In den beiden (gesprochenen) Beiträgen „Schwyzerdütsch“ und „Und no meh Schwyzerdütsch“ habe ich ja schon einiges an Helvetismen aufgeführt (ein Helvetismus ist laut Duden eine „schweizerische Spracheigentümlichkeit“). Hier möchte ich noch weitere aufführen – für alle, die auch mal in der Schweiz unterwegs sind (oder arbeiten) und sich zum Beispiel fragen, was denn bitte ein „Duvet“ ist…!
Da gibt es zum Beispiel Begriffe, die im Schweizerdeutschen so aussehen, als seien sie auch im Hochdeutschen korrekt, es aber nicht sind. Wenn ich zum Beispiel in einem Hotel die Gäste über mir herumlaufen höre, sage ich, das Hotel ist aber „ringhörig“ – in Deutschland wird dafür aber der Begriff „hellhörig“ verwendet. Der Schüttstein ist die Spüle, der Estrich der Dachboden, das Nachtessen das Abendessen oder Abendbrot, der Abfall (oder auch Kehrricht) der Müll (Kehrrichtabfuhr/Müllabfuhr), der Schwingbesen ist der Schneebesen, das Wallholz ist in der deutschen Küche das Nudelholz, der Kübel ist im Eimer und gratis ist kostenfrei – und meine Schwester nennt ihr Smartphone immer noch hartnäckig „Natel“ (von „nationales Autotelefon“) und nicht Handy… Ich habe noch eine Schweizer Identitätskarte, aber inzwischen auch einen deutschen Personalausweis. Neulich hat eine Schweizer Kundin im breitesten Dialekt bei uns im Supermarkt den „uperisierten Rahm“ gesucht… und hat damit haltbare Sahne gemeint – der Verkäufer hat zum Glück gewusst, was die Dame meint…! Die „Klassiker“ sind für mich aber immer noch die Begriffe „parkieren“ für „parken“ und „grillieren“ für „grillen“ – da trennt sich dann die Spreu vom Weizen…!
Spaß beiseite: interessant finde ich auch immer, dass hier im deutschen Markgräflerland während der Spargelsaison „Spargel“ gegessen wird, in der Schweiz hingegen „Spargeln“. Und noch ein Wort, das ich zwar kaum verwende, wo mir aber das Thema Einzahl/Mehrzahl auch schon aufgefallen ist: hier geht man zur Modenschau, in der Schweiz zur Modeschau.
Und dann gibt es noch eine ganze Reihe französischer Begriffe, von denen ich hier aber nur ein paar wenige auflisten möchte. Besonders interessant ist hier zum Beispiel der Begriff „Glacé“, denn mein Mann sagt auch nicht „Eis“, sondern „Iis“ (das hochdeutsche „Eis“ wird also alemannisiert/in den Dialekt „übersetzt“) – so kann es inzwischen vorkommen, dass ich frage: „Wän mir no Iis ässe? Denn hol ich nämlich s’Glacé scho mo ussem Tiefkiehler.“ Sprachverwirrung total…! Bekannter sind bestimmt der Coiffeur/Coiffeuse, wobei ich auch das Wort Friseur/Friseurin holperig finde und deshalb einfach sage, dass ich zur „Reni“ gehe. Das „Trottoir“ ist je nach Region der Gehweg, Gehsteig oder Bürgersteig (besonders den Bürgersteig finde ich irgendwie total amüsant) und das „Portemonnaie“ ist der „Geldbeutel“ – lustigerweise sagt Jürgen Geldbeutel, während ein Kollege von uns, der bei Hannover lebt (wo angeblich das beste und reinste Hochdeutsch gesprochen wird, wie er nicht müde wird zu betonen!) – Portemonnaie sagt (das aber wahrscheinlich dann „Portmonee“ oder so schreibt… Wer gut schlafen möchte, deckt sich in der Schweiz mit einem „Duvet“ zu, wir nehmen hier die „Bettdecke“. Voilà!
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Aha! Dann liebt es unser Dackel mit dem Duvet zugedeckt zu werden, damit sie es schön warm hat 😊 Klingt viel besser als müffelnde *hust* Hundedecke
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Genau! In der Schweiz wäre das dann ein Bernhardiner namens Bello…
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😀
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