(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Vinyl-Freude“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Vinyl-Freude“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Ich bin kein großer Fan der Beatles, irgendwie habe ich den Zugang zu dieser weltberühmten Band (bisher) nie gefunden. In meiner (alten) CD-Sammlung, die immer noch griffbereit und ebenso wohlsortiert wie die Schallplatten im Regal steht, findet sich kein Album der Beatles. Doch seit ich Vinyl höre, wandelt sich auch Musikgeschmack. Inzwischen gibt es für mich Musik, für die es völlig ausreicht, ab CD oder sogar als Streaming abgespielt zu werden (auch wenn ich das nur noch sehr selten mache) und für die es in meinen Augen eine „Verschwendung“ wäre, das gleiche Album auch als Schallplatte zu kaufen. Manche Musik gehört hingegen einfach auf den Plattenspieler – und in eine Schallplattensammlung! So ist es mir mit den Beatles und ihrem Album „Abbey Road“ ergangen.
Und das kam so: vor einer Weile habe ich eine Nachbarin besucht, die mir angeboten hat, ihre Schallplattensammlung, die ungenutzt im Keller verstaubt, durchzusehen und wenn ich an einer Platte Gefallen finde, diese dann auch mitzunehmen. Als ich also mit ihr zusammensitze und ich eine nach der anderen Platte aus den Kisten nehme, entdecke ich das Album „Abbey Road“ von „The Beatles“ und ich weiß sofort, dieses Kult-Album möchte ich mitnehmen! Auch wenn auf dem Cover weder Band-Name noch Album-Titel stehen, weiß ich sofort, um welches Album es sich handelt – wahrscheinlich kenne ich es aus dem Buch „Vinyl – Die Magie der schwarzen Scheibe“, über welches ich im Beitrag „Schwarz“ schreibe.
Doch die allergrößte Überraschung kommt, als ich dann zuhause rein höre und mir das Album sogar gefällt! Eine echte Perle in unserer Sammlung, denke ich und möchte jetzt doch ein bisschen mehr zu diesem Album wissen: ich finde heraus, dass es das einzige Album der Beatles ist, welches ohne Band- und Album-Namen auf dem Cover erschienen ist. Für das Cover dieses Studio-Albums wollte die Band anscheinend in den Himalaya fliegen, für ein richtig spektakuläres Cover-Foto. Doch als die Songs alle „im Kasten“ waren, hatten John Lennon und Co. keine Lust mehr dazu und haben spontan aus dem Studio einen Fotografen angerufen, sind dann einfach vor dem Studio über den wohl inzwischen berühmtesten Fußgängerstreifen der Welt spaziert und haben sich dabei ablichten lassen – fertig war das Cover-Foto! (Übrigens steht der weiße Käfer, der auf dem Cover am linken Straßenrand zu sehen ist, inzwischen im VW-Museum in Wolfsburg – und es gibt unzählige Interpretationen darüber, warum Paul McCartney barfuß geht… eine davon lautet schlicht und einfach: er hatte keine Lust, Schuhe anzuziehen…!) Ich finde das Cover-Foto insofern spannend, weil es wieder einmal zeigt, dass nicht unbedingt die aufwendig inszenierten und manchmal sehr gestellt wirkenden Fotos die größte Wirkung haben, sondern dass manchmal das Einfache völlig genügt – sogar genügt, um weltberühmt zu werden…!
So berühmt, dass die Idee dieses Covers inzwischen schon mehrfach kopiert wurde, zum Beispiel von George Benson und seinem „The Other Side Of Abbey Road“ (aber mit Titel und Name auf dem Cover) oder auch von Booker T. Jones mit „McLemore Avenue Stax Remasters“, der sich „strenger“ an die „Vorlage“ hält (Quelle: MINT Magazin für Vinyl-Kultur, Ausgabe 03/25, S. 62).
Übrigens ist es eher ungewöhnlich, dass Schallplattenhüllen (auf der Vorderseite) weder Band-Namen noch Titel des Albums enthalten. Mir kommen auf Anhieb nur zwei weitere Alben (CDs) in den Sinn, bei denen das so ist: ein Album von Led Zeppelin, bei dem auf der Vorderseite eine graue Mauer mit Fenster und durch das Fenster ein Mann mit Kiepe zu sehen ist, der auf einer Wiese steht. Das andere ist ein sehr aufwändig verpacktes Album von Pink Floyd, es ist eine Doppel-CD in einer Kartonschachtel im Schuber, auf der vor weiß-grün-blauem Hintergrund ein Auge zu sehen ist und rund um das Auge blinkt ein rotes Licht (zumindest solange die Batterie funktioniert).
Lustigerweise habe ich kurz nachdem mir diese berühmte Schallplatte in die Hände gekommen ist, in der Zeitung eine kurze Information über den Fußgängersteifen, im Volksmund hier in Deutschland meist Zebrastreifen genannt, entdeckt, worin mich vor allem folgende Informationen fasziniert haben:
„Die Striche und die Lücken dazwischen sind in der Regel 50 Zentimeter breit. Ein Zebrastreifen ist laut Bundesministerium für Digitales und Verkehr mindestens drei Meter lang.“
„Die Römer hatten einen 3-D-Zebraweg. Sie legten erhöhte Trittsteine als Querungshilfe so auf die Straße, dass die Kutscher ihr Tempo drosseln mussten, wenn sie sie passieren wollten. Die Fußgänger kamen so sicher hinüber.“
(Quelle: www.badische-zeitung.de, zuletzt abgerufen am 28. Mai 2025)
Auf dem Foto zum Beitrag ist übrigens ein Fußgängerstreifen (oder eben Zebrastreifen) in Weil am Rhein zu sehen. Es war gar nicht so einfach, am (frühen) Morgen einen Moment zu erwischen, bei dem niemand die Straße überquert oder ein Auto die Streifen verdeckt! (Und ohne dabei überfahren zu werden, wäre ja schade, dann könnte ich gar keine Musik mehr hören…!)
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Ein Gedanke zu „Der Fußgängerstreifen“