Unsere Katzen mögen „birding“. Ich habe vorhin im Garten schon „anting“ gemacht und wenn ich bei Sonnenschein im Strandkorb sitze, dann genieße ich das „lizarding“ auf der Terrasse…
Ich bin überhaupt keine Befürworterin (fast hätte ich „Fan“ geschrieben…!) dieser neu-deutschen Begriffe und habe deshalb bei der gestrigen (nur samstäglichen) Zeitungslektüre wieder einmal den Kopf geschüttelt, als ich auf der Kinderseite (!) den Titel „Heute schon gebirdet?“ lese (und die Begriffserklärung dazu). Wenn ich also – wie jetzt gerade – an meinem Schreibtisch sitze und durch das Fenster, das auf den Garten hinausgeht, die Vögel draußen beobachte, dann beobachte ich eben nicht einfach die Vögel, sondern betreibe ein super neues, ultra cooles Hobby – wow! Denn da steht folgendes (www.badische-zeitung.de/heute-schon-gebirdet, zuletzt abgerufen am 17. Mai 2026): Beim Birding (von „bird“, englisch für „Vogel“) geht es darum, Vögel zu beobachten, dabei die verschiedenen Arten kennenzulernen und dann auch wieder zu erkennen. Und jetzt kommt der Satz, den ich echt den Hammer finde: „Offenbar genießen viele Menschen, dass sie dabei etwas in der Natur tun und mal nicht auf den Bildschirm schauen.“ Also wenn ich solche Dinge lese, kann ich nur den Kopf schütteln und mich fragen, wie weit es mit der Menschheit schon gekommen ist…! Aber es kommt noch besser, der letzte Satz des kurzen Artikels lautet nämlich: „Birding ist übrigens kein neuer Zeitvertreib, das gibt es schon ewig, allerdings unter dem weniger coolen Namen Vogelbeobachtung.“ Na sowas!
Und da es eben doch gleich viel cooler klingt, wenn ich „anting“ betreibe (von „ant“, englisch für „Ameise“), anstatt das ich hier einfach schreibe, dass ich heute beim Umtopfen eines Rosmarin-Strauches in einen Ameisenhaufen gegriffen habe und dann die Ameisen dabei beobachtet habe, wie sie herumwuseln und ihre Eier in Sicherheit bringen oder wenn ich faul im Strandkorb sitze und die Eidechsen beobachte, wie sie sich auf der Terrasse sonnen oder auch über die sonnengebleichten Dielen huschen, dann klingt dass doch gleich nach einer viel sinnvolleren und sinnstiftenderen Tätigkeit, wenn ich schreibe, dass ich „lizarding“ (von „lizard“, englisch für „Eidechse“) betreibe… oder etwa nicht?! (Wer wissen möchte, woher das – deutsche (!) – Wort „Eidechse“ kommt, hier geht es zu meinem Beitrag dazu: Eidechse.
P.S. Über andere solche Wörter aus der samstäglichen Zeitungsausgabe schreibe ich in den Beiträgen „Ein Samstagswort“, „Iridophoren“ und „Leberwurstbaum“.
#Worte_die_verzaubern #blog #sprache #zeitung #samstag #wort #birding #vogel #vögel #beobachten #eidechse #ameise #hobby
Hallo Nicole,
ähm… das „neue“ Hobby, nannte man früher Ornithologie. Sorry, was für ein Schwachsinn-Artikel. Ich finde all die Denglish-Begriffe auch doof. Ich bin ja ein Freund der Mundart, schliesslich ist das Kultur. aber man weiss ja… all das möchte man ja nicht mehr. Also beginnt man Sprache zu gestallten wie man sie braucht.
Ah sorry, hätte den Abschnitt fertig lesen sollen 😅 Hab mich aber auch grade aufgeregt und konnte nicht warten zu antworten. Soso… das Hobby wird jetzt „cooler“ weil‘ einen anderen Namen hat? Okay… Frau lernt ja nie aus, nicht war 🙄
Ich wünsch dir jetzt einen wunderschönen Sonntag beim Vögelbeobachten. Hier ist grade etwas ruhe am Himmel. Ach ne, grade ein Rotmilan vorbei geflogen.
LikeGefällt 1 Person
Das freut mich, dass Du das auch so siehst! 😊
Dir auch einen schönen Sonntag! 😘
LikeGefällt 1 Person
Hmm… Im Deutschen kann man das Nomen Vogel nun mal nicht verbalisieren, ohne dass es anders verstanden wird. Aber natürlich gebe ich dir Recht. Birding! Was für ein Quatsch! Sagt es doch nichts darüber aus, ob es nur ums Beobachten, um das Füttern, das Fangen oder gar um Sodomie geht.
LikeGefällt 1 Person