Der Kreis schließt sich

(Dieser Beitrag ist der letzte in der Serie „Vinyl-Freude“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Vinyl-Freude“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Wie schon im vorherigen Beitrag „Letzte Schallplatten“ und im Beitrag „Am Aufräumen“ angekündigt, ist dies der letzte Beitrag in der Serie „Vinyl-Freude“. Den Titel „Der Kreis schließt sich“ habe ich eigentlich gewählt, weil ich in diesem Beitrag auf zwei alte Beiträge meines Blogs zurück kommen möchte, die sich schon ganz am Anfang meines Blogs mit Musik befasst haben und die ich beim Aufräumen – denn ich bin ja wie oben bereits erwähnt „Am Aufräumen“ – gefunden habe. Erst später ist mir aufgegangen, wie gut der Titel zum letzten Beitrag in der Serie „Vinyl-Freude“ passt: die Schallplatte ist ja auch rund. So schließt sich der Kreis zur Musik hier im Blog: von den ersten Anfängen, bei denen ich noch auf andere Weise Musik höre als heute zu den Beiträgen der „Vinyl-Freude“, in der ich quasi auf einem anderen „Niveau“ angekommen bin. Wobei das Thema Musik wahrscheinlich ja nicht ganz aus meinem Blog verschwinden wird! Durch die regelmäßige Lektüre der „MINT“ und auch indem ich sonst mit dem Thema „Musik“ befasse, werde ich wohl noch viele Ideen für Sprachthemen bekommen, die dann ja weiterhin hier meinen Blog passen, der sich neu ja nur noch mit dem Thema „Sprache“ befassen wird.

Aber jetzt noch zu den beiden „alten“ Beiträgen: In den beiden Beiträgen „Musik in meinen Ohren“, ursprünglich am 21. Februar 2018 als dritten (!) Beitrag hier in meinem Blog veröffentlicht, inzwischen aber gelöscht und dem Beitrag „Wer sich die Musik erkiest…“ (veröffentlicht am 6. August 2019, inzwischen ebenfalls gelöscht) schreibe ich über (meine) Musik folgendes:

Musik in meinen Ohren

Manchmal höre ich genau das eine Lied, das mich wieder aufbaut, motiviert, tröstet, mich zum Lachen bringt, mir Energie gibt – kurz: das mir den Tag rettet! Heute war es das Lied „I am what I am“ von Gloria Gaynor. Seit gestern Nachmittag hatte ich mir den Kopf über einer Einsendeaufgabe für meine Weiterbildung zerbrochen, heute früh dann die rettende Idee. Als alles „im Kasten“ war, war ich total erleichtert, aber irgendwie auch kaputt – was täte mir jetzt am besten? Zum rausgehen war es mir zu kalt, da fiel mein Blick auf den Stapel alter CDs, die ich von meinem Bruder zum Rippen bekommen hatte, aber noch nicht dazugekommen war. Deshalb lagen diese auch noch im Büro herum. Ich stöbere kurz darin, finde einen Sampler aus den 80ern und lege die CD in die Stereoanlage, die ich sonst im Büro nie benutze, weil ich zum Lernen und Arbeiten Ruhe brauche. Es beginnt mit „Born to be alive“ und dann fällt mein Blick auf der Rückseite auf das Lied von Gloria Gaynor. Die weiteren Songs werden geskippt, dann der Regler aufgedreht: DAS ist genau das Richtige! Ich singe lauthals mit, hüpfe – so gut das in unserem winzigen Büro geht – herum und freue mich RIESIG darüber, dieses Lied wieder gefunden zu haben. Das Lied klingt schließlich aus, ich poste grad noch den Link zum YouTube-Video* auf Facebook und siehe da: eine Studienkollegin schreibt, das sei für sie heute genau das Richtige! Schön! Alles kommt immer zur rechten Zeit.

Oft ist die Musik auch das, was mich runterfährt, womit ich entspannen und abschalten kann, womit ich in meine eigene Welt entfliehen kann. Das ist besonders abends, wenn ich mit Kopfhörern Musik höre: wenn ich auf dem Sofa oder im Wintergarten (ich habe zum Glück einen Sennheiser-Funk-Kopfhörer) chille, lasse ich mich von den Stimmen und Klängen einlullen und manchmal läuft es mir kalt den Rücken hinunter, weil mich die Musik so berührt.

