(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Langsam werden es hier immer mehr Beiträge zu Sprachthemen oder Begriffen aus der Musik – vielleicht sollte ich eine neue Serie eröffnen? Fürs erste bleibe ich aber mal bei „Sprache“, ich habe grad keine Lust, das alles umzusortieren.
Den neusten Begriff aus dem Bereich Musik habe ich gefunden, als ich im Internet nach Informationen zum Album „Nursery Crime“ von Genesis gesucht habe. Ich habe es in der Plattensammlung meines verstorbenen Bruders entdeckt und war etwas erstaunt, es da zu finden. Ich kenne (und hatte bis jetzt) von Genesis nur die „neueren“ Alben mit Phil Collins als Sänger. Vorher war ja Peter Gabriel der Leadsänger (und Phil Collins erstmal „nur“ der Schlagzeuger). Da mir seine spezielle Stimme nicht immer gefällt, war ich umso mehr gespannt auf dieses Album aus dem Jahr 1971 mit dem doch sehr skurrilen Namen (der übrigens auf eine Verballhornung eines englischen Kinderreims zurückgeht). Das Album wird übrigens zum Genre „Progressive Rock“ gerechnet (mehr dazu im Beitrag „Progrock“).
Besonders interessant und so komme ich nun auch zum neuen Wort „Tapping“ ist die Tatsache, dass der (damalige) Gitarrist von Genesis, Steve Hackett, als einer der ersten E-Gitarristen in zwei Stücken des Albums die Spieltechnik des „Tapping“ anwendet. Die Etablierung des „Tapping“ in der Rockmusik wird allgemein dem niederländisch-amerikanischen Rockmusiker Eddie Van Halen und dem schwedischen Gitarristen Yngwie Malmsteen zugeschrieben. (Eddie Van Halen hat mit seinem älteren Bruder Alex die Hard-Rock-Band „Van Halen“ gegründet.)
Das „Tapping“ ist eine hauptsächlich bei Gitarren angewandte Anschlagtechnik. Die Technik wird meist bei der elektrischen Gitarre angewandt, aber auch auf der Akustikgitarre. E-Bassisten nutzen diese Technik im Wesentlichen, um gleichzeitig eine Basslinie und Akkorde zu spielen.
Genauer gesagt funktioniert das so: „Beim Tapping werden die Saiten mit den Fingerkuppen der Anschlaghand (meist mit Zeige- oder Mittelfinger) mehr oder minder schwungvoll auf das Griffbrett gedrückt oder gestoßen, sodass beim Auftreffen auf dem Bundstäbchen an der entsprechenden Stelle die Saite in Schwingung versetzt wird. Der Klang unterscheidet sich vom sonst üblichen Anschlag mit einem Plektrum oder dem Zupfen mit den Fingern. Mit der Greifhand kann diese Technik ebenfalls ausgeführt werden, sie wird dann meist als Hammering bezeichnet. Die Kombination von Hammering und Tapping (Einsatz beider Hände) bietet spieltechnisch versierten Gitarristen die Möglichkeit, ausgefallene Soli zu spielen, da hier größere Tonintervalle als üblich verwendet werden können. Durch kurzes, schwungvolles Tapping auf die Bundstäbchen des Griffbretts können Flageoletttöne erzeugt werden.“
Ein absolut umwerfendes Beispiel für das Tapping von Eddie Van Halen gibt es hier: www.youtube.com (zuletzt abgerufen am 29. Juli 2025). Achtung: Nicht für alle Ohren geeignet! Ich habe „Van Halen“ einmal live gesehen, das ist allerdings schon so lange her, dass ich mich leider nicht mehr daran erinnern kann, ob ich damals auch in den Genuss dieses unvergleichlichen Gitarren-Solos kam! Schade…! Ich würde es heute mit anderen Augen betrachten…
Quellen:
wiki/Nursery_Cryme, zuletzt abgerufen am 29. Juli 2025
wiki/Tapping, zuletzt abgerufen am 29. Juli 2025
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Eddie van Halen hat das Tapping erfunden und damit es keiner abkupfert, hat er sich anfangs immer mit dem Rücken zum Publikum gestellt, wenn er es anwandte. Inzwischen ist das Tapping salonfähig geworden. Die japanischen Bands übertreiben es maßlos. Da gibt es ne Band, wo zwei Gitarristen über die gesamte Platte nur tappen. Steve Vai wendet es in der richtigen Dosis an, spielt technisch sehr versiert, aber mir fehlt das Gefühl, das etwa ein Jimi Hendrix oder ein Eric Clapton in sein Spiel bringt. Joe Satriani kann ich gar nicht hören: Der spielt wie eine Maschine.
Guten Morgen wünscht der Sven
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Danke für diesen interessanten Kommentar! Es ist wirklich allzu schade, dass ich mich kaum mehr an den Auftritt von Van Halen erinnern kann, den ich einmal im „Joggeli“ (St. Jakob-Stadion) in Basel miterleben durfte…
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Ich war mal bei Judas Priest in Offenbach und weiß nichts mehr darüber, nur dass ich besoffen neben der Bühne hochgeklettert bin und die Leute gerufen haben, ich soll vor den Bassboxen weg .. Dann hatt ich vier Wochen ein Rauschen in den Ohren ..
Ich bin leider mit Van Halen bis heute nicht warm geworden. Da war doch früher mal David Lee Roth als Sänger dabei.
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Wahrscheinlich war das Konzert 1955 (Van Halen als Vorgruppe von Bon Jovi) und dann war laut Wikipedia damals Sammy Hagar der Sänger. Auch die Musik dieser Band ist wie andere eine Erinnerung an meinen Bruder, der meinen Musikgeschmack stark geprägt hat (ich schreibe dazu in anderen Beiträgen wie „Hommage à mon frère“ oder „Progrock“).
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Du meinst vielleicht 1975. Das finde ich natürlich wunderschön, dass du solche Erinnerungen an deinen Bruder in der Seele bewahrst. Ich nehme an, er ist inzwischen verstorben. Mein aufrichtiges Beileid. Ich hab auch einen meiner drei Brüder an den Krebs verloren.
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1975 hat mein Musikgeschmack noch in den Kinderschuhen gesteckt, das war wirklich 1995. Danke für Deine Anteilnahme! Er fehlt mir immer noch sehr…
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