(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Manche Alltagsproblemchen lassen sich überraschend einfach lösen. Wenn man sich dann aber fragt, warum das jetzt so erstaunlich einfach ging, wird es schwieriger… (Oder müsste es komplizierter heißen?! Das merke ich mir für die nächste „Oder-Frage“…!)
Wie komme ich nun darauf? Am vergangenen Wochenende wollte ich mir zu einem Stückchen (raben-)schwarzer Schokolade ein Schlückchen Pfefferminzlikör gönnen (mein Mann findet übrigens beides gänzlich ungenießbar…!). Doch der Deckel der Flasche ist total verklebt und nicht einmal mein Mann schafft es, ihn zu öffnen. Mein Mann empfiehlt mir, den Deckel mit einem richtig nassen Lappen abzuwischen, was ich dann auch mache. Doch da ich manchmal Kopfweh von solchen Zuckersachen bekomme, stelle ich die Flasche wieder zurück in unsere „Bar“, welche sich in einer schwarzen Reisetruhe befindet. Am nächsten Tag „gluschtet“ es mich doch wieder und ich versuche nochmal, die Flasche zu öffnen – der Deckel lässt sich ganz leicht drehen und ich habe ein großes Fragezeichen im Gesicht… „Warum geht es jetzt so einfach?“ will ich deshalb von meinem (fast allwissenden) Mann wissen. „Das Wasser des Lappens wurde unter den Deckel gezogen und hat den festsitzenden Zucker aufgelöst“. „Ja, aber wie kommt das Wasser unter den Deckel? Das fließt doch nicht aufwärts!“ halte ich dagegen. „Das ist der Kapillareffekt“, erklärt er mir, „das ist derselbe Effekt wie bei Bäumen, dadurch bekommen sie das Wasser von den Wurzeln bis in die Blätter.“
Ich bin immer noch erstaunt und deshalb mehr als beruhigt, als ich bei Wikipedia lese, dass es sich beim Kapillareffekt (auch die Kapillarwirkung oder die Kapillarkraft genannt) um ein „Phänomen in der Physik flüssiger Kraft“ handelt. Wenn es sich um ein Phänomen handelt, dann darf ich darüber ja auch erstaunt sein! Was es im Alltag alles für Phänomene zu entdecken gibt…!
Aber jetzt doch noch etwas mehr Informationen dazu:
Eine einfache Defintion gibt es auf www.energieforschung.de (zuletzt abgerufen am 24. Nov 2025): „Der Kapillareffekt ist ein physikalisches Phänomen und beschreibt, wie sich eine Flüssigkeit in einem engen Raum – etwa einem schmalen Spalt oder einer dünnen Röhre – verhält.
Dabei wirken auf die Flüssigkeit sogenannte Kapillarkräfte. Durch diese steigt die Flüssigkeit entweder in der Röhre hoch oder sie sinkt in der Röhre ab. Welcher Kapillareffekt wirkt, ist abhängig davon, ob die Flüssigkeit das Rohrmaterial benetzen kann oder nicht. Ein gutes Beispiel ist ein Strohhalm im Wasserglas: Das Wasser im Strohhalm steht höher als das Wasser im Glas. Dabei ist zu erkennen, dass das Wasser an den Wänden des Strohhalmes hochgezogen wird.“
Ausführlicher beschrieben wird der Kapillareffekt auf den folgenden zwei Internet-Seiten (beide Links zuletzt abgerufen am 24. Nov 2025): wiki/Kapillareffekt oder www.chemie.de.
Da ich nicht glaube, dass die Bäume wissen, dass sie ihre Blätter mithilfe von Kapillarkräften mit Wasser versorgen können, muss ich aber wohl auch nicht ganz verstehen, warum ich einen mit Zucker verklebten Deckel wieder öffnen kann, nachdem ich Deckel und Flasche mit einem nassen Lappen abgewischt habe – Hauptsache, ich weiß mir in Zukunft bei diesem Alltagsproblemchen zu helfen…! (Und wenn nicht, verzichte halt auf den Pfefferminzlikör… das ist erst noch viel gesünder…!)
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Schön!
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