Manchmal brauche ich aber weder Kopfhörer noch Stereoanlage noch iPod, da läuft die Musik in meinem Kopf sogar in Endlosschleifen. Steuern lässt sich das nicht, kürzlich war ich mit dem Fahrrad unterwegs und musste einen Hügel hinaufstrampeln. Schon in der ersten Kurve habe ich die Segel gestrichen und bin zu Fuss weiter, das Fahrrad schiebend. Plötzlich geht es in meinem Kopf los mit Aerosmith und „I don’t want to miss a thing“ – und auch wenn ich probiert habe, an einen anderen Song zu denken: No chance! Bis ich oben auf dem Hügel angekommen war, lief der Song in Endlosschleife! Obwohl ich mir nun wirklich nicht ständig Aerosmith anhöre… ehrlich! Weder mit noch ohne Kopfhörer…

*zuletzt abgerufen am 3. Dez. 2025

„Wer sich die Musik erkiest…

…hat ein himmlisch Gut gewonnen.“ Diese Zeilen von Martin Luther – ich nehme an, sogar das ganze Gedicht – hat meine Großmutter vor vielen Jahren in mein Poesiealbum geschrieben. Illustriert war das Zitat mit einem Harfe spielenden Engel, denn um Engel geht es auch im Gedicht. Zu diesem Zeitpunkt – ich war wohl so im Grundschulalter –  habe ich noch „brav“ (klassische) Geige gelernt, was ich dann aber, als ich volljährig wurde, nach neun erfolglosen Jahren den Nagel gehängt und bis heute keine Minute bereut habe! Zu den Engeln habe ich inzwischen gefunden und auch wenn ich als Kind wirklich Harfe spielen lernen wollte – was meinen Eltern aber (zum Glück?) zu teuer war – ist mein Musikgeschmack doch ein ganz anderer geworden: satte melodische Gitarrenriffs, ein „gut abgehangenes Saxophon“ (wie es so schön bei Reinhard Mey in „Lulu“ heißt), darunter kräftiger Bass und rhythmusgebendes Schlagzeug – es darf auch mal viel Synthesizer sein – auf jeden Fall sind Pop und (Hard) Rock meine (Musik-)Welt. Und wie wichtig mir Musik ist, habe ich (wieder einmal!) festgestellt, nachdem ich eine ganze Weile keine mehr gehört hatte.

Bewusst ist mir das geworden, als ich kürzlich vom Einkaufen kam. Alle Fenster waren wegen der Hitze geschlossen, die Rollläden ebenso. Es herrschte dieser typische, hochsommerliche Dämmerzustand im Haus, den ich nicht besonders mag. Um ein bisschen auszuruhen, setzte ich mich aufs Sofa. Und plötzlich war da ein Song in meinem Kopf – dass mir das öfter so geht, habe ich ja schon in „Musik in meinen Ohren“ beschrieben – und mir wurde bewusst, wie lange ich mir schon keine Musik mehr angehört hatte (außer vielleicht im Auto, aber das ist was Anderes). Normalerweise setze ich mich abends mit meinen Kopfhörern aufs Sofa oder in den Wintergarten und höre einfach nur Musik. Die Sommerabende hatten wir aber meist draußen verbracht und auch tagsüber hatte ich irgendwie die Anlage nie eingeschaltet, obwohl ich da auf niemanden Rücksicht nehmen muss (außer vielleicht auf unsere Katzen) und auch mal richtig aufdrehen kann. Aber jetzt musste ich diesen Song unbedingt anhören! Also die Stereoanlage eingeschaltet, das Lied angewählt und dann – einfach zurücklehnen und genießen…

