass ich es schaffen kann, meine Träume zu verwirklichen…

#Worte_die_verzaubern

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