Wok-WM

Die olympischen Winterspiele 2026 in Mailand Cortina bescheren mir nicht nur bewegende Momente, sondern auch ein neues Wort (das allerdings nichts mit Olympia zu tun hat).

Ich habe mich nämlich am vergangenen Wochenende gefragt, ob Bobfahren (noch) olympisch ist. Als Kind hatte ich so einen rot-weißen Viererbob (aus Plastik) – mein Bruder hat mir im Schnee manchmal Bobbahnen dazu gebaut, damit wir den Bob durch den Schnee sausen lassen konnten (zumindest in den Skiferien, sonst gab es bei uns kaum Schnee). Also mal nachschauen (www.olympics.com/bob, zuletzt abgerufen am 9. Feb. 2026): Das Bobfahren gibt es noch mit vier Disziplinen (Monobob Frauen, Zweierbob Männer/Zweierbob Frauen und Viererbob Männer).

Dann kommt mir in den Sinn beziehungsweise ich frage mich, ob ich mich richtig erinnere, nämlich dass es in meiner Jugend (also in den Achtziger Jahren) mal eine jamaikanische Bob-Mannschaft gegeben hat, über die später sogar ein Film gedreht wurde. Auch hier finde ich die entsprechenden Informationen im Netz (wiki/Jamaikanische_Bobmannschaft, zuletzt abgerufen am 9. Feb. 2026): Und ja, es gab wirklich eine jamaikanische Bobmannschaft, die erstmals 1988 an den olympischen Winterspielen in Calgary teilnahm. Anscheinend hatten Amerikaner auf Jamaika ein Seifenkistenrennen beobachtet und dabei festgestellt, was für ausgezeichnete Sprinter die Jamaikaner sind – beim Bobfahren ist der Sprint zu Beginn des Rennens, wenn also die einzelnen Mitglieder der Mannschaft neben dem Bob herrennen, um Geschwindigkeit zu bekommen, bevor sie dann in den Bob hineinspringen, enorm wichtig. Deshalb fanden diese Amerikaner, dass ein jamaikanischen Seifenkistenrennen eben einfach ein Bobrennen ohne Eis ist. An den olympischen Winterspielen 1992 in Albertville schaffte es die jamaikanische Mannschaft sogar auf den vierzehnten Platz, noch vor den Mannschaften aus den USA, Frankreich und Russland! Der Film „Cool Runnings“, den schließlich Disney über die Olympiateilnahme 1988 produzierte, hat die fiktive Geschichte um das erste Antreten einer jamaikanischen Bobmannschaft bei Olympischen Spielen zum Inhalt hat.

Doch das Wort, um den sich der heutige Beitrag dreht, entdecke ich unter der Rubrik „Sonstiges“ weiter unten auf der oben zitierten Wikipedia-Seite – diese Rubrik sowie die Rubrik „Trivia“ lese ich immer besonders gern, weil da eben meist interessante, aber eher unbekanntere Informationen zu finden sind – so eben auch diesmal, da steht nämlich, dass die jamaikanische Bob-Mannschaft im Jahr 2004 an der Wok-WM in Innsbruck teilgenommen und Platz vier belegt hat, im Jahr 2014 gewannen sie in Berchtesgaden sogar die Goldmedaille im Vierer-Wok. Vierer-Wok? Wok-WM? Lese ich richtig? Fahren die etwa einem Wok durch den Eiskanal?! Ja, tatsächlich…! Wikipedia (wiki/Wok-WM, zuletzt abgerufen am 9. Feb. 2026) schreibt dazu: „Die Wok-WM oder Wok-Weltmeisterschaft ist ein von 2003 bis 2015 und seit 2022 durchgeführter Wettbewerb, bei dem die Athleten mit einem modifizierten asiatischen Wok eine Rennrodel- und Bobbahn befahren. Es gibt jeweils ein Einzelrennen („Einer-Wok“) und einen Mannschaftswettbewerb („Vierer-Wok“) mit jeweils zwei Durchgängen.“ Sie wird durch einen privaten Fernsehsender produziert und ausgestrahlt, die Teilnehmer sind hauptsächlich bekannte Gesichter aus Fernsehen und dem Sportbereich. Der Wok selber ist tatsächlich im Grunde ein herkömmlicher, handgearbeiteter Wok aus Stahlblech, wie er für Großküchen verwendet wird. Der Durchmesser beträgt 66 cm, die Wandstärke circa 2 mm. Für die Rennen wird er dann leicht modifiziert. Wer sich da einmal anschauen möchte – ist wirklich sehenswert! – findet auf Youtube eine ganze Menge Videos, deshalb hier nur zwei Links dazu (beide zuletzt abgerufen am 9. Feb. 2026): www.youtube.com/Einer-Wok und www.youtube.com/Vierer-Wok. Viel Spaß!

P.S. Zweier-Wok gibt es leider nicht, ich habe jedenfalls nichts darüber gefunden… schade eigentlich, sonst hätte nämlich gern mit meinem Mann eine Mannschaft gegründet. Das wäre bestimmt ein Spaß gewesen…! (Er fand die Idee allerdings nicht so lustig…)

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5 Gedanken zu „Wok-WM“

    1. Da wir keinen Fernseher haben (noch nie einen hatten), habe ich das nicht gekannt. Gestern bei einem Familientreffen habe ich dann eben festgestellt, dass die meisten das schon aus dem Fernsehen kennen.

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      1. Tja manchmal ist es gar nicht schlecht einen zu haben.
        Ich hab zwar einen der seit über 10 nicht mehr angeschlossen ist.
        Aber ich gucke auch nur bei meinem Partner mit.

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