Hemliglunggi

Bei uns im Wald blühen schon die „Hemliglunggi“. Als Kind war dieser Name für mich ganz normal, erst später habe ich herausgefunden, dass diese weißen Frühlingsblüher im Wald korrekt „Buschwindröschen“ heißen – was für ein umständlicher Name! Ich sage heute noch „Hemliglunggi“ und freue mich immer wie ein Kind, wenn ich die ersten weißen Blüten von ihnen im nahen Wald entdecke.

Doch seit in Südbaden lebe, hat der Begriff noch eine andere Bedeutung bekommen: die sogenannten „Hemdglunki“ (oder wirklich auch „Hemliglunggi“) ind nämlich Fasnachtsgestalten, die am „Schmutzige Donnschdig“ im weißen Nachthemd und meist mit einer Schlafmütze bekleidet umherziehen – oft gehen die „Hemdglunki“ auch so zur Arbeit. Das war und ist für mich immer noch ziemlich gewöhnungsbedürftig! Aber mein Mann freut sich immer auf den „Schmutzige Donnschdig“, denn da spendiert der Firmenchef immer Berliner für alle! Besagter Firmenchef hat übrigens einmal eine Wette verloren (worum es dabei ging, weiß nicht mehr) und musste deshalb einmal am betreffenden „Schmutzige Donnschdig“ als „Hemdglunki“ verkleidet bei der Arbeit erscheinen…

Das Buschwindröschen hat übrigens eine ganze Reihe von Trivialnamen! Oft wird es als Hexenblume bezeichnet, in der Schweiz auch als Geissenblümchen oder Geisseblüemli. Und auch regional gibt es dafür ganz unterschiedliche Namen wie zum Beispiel die Augenblume in Ostfriesland, in verschiedenen Regionen wird es Merzenblume genannt, in Salzburg Schneekaterl, die Storchblume ist es in Brandenburg und Schwaben, in Schlesien das wilde Veilchen das Waldglöckli im Berner Oberland, das Waldhähnchen in Oldenburg oder auch die Wasserblume im Vogtland. (wiki/Buschwindröschen, zuletzt abgerufen am 5. März 2026)

Auch wenn ich ein paar der Namen wirklich „härzig“ finde, so bleibe ich doch bei „Hemliglunggi“ (und meiner kindlichen Freude)…!

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6 Gedanken zu „Hemliglunggi“

  1. „Berliner“, die ja nur außerhalb Berlins so heißen und in Berlin schlicht „Pfannkuchen“ genannt werden, scheinen eine weit verbreitete Bürolage zu sein (in Berlin gerne am 11.11. an die Mitarbeiter verteilt). Einen Tag, an dem alle im Nachtgewand zur Arbeit gehen, stelle ich mir in unserer Hauptstadt so witzig vor, dass ich sogar daran teilnehmen würde, gäbe es ihn hier.

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  2. Meine Großcousine schreibt mir per Mail noch folgendes:
    „Ich wollte dir aber schreiben wegen der Hemliglunggi. Die heissen bei
    unserer Familie aber „Hemiglunggerli“, ohne das „l“ im „Hemi“. Frag mich
    nicht warum. Und die Berner nennen sie „Guggugerli“. Die Zürcher
    „Holzblüemli“ und die Urner „Waldblüemli“. Das habe ich alles von
    Bekannten.  Und bei meinem Mann sind es „Bettsaicherli“, womit ich gar nicht
    einverstanden bin, weil wir die „piss-en-lit“, also das
    Wiesenschaumkraut, so bezeichnen. Offenbar ist es aber im oberen
    Baselbiet wirklich das „Bettsaicherli“. Das alles zeigt aber, dass diese
    Anemonen beliebt sind und als Frühlingsboten begrüsst werden!“

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