(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Neulich habe ich mich wieder einmal über eines dieser neu-deutschen Wörter amüsiert (mir ist auch gleich eine passende „Alliteration“ dazu eingefallen), die sich überall in der Geschäftswelt finden und die einem – zumindest nach Ansicht von Marketingleuten (zu denen ich übrigens selbst früher gehört habe!) und Mitgliedern der Geschäftsleitung – glauben machen sollen, dass etwas ganz toll und besonders und überhaupt sein soll…
Und zwar wurde in der Firma meines Mannes auf einer Messe ein neues Produkt präsentiert. Alle Mitarbeiter, die an der Entwicklung dieses Produktes oder in sonstiger Weise an diesem Projekt mitgearbeitet hatten, waren deshalb eingeladen, den „Launch“ auf der Messe via Übertragung live mitzuverfolgen. Anschließend waren sie dann noch zum Mittagessen eingeladen. Als mir mein Mann das erzählt, witzle ich deshalb: „Ah, ein Launch mit Lunch.“ (Warum das eine Alliteration ist, erkläre ich im Beitrag „Alliteration“) – und habe schon wieder eine Idee für einen entsprechenden Blogbeitrag, also diesen.
Der Duden schreibt zu diesen Wörtern folgendes (beide Links zuletzt abgerufen am 26. Nov. 2025):
Launch, der oder das: Einführung eines neu entwickelten Produktes auf dem Markt. Herkunft: englisch launch = Start, Abschuss; Einführung, zu: to launch, launchen (duden/Launch)
Lunch, der: (in den angelsächsischen Ländern) kleinere, leichte Mahlzeit in der Mittagszeit. Herkunft: englisch lunch, ursprünglich = Brocken, Bissen (duden/Lunch)
Man beachte, dass bei „Lunch“ steht: in angelsächsischen Ländern. Also dass mein Vater früher immer nur mit mir lunchen wollte, ist also deshalb vermutlich darauf zurückzuführen, dass seine Bankkarriere in New York begonnen hat. Dass aber mein Cousin, in Basel aufgewachsen, der zwar weit herumgekommen ist, aber nie in einem angelsächsischen Umfeld gelebt hat, mich auch ein- oder zweimal (unbedingt!) zum Lunch treffen wollte, habe ich nie so ganz verstanden (deshalb sind diese Treffen wohl auch wieder im Sand verlaufen…!). Ich gehe ehrlich gesagt viel lieber ganz einfach mit meiner Großcousine – ganz altmodisch?! – Mittagessen (ich schreibe übrigens zu Ehren ihres Geburtstags im Beitrag „S’Möddäli und s’Möödeli“).
Übrigens bin ich gespannt, ob sich das Wort „Launch“ auch in einem weiteren Buch des Duden-Verlags findet, das ich neulich bestellt habe (ich werde bei Gelegenheit dann noch ausführlich darüber schreiben). Es heißt „Business Bullshit“ und verspricht „Managerdeutsch in 100 Blasen und Phrasen“ (duden/Business-Bullshit, zuletzt abgerufen am 26. Nov. 2025). Ich freue mich schon aufs Lesen, denn bereits die Bücher „Neue Wörter im Duden“ (dazu mehr in „Lemma“) und „Kleines Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache“ (mehr dazu in „Kuriositäten“, „Noch mehr Kuriositäten“, „Letzte Kuriositäten“ und „Männergespräch“) waren nicht nur äusserst interessant und lehrreich, sondern auch richtig witzig und abwechslungsreich.
Um nochmal auf den Anfang und die beiden Wörter „Launch“ und „Lunch“ zurück zu kommen: ich habe also gestern den Advent hier im Blog „gelauncht“ – zwar nicht mit einem Lunch, dafür mit einem Rezept für einen leckeren „Brunch“! Lasst Euch den Räucherlachs schmecken, egal ob zum Launch, Lunch, Brunch oder whatever…!
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2 Gedanken zu „Der Launch mit Lunch“