Es blieb nicht bei dem einen – übrigens eine schöne Zeile aus „Rote Lippen soll man küssen“ von Cliff Richard – und mir wurde bewusst, wie sehr mir das gefehlt hatte. Denn (laute) Musik zu hören, vielleicht auch noch lauthals – natürlich alles nur bei geschlossenem Fenster! – mit zu singen, da fühle ich mich so richtig lebendig und spüre, wie das Leben regelrecht in mir pulsiert, wie jede Faser in mir von Freude und unbeschreiblichem Glück durchströmt wird. Und weg sind alle trüben Gedanken, alle Sorgen – einfach alles, was mich vielleicht soeben noch belastet hat, löst sich in Luft auf – ich bin einfach nur noch… oder wie Metallica es so schön ausdrückt: „… and nothing else matters!“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen…

#Worte_die_verzaubern #blog #serie #vinyl #freude #schallplatten #musik #beitrag #anfang #kreis #rund

7 Gedanken zu „Der Kreis schließt sich“

  1. Alles schön gesagt und gefühlt. Kann ich nur unterschreiben, obwohl mir beim Kopfhörer-Hören immer was fehlt. Das Auflagegewicht find ich auch wichtig, obwohl ich meins nicht mehr nutzen kann, denn mein Thorens hat ein Schwingchassis und das Gewicht drückt dies dann in eine Fehlstellung nach unten. Das könnte man zwar einstellen, aber für die Fein- und Nachjustierung bin ich nicht gerade der Fachmann. Ich denke, dass trotzdem noch hin und wider was zum Thema „Vinyl“ bei dir kommt, denn das Thema ist unerschöpflich wie der Brunnen des Demokritos tief ist .. 😍

    Gefällt 1 Person

    1. Seit wir unsere neue Anlage haben, verstauben die Kopfhörer… brauche ich nur noch für unterwegs. Das mit dem Gewicht ist auch so eine Ansichtssache – ich finde es vor allem optisch schöner. Ja, natürlich wird es weiterhin Musikthemen bei mir geben, es gibt ja noch viele Begriffe, die zum Thema Sprache passen…

      Gefällt 1 Person

  2. MP3 gibts schon lange, aber hab ich nie gehört, weil zu stark komprimiert. Früher hab ich Zeitschriften wie ‚Audio‘, ‚Stereoplay‘ oder ‚Stereo‘ gelesen und da war das auch ein Thema. Die getesteten Hifi-Komponenten waren so in ihrer Hörqualität dargestellt, dass man sie förmlich hörte, aber dann beim Kauf klangen sie doch anders. Marantz etwa buchte Doppelseiten in Hochglanz und so fielen dann auch die Tests aus. Doch de facto war Marantz aus Japan immer ein Schönfärber, der seidig weich und zurückhaltend klang. Anders noch die Geräte des Firmengründers, die in Amerika hergestellt wurden .. Die waren echt Kult. Ich hatte noch einen Marantz Receiver 2250 und da glänzen mir die Augen, wenn ich an den Klang denke .. Das war die Zeit der großen Receiver. Sansui hatte ein ähnlich gutes Gerät. Doch die hatten noch all den Jahren Aussetzer. Zufrieden bin ich mit meinen Denons, obwohl ich mich manchmal sehne nach dem einlullenden Klang der Marantz. Aber die Attacke fehlte leider. Ein Schlagzeug muss brezeln, auch wenn es räumlich korrekt im Hintergrund steht .. Lieben Gruß vom Prinzen ..

    Like

    1. Mp3 ist beim mir nur Musik „to go“, also wenn ich mit Bus oder Bahn unterwegs bin und meinen ipod (und meine noise cancelling Kopfhörer) dabei habe. Ansonsten kommt mir das nicht ins Haus!
      Beim Probehören von HiFi ist halt immer zu berücksichtigen, dass die Bedingungen im Studio, in dem man die Anlage hört, meist (nahezu) perfekt sind, während man zuhause bei der Aufstellung doch meist Kompromisse machen muss: wir haben zum Beispiel aus verschiedenen Gründen (noch) Regallautsprecher, was eigentlich gar nicht geht, aber zur Zeit einfach nicht anders möglich ist. Wir planen aber, unser Wohnzimmer so umzuräumen, dass unsere HiFi-Anlage mehr Raum bekommt, also auch Standlautsprecher und ich liebäugle auch schon mit einem Röhrenverstärker für einen weicheren Klang… mal sehen, was es dann wird! 🙂 Liebe Grüße Nicole

      Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar