(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Im Buch „Neue Wörter im Duden von 1880 bis heute“ von Detlef Berghorn, über das ich bereits im Beitrag „Lemma“ schreibe, gibt es eine Liste mit Schimpfwörtern und wann welches in den Duden aufgenommen wurde. Ich fand den im Jahr 2017 aufgenommenen „Honk“ sofort sympathisch, weil sich das trotz allem irgendwie nett anhört. So kam auch die Idee zu diesem Beitrag.
Interessant finde ich, dass der „Duckmäuser“ bereits in der ersten Auflage des Dudens, also im Jahr 1880, aufgenommen wird und der Begriff „Rowdy“ schon 1887.
„Abschaum“ und „Lückenbüsser“ gibt es auch schon lange, aufgenommen in den Duden im Jahr 1902. Der „Eigenbrötler“ folgt im Jahr 1905. Im Jahr 1915 findet der „Nichtstuer“ Eingang in das große Buch der Rechtschreibung, gefolgt vom „Hallodri“ im Jahr 1929.
„Halbstarke“, „Flittchen“ und „Angsthase“ folgen 1961, die „Angsthäsin“ muss allerdings bis 2009 auf ihre Aufnahme warten!
Alle paar Jahre folgenden jetzt mehr oder weniger bekannte, mehr oder weniger nett gemeinte Wörter. Der arme „Korinthenkacker“ (seit 1980) ist (wieder einmal) ein gutes Beispiel dafür, dass Schimpfwörter im Hochdeutschen oft deutlich abwertender klingen als bei den entsprechenden Begriffen im Dialekt (ich würde hierfür zum Beispiel „Düüpflischiisser“ sagen…).
Im Jahr 2009 findet neben der „Angsthäsin“ (siehe oben) auch ein – aus meiner Sicht Schweizerdeutscher Begriff – Eingang in den Duden: der „Löli“. Der hat nichts mit dem Lörracher Autokennzeichen (Lö) zu tun, aber eine (deutsche) Kollegin von uns, welche in der Schweiz arbeitet, hat sich zu Beginn ihrer Arbeit immer gewundert, wenn die Kollegen sie seltsam angeschaut haben, wenn sie gesagt hat, sie sei ein „Lö-Li“ (sie hat das als Witz bezogen auf ihr Autokennzeichen, allerdings nicht gewusst, dass der Löli ein Dummkopf ist… wobei, so passt es dann ja wieder, oder?!)
Anscheinend nichts mit Fußball zu tun hat der im Jahr 2013 aufgenommene „Vollpfosten“ – interessant dazu vielleicht aber doch der Umstand, dass ein Fußball-Bundesligaspieler des FC Bayern München 2011 vom DFB-Sportgericht für die Verwendung des Wortes gegenüber einem Schiedsrichter für zwei Spiele gesperrt wurde und eine Geldstrafe von 15.000 Euro bezahlen musste – so ein „Honk“ aber auch! (Quelle: wiki/Vollpfosten, zuletzt abgerufen am 7. Okt. 2025, dort gibt es auch noch Informationen zur Wortherkunft)
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3 Gedanken zu „Honk und so“