In der Speicherstadt

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Berührende Bücher“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Noch mehr berührende Bücher“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Seit ich den Bücher-Newsletter von geniallokal.de (zuletzt abgerufen am 30. Juni 2025) abonniert habe, bekomme ich zwei Mal wöchentlich Bücherempfehlungen – egal ob Neuerscheinung oder schon länger auf dem Markt, jedes Mal erhalte ich Empfehlungen zu Büchern, meist zu einem bestimmten Thema. So bin ich auf den ersten Band der Speicherstadt-Saga von Fenja Lüders aufmerksam geworden, der bereits 2019 erschienen ist.

Der erste Band „Der Duft der weiten Welt“ beginnt im Jahr 1912 im Hamburg: Mina Deharde ist mit dem Kaffeehandel groß geworden und er liegt ihr im Blut. Nur zu gern würde sie die Firma ihres Vaters übernehmen, aber die meisten Kaufmänner lehnen Frauen in Führungspositionen ab und als Frau hätte sie auch keinen Zugang zur Kaffeebörse, welche essentiell für den Handel ist. So entscheidet sie sich schweren Herzens, nicht mit ihrer Jugendliebe nach Amerika durchzubrennen, sondern den Mann zu heiraten, der ihr Vater für sie ausgesucht hat. Neben dem interessanten Einblick in das Leben um diese Zeit in Hamburg fand ich besonders spannend, dass der Hamburger Hafen, der damals wohl nur die Speicherstadt umfasst hat, Zollausland ist – das heißt, an der Niederbaumbrücke (der Grenze zwischen dem Stadtgebiet und der Speicherstadt) gab es eine Zollschranke. Wer in die Speicherstadt hineinwollte, wurde kontrolliert wie an einer Landesgrenze und musste sich ausweisen können – ebenso beim Verlassen des Geländes, damit man nicht unverzollte Ware mitführte (klaute).

Der zweite Band „Der Glanz der neuen Zeit“ startet nach dem ersten Weltkrieg. Während es in den Kriegsjahren ganz normal war, dass Frauen Unternehmen führten, ist das nach dem Krieg nicht mehr selbstverständlich. Doch Minas Ehemann hält sich lieber in Berlin auf, als sich in Hamburg um die Geschäfte zu kümmern, was Mina allerdings mehr als recht ist. Der Kaffeehandel ist während und nach dem Krieg vollständig zum Erliegen gekommen, doch Minas Schwiegervater hat eine Kaffeeplantage in Guatemala und ist so eine der ersten, die nach dem Krieg wieder Kaffee einführen können. So gelingt es ihr, die Firma zu retten und ihre Familie ernähren zu können. Als ihre Jugendliebe Edo schwer versehrt in einer Irrenanstalt auftaucht, kümmert sie sich gemeinsam mit dessen Ziehbruder darum, dass er wieder ein menschenwürdiges Leben führen kann. Doch nicht allen ist diese enge Beziehung genehm…

Doch im dritten Band „Der Traum von Freiheit“ droht schon der nächste Krieg. Da ihre Schwester Agnes mit einem jüdischen Musiker verheiratet ist, wird ihr die kritische Lage sehr schnell bewusst. Durch ihre Eigenschaft als (vermögende) Unternehmerin gelingt es ihr mit Verbündeten, jüdische Mitbürger aus dem Land zu bringen. Als ihr Ehemann, der sich in Berlin auch im (klein-)kriminellen Milieu aufhält, erschossen in seinem Tanzlokal aufgefunden wird, ist sie frei für die Ehe mit ihrem geliebten Edo. Doch der nächste Krieg droht und überschattet das Glück der beiden…

#nicolettasamira #Worte_die_verzaubern #blog #serie #bücher #berührend #hamburg #speicherstadt #saga #kaffee #kaffeehandel #plantage #duft #freiheit #newsletter

Hinterlasse einen Kommentar