Eponyme

Eigentlich wollte ich heute (Freitag, 6. Februar 2026) gar keinen Blogbeitrag schreiben, sondern den Text auf meiner Eingangsseite „Herzlich willkommen“ überarbeiten, weil der nach der Neuausrichtung meines Blogs auf das Thema „Sprache“ (mehr dazu im Beitrag „Am Aufräumen“) nicht mehr so ganz passt. Aber dann hat mich folgender Kommentar einer meiner Blogleserinnen und -abonnementinnen Christa Hartwig (christahartwig.wordpress.com, zuletzt abgerufen am 6. Feb. 2026) zu meinem Beitrag „Mesmerized“ zu diesem Beitrag inspiriert:

Schon schade, wenn nur die Engländer so ein „Sprachdenkmal“ für einen Arzt und seine Heilmethode errichtet hätten. Dein Beitrag hat mich dazu gebracht, kurz über aus Namen gebildete Begriffe in der deutschen Sprache nachzudenken. Warum fällt mir da spontan nur „kafkaesk“ ein? Und das wurde übrigens auch von dem Englischen „kafkaesque“ übernommen. Ich glaube allerdings, im Bereich der Medizin gäbe es weitere Beispiele.

Auf der Suche nach anderen Adjektiven ist mir nämlich in den Sinn gekommen, dass ich einmal über solche Wörter geschrieben habe, das waren allerdings alles Substantive (mehr dazu im Beitrag „Kuriositäten“). Ich lese dort auch, dass man solche Begriffe „Eponyme“ nennt und habe mich deshalb auf die Suche nach weiteren Eponymen mit Schwerpunkt auf Adjektive gemacht. Wenn ich bei Google die Suchbegriffe „eponyme adjektive“ eingebe, gibt es da – neben kafkaesk (von Franz Kafka mit der Bedeutung „beschreibt eine albtraumhaft-absurde Situation) – doch noch ein paar andere (mehr oder weniger schöne!): sachertypisch haben wir der Sachertorte (und ihrem Erfinder Franz Sacher) zu verdanken, ebenfalls aus dem Lebensmittelbereich kennen wir das Wort „pasteurisiert“ (von Louis Pasteur), dieselbetrieben geht auf Rudolf Diesel zurück, dann haben wir noch marxistisch und sokratisch – und naja, die restlichen erspare ich Euch (ich glaube nämlich nicht, dass jemand noch das Wort „guillotinieren“ von Joseph-Ignace Guillotin benutzt…!).

Der Sprachratgeber von Duden (zuletzt abgerufen am 6. Feb. 2026) schreibt zum Eponym folgendes: „Gattungsbegriffe oder Verben, die sich aus Personennamen herleiten, bezeichnet man als Eponyme (aus griech. eponymos = „seinen Namen woher habend, wonach benannt“; darin onyma = „Name“).

Ein sprachwissenschaftlicher Artikel auf Wikipedia (zuletzt abgerufen am 6. Feb. 2026) beschreibt noch folgende Unterscheidung: Ein Wort, das von einem Eigennamen abgeleitet ist, wird nicht nur als Eponym (Eigennamenbegriff), sondern genauer als Patronym bezeichnet. (Das würde als vor die oben erwähnten Adjektive gelten.) Ein Eigenname bzw. eine Markenbezeichnung, die später synonym für das (erfundene, entwickelte, herausgegebene) Produkt steht (z.B. Tempo für Taschentuch), wird hingegen korrekt als Deonym bezeichnet (mehr dazu in meinem Beitrag „Deonmye“).

Übrigens kennt die Rechtschreib-Prüfung von Word nicht alle diese Begriffe…!

P.S. Noch eine Bemerkung zum Beitragsbild: Die Idee für das Foto mit der Silhouette von Bergen hat folgenden Hintergrund: Das Wort Silhouette geht auf den französischen Politiker Etienne de Silhouette (1709–1767) zurück, der – eher schottisch –, um zu sparen, sein Schloss mit selbst gemachten Scherenschnitten ausstattete. (Quelle: Sprachratgeber von Duden, zuletzt abgerufen am 6. Feb. 2026)

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4 Gedanken zu „Eponyme“

  1. Du bist dem Eponym wirklich auf den Grund gegangen. Es freut mich, dass Du Dein Blog auf das Thema „Sprache“ ausrichtest, denn es ist ein großes Thema und alles andere als Unwichtig in einer Zeit, die mich an Ionescos „Nashörner“ denken lässt.

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