In unserem Weihnachtsurlaub in Meersburg am Bodensee (siehe dazu auch den vorherigen Beitrag „Mesmerized“) habe ich den Grauburgunder entdeckt. Nachdem ich nun mehrere Jahre überhaupt keinen Wein mehr getrunken habe, weil ich davon Migräne bekam, habe ich bei einem Essen in einer der Weinstuben in Meersburg bei meinem Mann einen Schluck Grauburgunder probiert. Bisher habe ich als Weisswein eigentlich nur den Gutedel gekannt, das ist das, was man hier bei uns im Markgräflerland trinkt (auch gerne als Schorle weiss-sauer, also Weisswein – und das ist dann immer Gutedel – mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser). So bin ich also auf den Geschmack des Grauburgunders gekommen – und das ohne Kopfschmerzen am nächsten Tag.
Zuhause haben wir dann welchen aus dem Kaiserstuhl gekauft und ich habe das Etikett der Flasche studiert (das mache ich immer, ist immer interessant!). Dort habe ich den Begriff „Terroir“ entdeckt und mich gefragt, was er wohl in der „Weinsprache“ bedeuten mag. Er erinnert mich an das Wort „Territorium“ und wird wohl etwas mit Gegend, Region oder so zu tun haben – aber damit ich hier nichts falsches schreibe, schaue ich sicherheitshalber mal noch im Netz nach (obwohl da ja auch nicht immer alles stimmt, was geschrieben steht…!).
Wer es ganz genau wissen will, besucht am besten die Seite www.wein-konzept.de (der Link führt direkt zum kompletten Beitrag, zuletzt abgerufen am 5. Feb. 2026) – folgendes steht dort als Einleitung zum Begriff „Terroir“:
„Der französische Begriff „Terroir“ ist in der Weinwelt international in aller Munde. Es gibt „Terroirweine“ aus den unterschiedlichsten Anbaugebieten in Supermärkten und Weinfachhandlungen zu kaufen. Kann man Terroir denn nun auch wirklich schmecken?
Versucht man mittels eines Übersetzers den Begriff aus dem Französischen zu übersetzen, lautet die heutige deutsche Übersetzung ebenfalls „Terroir“. In alten Wörterbüchern findet man auch die Übersetzungen Boden und Land zu dem französischen Wort. Sogar „le goût de terroir“, der Bodengeschmack, ist ein fester Begriff. „Terra“ bedeutet im Lateinischen Erde oder Land. Ist also mit Terroir der Boden, auf dem die Reben wachsen gemeint oder steckt noch mehr dahinter?
Natürlich steckt noch mehr dahinter. Wenn wir dem Begriff einen ganzen Beitrag widmen, beinhaltet er weit mehr als die pure Geologie. Vielmehr umfasst der Begriff den Boden, die Lage und Hangexposition, bzw. –ausrichtung, das dort herrschende Klima und durch die Kultivierung auch den Einfluss des Menschen auf die Landschaft.“
Und als „Fazit“ am Ende des Textes:
„Die in den verschiedenen Erdzeitaltern entwickelten Böden, die durch ihre ganz eigene Entstehungsgeschichte und die heutige Bewirtschaftung geprägt sind und die Rebe, die den Gegebenheiten entsprechend ihre Bedürfnisse erfüllen kann, sind Ausdruck von „Terroir“. Jede Rebsorte hat ihren eigenen Charakter. Findet sie aufgrund der örtlichen Gegebenheiten alles, was sie für ein gutes Wachstum braucht, in ausreichender Menge vor, kann sie ihre Charakterstärken voll ausspielen. Welche unterschiedlichen Charakterzüge von ein und demselben Rieslingklon sich aufgrund verschiedener Terroirs zeigen, kann man genau schmecken. Es ist beeindruckend, wenn ein Winzer z.B. Riesling aus verschiedenen Lagen genau gleich vinifiziert. Dann zeigen sich im Wein sehr unterschiedliche Ausprägungen von Frucht und Körper, Zugänglichkeit und Verschlossenheit und auch der Balance von Süße und Säure. Je nach Bodentyp spiegeln sich fruchtige, kräuterige oder florale Aromen intensiv oder dezent wider.
Das Zusammenspiel von Terroir und Rebe ist der Grund, warum ein Chardonnay aus dem burgundischen Chablis aufgrund seiner Herkunft anders schmeckt als ein Chardonnay aus Rheinhessen.“
Also weit mehr als nur Gegend, Region oder so, wie ich das oben so salopp geschrieben habe…!
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Es gibt Weinkenner, die schmecken nicht nur die genaue Gegend heraus, wo der Wein gewachsen ist, sondern auch, ob von den besseren Hängen oder von den Schattenseiten der Sonne weniger zugewandt .. Und gar der Papst, schmeckt erstmal die Erde ab, wenn er wo ankommt, um zu sehen, wo er ist .. Bechern tut er dann während der Messe und abends vor dem Zubettgehen ..
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