Neozoen

In unserem Urlaub vergangene Wochen haben wir von unserem Ferienort Großheubach am Main einen Ausflug nach Aschaffenburg gemacht – nicht wirklich, um uns die Stadt anzuschauen, sondern um in einem Schallplattenladen nach Schallplatten zu stöbern (wer wissen möchte, warum wir das machen, hier geht es zum Beitrag „Vinyl-Freude“).

Ganz in der Nähe von „Echobeat records“ am Roßmarkt entdecken wir eine alt aussehende Mauer, ein Stück der alten Stadtmauer vielleicht? Dahinter verbirgt sich der sehenswerte Park Schöntal. Er wurde um die Ruine einer verfallenen Kirche angelegt und im Teich davor entdecken wir Wasserschildkröten! Wir beobachten die Tiere eine Weile beim Schwimmen und Sonnenbaden, schlendern dann aber weiter durch den Park, in dem gerade die zum Teil enorm riesigen Rhododendren in allen möglichen Farbschattierungen von hellrosa über orange und rot bis dunkelviolett blühen. Nach einem leckeren Eis fahren wir wieder zurück in unsere Ferienwohnung, doch das Thema „Wasserschildkröten“ lässt mich nicht los – gibt es diese wirklich wild lebend in Deutschland?

Ich recherchiere also im Internet und finde dabei folgendes heraus: bei den Wasserschildkröten, die wir im Park gesehen haben, handelt es sich um ausgesetzte Tiere, die anscheinend das ganze Jahr über dort leben (sie verfallen im Winter in eine Art Starre). Solche Tiere, die zwar bei uns leben, aber nicht von hier stammen, nennt man Neozoen, das sind neobiotische Tiere: Neobiota sind Lebewesen, welche nicht allein auf natürlichem Weg, sondern mit Hilfe des Menschen in ein Gebiet einwandern, in dem sie zuvor nicht heimisch waren. Wenn sie sich danach über mehrere Generationen ohne Einfluss des Menschen erhalten können, gelten sie als etabliert. (wiki/Neobiota, zuletzt abgerufen am 12. Mai 2026)

Interessant ist auch die Liste der Neozoen in Deutschland (wiki/ListeNeozoenDeutschland, zuletzt abgerufen am 12. Mai 2026): dort finde ich nämlich den sogenannten Spinnenläufer (siehe Beitragsfoto und wiki/Spinnenläufer, abgerufen am 12. Mai 2026), der mich schon einmal bei uns im Keller erschreckt hat und den wir inzwischen aber auch schon auf unserer Terrasse gesehen haben – er huscht mit seinen vielen Beinen immer ganz schnell weg, wenn wir ihn in einem seiner dunklen Verstecke stören. Er ist ganz am Ende der Liste unter „Sonstige Tiere“ aufgeführt. In Deutschland wurde er zuerst in die Weinberge und felsigen Standort in Südwestdeutschland (dazu gehört auch unsere Wohngegend) eingeschleppt, da es hier sehr sonnig ist. Da sich Spinnenläufer von Insekten (vor allem Fliegen) und Spinnen ernähren, werden sie von Weinbauern als nützliche Schädlingsvertilger geschätzt – was man von anderen eingeschleppten Arten wie zum Beispiel der Tigermücke, der asiatischen Hornisse oder der die invasiven Ameisenart Tapinoma magnum nun wirklich nicht behaupten kann! Während die Tigermücke unseren Garten trotz verschiedenen Maßnahmen schon bevölkert, hoffen wir, dass wir von der bereits im Nachbarort auftretenden invasiven Ameisenart verschont bleiben…!

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3 Gedanken zu „Neozoen“

  1. Vinyl und Natur gut kombiniert!
    Auf dem Friedhof sah ich neulich einen üppig blühenden Rhododendron in einem so schrillen Pink, dass ich es geradezu unangemessen fand. Aber vielleicht war das ja die Lieblingsfarbe des dort zur letzten Ruhe gebetteten Menschen.

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  2. Interessant, das mit den Neozoen – hab ich nicht gewusst.

    Ob Schildkröten hier heimisch werden könnten? Es würde ihnen wahrscheinlich gehen wie den Kröten…

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